Hannover zwischen Chance und Risiko

Elefanten im Tagesgeschäft

Von Stefan Moser
Freitag, 20.01.2012 | 18:11 Uhr
Klubchef Martin Kind (l.) und Sportdirektor Jörg Schmadtke arbeiten an der Zukunft von Hannover 96
© Getty
Advertisement
Boxen
So27 Aug
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Bundesliga
FrJetzt
Bayern-Bayer: Die Highlights des Eröffnungsspiels
J1 League
Gamba Osaka -
Kashiwa
Championship
Sheffield Utd -
Barnsley
Premier League
Swansea -
Man United
CSL
Shanghai Shenua -
Guangzhou Evergrande
Premier League
Liverpool -
Crystal Palace
Ligue 1
Lyon -
Bordeaux
Serie A
Juventus -
Cagliari
Primera División
Celta Vigo -
Real Sociedad
Premier League
Stoke -
Arsenal
Championship
Sunderland -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
Nantes
Primera División
Girona -
Atletico Madrid
Premier League
Leicester -
Brighton (Delayed)
Serie A
Hellas Verona -
Neapel
Primeira Liga
Benfica -
Belenenses
Primera División
Sevilla -
Espanyol
Premier League
Burnley -
West Brom (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
Watford (Delayed)
Premier League
Southampton -
West Ham (Delayed)
J1 League
Kobe -
Yokohama
Eredivisie
Excelsior -
Feyenoord
CSL
Guangzhou R&F -
Shandong Luneng
Eredivisie
Ajax -
Groningen
Premier League
Huddersfield -
Newcastle
Ligue 1
Lille -
Caen
Ligue 1
Marseille -
Angers
Premier League
Tottenham -
Chelsea
Serie A
Atalanta -
AS Rom
Primera División
Bilbao -
Getafe
Primeira Liga
Porto -
Moreirense
Primera División
Barcelona -
Betis
Serie A
Bologna -
FC Turin
Serie A
Crotone -
AC Mailand
Serie A
Inter Mailand -
Florenz
Serie A
Lazio -
Ferrara
Serie A
Sampdoria -
Benevento
Serie A
Sassuolo -
Genua
Serie A
Udinese -
Chievo
Ligue 1
PSG -
Toulouse
Primera División
La Coruna -
Real Madrid
Serie A
Palmeiras -
Chapecoense
Primera División
Levante -
Villarreal
Premier League
Manchester City -
Everton
Primera División
Malaga -
Eibar
League Cup
Sheffield Utd -
Leicester
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Ligue 1
PSG -
Saint-Étienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Premier League
Newcastle -
West Ham
Premier League
Crystal palace -
Swansea
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Premier League
Zenit -
Rostow
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia
WC Qualification South America
Venezuela -
Colombia

Hannover 96 hat die Chance, einen reellen Sprung aus der Bedeutungslosigkeit zu machen. Mit Klubchef Martin Kind, Sportdirektor Jörg Schmadtke und Trainer Mirko Slomka arbeiten drei unterschiedliche Temperamente an der Strategie für die Zukunft. Mit Erfolg, aber nicht ohne Reibungen.

In Zukunft wolle er wieder mehr reden, sagte Martin Kind Anfang der Woche. Eine Ankündigung, die in Hannover nicht unmittelbar für Standing Ovations sorgte: Nur wenige Tage zuvor hatte sich der 96-Chef bei einer launigen Plauderei zu leutseligen Kommentaren hinreißen lassen - und damit eine leise tickende Tasche voller Schlagzeilen an den Boulevard geliefert.

Statt seines Torriechers habe Didier Ya Konan seit seiner Vertragsverlängerung vor allem "Übergewicht und schöne Autos", feixte der 67-Jährige bei einer Talkrunde im niedersächsischen Barsinghausen, während die Mannschaft in Portugal im Trainingslager schwitzte. Außerdem sei die Zusammenarbeit von Trainer Mirko Slomka und Jörg Schmadtke nicht optimal; und überhaupt habe der Sportdirektor die Transferperiode im Winter verschlafen, sich vor allem zu spät um Wolfsburgs Stürmer Srdjan Lakic bemüht.

"Das war nur für die Galerie, ein großes Missverständnis. Ich wollte an diesem netten Abend niemanden im Verein ernsthaft kritisieren. Aus einer Mücke wurde ein Elefant gemacht", entschuldigte sich Kind zwar später. Doch da waren die Headlines schon gedruckt - und an der Algarve gelesen worden.

Schmadtke knurrt zurück

Jörg Schmadtke knurrte auch prompt zurück. Er attestierte "Herrn Kind Unkenntnis des Tagesgeschäfts" und rundete damit den ohnehin schlechten Pressespiegel ab, der in der Winterpause vor allem von gescheiterten Transfers und Verletzungsmeldungen bestimmt war.

Mittlerweile ist die Seifenoper aber abgedreht. Auf dem kurzen Dienstweg wurde der Konflikt schnell entschärft und zu einer Bagatelle gekürzt. Mehr war Martin Kinds jovialer Auftritt wohl auch nicht. Und trotzdem dokumentiert die Episode die Spannung zwischen zwei Polen, die sich gerade während der Transferperiode quer durch das Hannoveraner Führungstrio zieht. Es geht um das sensible Gleichgewicht von neuen Chancen und alten Risiken. Ein innerer Konflikt, den sich der Klub redlich erarbeitet hat.

Nach der abermals starken Hinrunde sieht es nämlich tatsächlich so aus, als wäre der Mannschaft ein reeller Entwicklungssprung gelungen: "Ich meine, dass wir uns auf einem hohen Niveau stabilisiert haben. Nicht zuletzt mit den sehr guten Ergebnissen in der Europa League", sagt auch Schmadtke im Gespräch mit SPOX.

Hannover als Marke etabliert

Fast noch überraschender hat sich Hannover unter Slomka plötzlich auch als Marke etabliert. "Attraktiv" und "imponierend" fand Schmadtke die Art und Weise, wie die Mannschaft etwa in den Spielen gegen Sevilla, Kopenhagen, Dortmund oder Bayern aufgetreten ist: "Aggressiv gegen den Ball arbeiten und ihn erobern, schnelles Umkehrspiel mit direktem Abschluss - das passt zu Hannover, dafür steht 96. Und wenn attraktiver Fußball auch noch erfolgreich ist, begeistert er natürlich die Fans."

Das Team soll den Aufwärtstrend nutzen und sich unter den ersten Neun der Liga etablieren. Die Chancen scheinen günstig, die Aura Belanglosigkeit endlich loszuwerden. Uneinigkeit herrscht allerdings in der Frage nach der richtigen Strategie.

Nachdem Slomka im Trainingslager seinen arg ausgedünnten Kader inspiziert hatte, drängte er wieder einmal auf kurzfristige Maßnahmen. Mindestens ein neuer Spieler mit Bundesliga-Erfahrung sei dringend nötig: "Wenn wir unsere Ziele im Auge behalten wollen, müssen wir uns im Spiel nach vorn verbessern. Ich sehe uns in der Pflicht, noch mal auf den Spielermarkt zu gucken. Wir brauchen auch im Training diesen massiven Konkurrenzdruck der Stürmer untereinander. Und den gibt es im Moment gar nicht. Für mich ist das zu wenig."

Wolfsburgs Lakic und Bayerns Petersen sagen ab

Nachdem aber unter anderem die angedachten Leihgeschäfte mit Lakic, Stuttgarts Julian Schieber und Bayerns Nils Petersen gescheitert waren, ließ Schmadtke schließlich wissen: "In der Bundesliga geht nichts. Und einige Spieler wollte der Trainer nicht."

Grundsätzlich sei er nicht bereit, "unvernünftige Sachen mit zu vielen Fragezeichen" zu machen. Auch dann nicht, wenn er mit einer Rumpfelf zum Rückrundenauftakt nach Hoffenheim fahren muss: "Karim Haggui und Ya Konan werden demnächst vom Afrika Cup zurückkehren, auch die Verletzten werden sich erholen. Momentan mag es etwas angespannt sein, aber Sie können sicher sein, dass wir auch am Samstag in Hoffenheim mit einer Mannschaft antreten werden, die in der Lage ist, das Spiel zu gewinnen."

Nach einem kurzen Zucken lenkte dann schließlich auch Slomka ein. Er wolle sich mit dem Thema Transfers nun nicht mehr beschäftigen.

Die natürliche Rollenverteilung

Auch wenn dieses öffentliche Hin und Her die Kritik von Martin Kind an der Kommunikation zwischen Trainer und Sportdirektor zu bestätigen scheint, versichert Schmadtke: "Wir hatten keinen Disput, aber unterschiedliche Positionen." Und tatsächlich entsprechen diese unterschiedlichen Positionen auch nur der natürlichen Rollenverteilung, wie sie in fast jedem Bundesligaverein zum Tragen kommt.

Immerhin wäre gerade Hannover vor nicht allzu langer Zeit schon beinahe folgenschwer gestolpert, als der Verein den zweiten Schritt vor dem ersten machen wollte. Insofern scheint Schmadtkes pragmatische Art, allen Reibungen zum Trotz, ein gutes Regulativ für die umtriebigen Temperamente von Slomka und Kind zu sein.

Und auch die zweite Saisonhälfte geht der 47-Jährige ohne künstliche Aufregung an: "Wenn Sie in diesen Tagen bei allen Klubs nachfragen, werden Ihnen die meisten Trainer und Manager sicherlich sagen, dass die Rückrunde ein Stück weit richtungweisend ist. Aber letztlich geht es immer und für jeden doch darum, das nächste Spiel zu gewinnen. So einfach ist Fußball."

Der Kader von Hannover 96

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung