Fussball

Aufholjagd und Schicksalsspiele

SID
Mark van Bommel (l.) kehrt in Freiburg in die erste Elf zurück, auch Luca Toni winkt das Comeback
© Getty

Der 9. Spieltag platzt fast vor Brisanz (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SKY): Der FC Bayern bläst in Freiburg zur Aufholjagd, der VfB Stuttgart hofft gegen Schalke auf das Ende der Krise, Bremen und Hoffenheim kämpfen um den Anschluss ans Spitzenduo. Dazu: Das Kellerduell Letzter gegen Vorletzter zwischen Nürnberg und Hertha und der Ligagipfel zwischen Hamburg und Leverkusen.

SC Freiburg - FC Bayern: Zu einer Systemumstellung ist Bayern-Coach Louis van Gaal im Spiel beim SC Freiburg gezwungen. In Franck Ribery, Ivica Olic und kurzfristig Arjen Robben sind drei Außenstürmer außer Gefecht.

Luca Toni kommt daher an der Seite von Miroslav Klose zu seinem Saisondebüt. Auch Kapitän Mark van Bommel läuft von Beginn an auf.

"Natürlich muss ich umstellen", meint Louis van Gaal und fügt mit Blick auf den enttäuschenden achten Tabellenplatz hinzu: "Jeder im Verein weiß, dass wir jetzt Ergebnisse brauchen."

Schweini: "Dreckig gewinnen, bitte!"

Im Falle eines weiteren Rückschlages könnte der Abstand zur Spitzengruppe für den deutschen Rekordmeister besorgniserregende Größe annehmen.

VfB Stuttgart - FC Schalke: "Die Jungs wissen: Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern eine Minute vor zwölf. Jeder Einzelne ist gefordert, angefangen bei mir. Es gibt nun keine Alibis mehr, alle müssen Farbe bekennen", sagt Markus Babbel vor dem Schalke-Spiel, womit die Lage beim VfB präzise umrissen wäre. In acht Spielen haben die Schwaben nur acht Punkte gesammelt, nur noch drei Zähler trennen sie von einem Abstiegsplatz.

Mut machen dürfte dem VfB, dass mit Serdar Tasci und Alexander Hleb zwei Hoffnungsträger in die Mannschaft zurückkehren - und ein statistischer Fakt: Der letzte Sieg der Schalker in Stuttgart liegt auf den Tag genau zehn Jahre zurück. Seit dem 17. Oktober 1999 gab es für die Königsblauen lediglich drei Pünktchen im Ländle zu ernten.

Die großen Fragen nach der Länderspielpause

Werder Bremen - 1899 Hoffenheim: Das 5:4 aus der vergangenen Saison ist unvergessen. Hoffenheim kam nach einem 1:4-Rückstand und verlor am Ende doch. Mesut Özil schoss zehn Bremer vor knapp elf Monaten zum Sieg.

Um ganz oben dranzubleiben, hilft beiden angesichts von fünf bzw. sechs Punkten aufs Spitzenduo aus Leverkusen und Hamburg nur ein Sieg. Thomas Schaaf kann dabei aus dem Vollen schöpfen. Abgesehen von Rückkehrer Tim Borowski kann der Werder-Coach seine beste Mannschaft aufbieten. Ganz anders sieht es 1899 aus: Ralf Rangnick bangt um die komplette Innenverteidigung.

Marvin Compper und Per Nilsson fallen aus, Josip Simunic ist angeschlagen, wird aber wohl auf die Zähne beißen.

1. FC Nürnberg - Hertha BSC: Man kann eine Münze werfen, wer den höheren Druck hat vor dem Keller-Knüller Vorletzter gegen Letzter in Nürnberg. Der Hertha droht die achte Niederlage in Folge, Nürnberg der Absturz ans Tabellenende.

Herthas neuer Coach Friedhelm Funkel will trotz aller Personalprobleme nichts von einem Schicksalsspiel wissen, sein Pendant Michael Oenning sagt: "Wir müssen nach vorn schauen, es hilft nicht, uns den größtmöglichen Unfall vorherzusagen. Wir dürfen uns nicht selbst runterziehen. Wir sind nach wie vor auf der Suche nach der optimalen Zusammensetzung, weil wir eben noch nicht erfolgreich sind."

Oenning wird es gegen die Hertha, die seit dem 1:0-Sieg zum Saisonauftakt gegen Hannover alle Spiele verloren hat, wieder mal mit zwei Stürmern versuchen, die voraussichtlich Christian Eigler und Maxim Choupo-Moting heißen werden. Funkel plagen weiter enorme Sorgen auf der Torhüterposition, wo wieder der blutjunge Sascha Burchert ran muss, der beim 1:3 gegen den HSV zuletzt eine unfreiwillig komische Figur machte.

Eintracht Frankfurt - Hannover 96 (alle Spiele 15.30 Uhr): Die beiden Teams mit den ligaweit größten Lazaretten geben sich die Ehre. Neben diversen anderen Ausfällen waren bei Frankfurt bis zuletzt mit Ioannis Amanatidis und Patrick Ochs zwei Stützen der Mannschaft fraglich. Trainer Michael Skibbe gibt sich dennoch angriffslustig: "Wir wollen so offensiv wie möglich und auf Sieg spielen. Hannover ist ein Gegner auf Augenhöhe, den wir unbedingt schlagen wollen." Dabei setzt er offenbar großes Vertrauen in den umstrittenen Caio.

Skibbes Gegenüber Andreas Bergmann stehen insgesamt zehn Profis nicht zur Verfügung, dafür kommt Hannover nach dem 5:2 über Freiburg mit Rückenwind, während bei Frankfurt nach dem guten Saisonstart zuletzt die Puste auszugehen schien.

Hamburger SV - Bayer Leverkusen (18.30 Uhr): Bruno Labbadia blickt gegen seinen Ex-Klub der ersten Partie ohne Paolo Guerrero UND Mladen Petric entgegen. Voraussichtlich wird es der HSV-Coach mit der Doppelspitze Marcus Berg/Eljero Elia versuchen, denn trotz der Angreiferknappheit scheint eine Systemumstellung in Hamburg kein Thema zu sein.

Trainerstory: Labbadia vs. Heynckes

Jupp Heynckes hat diese Sorgen nicht, sondern eher sogar ein Luxusproblem: Renato Augusto ist zurück an Bord. Dafür muss wohl der vor 14 Tagen gegen Nürnberg formidable Toni Kroos zurück auf die Bank.

Der Spieltag auf einen Blick

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