Zwischen den Welten

Von Stefan Rommel
Donnerstag, 04.09.2008 | 12:31 Uhr
fußball, bundesliga, subotic
© Getty
Advertisement
Fed Cup Women National Team
Sa21.04.
Halbfinale! Kerber, Görges und Co. gegen Tschechien
Ligue 1
Nantes -
Rennes
Championship
Millwall -
Fulham
Ligue 1
Dijon -
Lyon
Primera División
Leganes -
La Coruna
J1 League
Kobe -
Nagoya
Primera División
Eibar -
Getafe
Premiership
Hibernian -
Celtic
Premier League
West Bromwich -
Liverpool
CSL
Guangzhou R&F -
Shandong Luneng
Serie A
SPAL -
AS Rom
Championship
Ipswich -
Aston Villa
Premier League
Watford -
Crystal Palace
Primera División
Celta Vigo -
Valencia
Ligue 1
Marseille -
Lille
Serie A
Sassuolo -
Florenz
Super Liga
Radnicki Nis -
Roter Stern
Ligue 1
Amiens -
Straßburg
Ligue 1
Guingamp -
Monaco
Ligue 1
Metz -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Angers
Championship
Cardiff -
Nottingham
Serie A
AC Mailand -
Benevento
Copa del Rey
FC Sevilla -
FC Barcelona
Primeira Liga
Estoril -
Benfica
Primera División
Girona -
Espanyol
Serie A
Cagliari -
Bologna
Premier League
Arsenal -
West Ham
Ligue 1
Nizza -
Montpellier
Serie A
Udinese -
Crotone
Serie A
Chievo Verona -
Inter Mailand
Serie A
Lazio -
Sampdoria
Serie A
Atalanta -
FC Turin
Premier League
ZSKA Moskau -
FK Krasnodar
Primera División
Malaga -
Real Sociedad
1. HNL
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
St. Etienne -
Troyes
Premier League
Man City -
Swansea
First Division A
Brügge -
Lüttich
Primera División
Las Palmas -
Alaves
Premier League
Stoke -
Burnley (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Real Betis
Serie A
Juventus -
Neapel
Ligue 1
Bordeaux -
PSG
Superliga
Boca Juniors -
Newell's Old Boys
Serie A
CFC Genua -
Hellas Verona
Premier League
Everton -
Newcastle
Primera División
Bilbao -
Levante
Primeira Liga
FC Porto -
Setubal
J1 League
Kashima -
Kobe
Super Liga
Roter Stern -
Cukaricki
DBU Pokalen
Bröndby -
Midtjylland
Copa Libertadores
Cruzeiro -
Univ Chile
First Division A
Genk -
Brügge
Championship
Fulham -
Sunderland
Ligue 1
Montpellier -
St. Etienne
Primera División
Levante -
FC Sevilla
J1 League
Kobe -
Kawasaki
Primera División
Espanyol -
Las Palmas
Premier League
Liverpool -
Stoke
CSL
Guangzhou Evergrande -
Jiangsu
Championship
Aston Villa -
Derby County
Premier League
Huddersfield -
Everton
Primera División
Real Sociedad -
Bilbao
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Ligue 1
Lyon -
Nantes
Serie A
AS Rom -
Chievo Verona
Championship
Middlesbrough -
Millwall
Premier League
Swansea -
Chelsea
Primera División
Real Madrid -
Leganes
Primeira Liga
Benfica -
Tondela
Ligue 1
Bordeaux -
Dijon
Ligue 1
Lille -
Metz
Ligue 1
Monaco -
Amiens
Ligue 1
Strassburg -
Nizza
Ligue 1
Troyes -
Caen
Premier League
Crystal Palace -
Leicester (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Celta Vigo
Serie A
Inter Mailand -
Juventus
Premier League
Southampton -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
West Bromwich (Delayed)
Premier League
Burnley -
Brighton (Delayed)
Primera División
Getafe -
Girona
Serie A
Crotone -
Sassuolo
Premiership
Celtic -
Rangers
Eredivisie
Feyenoord -
Sparta
Ligue 1
Rennes -
Toulouse
Serie A
Sampdoria -
Cagliari
Serie A
Atalanta -
CFC Genua
Serie A
Bologna -
AC Mailand
Serie A
Hellas Verona -
SPAL
Serie A
Benevento -
Udinese
Premier League
West Ham -
Man City
Primera División
Alaves -
Atletico Madrid
Ligue 1
Angers -
Marseille
Premier League
Man United -
Arsenal
Superliga
Bröndby -
Nordsjälland
Serie A
Florenz -
Neapel
Primera División
Valencia -
Eibar
Primeira Liga
Maritimo -
FC Porto
Primera División
La Coruna -
FC Barcelona
Serie A
FC Turin -
Lazio
Ligue 1
PSG -
Guingamp
Premier League
FK Krasnodar -
Lok Moskau
Premier League
Tottenham -
Watford
Primera División
Real Betis -
Malaga
Copa Libertadores
Nacional -
Santos
J1 League
Kobe -
Tokyo

In seiner neuen alten Heimat Deutschland drängt Borussia Dortmunds Neven Subotic in die Nationalmannschaft. Es gibt aber ein ernsthaftes Problem. Das Porträt eines bewegten Lebens.

Im Sommer 1996 verschenkte Neven Subotic zum ersten Mal in seinem Leben sein Herz. Der VfB Stuttgart schickte sich an, nach Jahren der Enthaltsamkeit wieder zurück in die Spitzengruppe der Bundesliga zu drängen.

Ein magisches Jahr für den VfB, der mit seinem atemberaubend kompromisslosen Offensivspiel ganze Heerscharen neuer Fans gewinnen konnte. Unter ihnen ein achtjähriges Flüchtlingskind aus dem ehemaligen Jugoslawien. Der VfB Stuttgart war sein Verein, Krassimir Balakow sein Held.

Zwischen Rasenmäher und Streuwagen

Zwei Jahre zuvor war Celko Subotic mit seiner Frau und seinen beiden Kindern Natalie und Neven aus Banja Luka vor den Wirren des Krieges geflohen. Über Nacht abgehauen, landete die vierköpfige Familie in Schönberg bei Pforzheim. Fast mittellos in der baden-württembergischen Provinz.

Der Start war holprig. Eine adäquate Bleibe war auf die Schnelle nicht zu finden, also zogen die Subotic' in eine Wohnung in einem Sportheim ein. Der TSV aus dem Schönberger Stadtteil Schwarzenberg gewährte neben Rasenmäher und Streuwagen ein Obdach.

"Ich hatte den Fußballplatz direkt vor der Haustür", nimmt es Neven Subotic heute gelassen. Damals war der Start aber beschwerlich und der Fußball der Schlüssel in ein neues Leben.

Erst Integration, dann Abschiebung

"Neven und Natalie spielten beide bei mir in der Jugendmannschaft. Mein eigener Sohn ist nur einen Monat älter als Neven, ich habe beide von der F- bis zur D-Jugend trainiert", erinnert sich Achim Renner.

Subotic' erster Trainer klingt euphorisch, wenn er über seinen Vorzeigeschützling spricht. "Alles lief gut, bis die Familie 1999 plötzlich wieder abgeschoben werden sollte. Dabei hatten beide Eltern einen geregelten Job, die Kinder waren voll integriert, die gesamte Familie stand ein Jahr vor der Einbürgerung. Bis heute verstehe ich nicht, warum sie damals ausgewiesen werden sollten", sagt Renner, heute Präsident in Schwarzenberg.

Über Utah und Florida nach Mainz

Die Familie packte wieder alle Sachen und wanderte in die USA aus. Zuerst nach Utah, später weiter nach Florida. Aus dem Jungen wird ein Jugendlicher, Subotic entwickelt sich beim Kicken in den Parks in Florida weiter und tritt der University of South Carolina bei.

Ein ausgeklügeltes Scoutingsystem wie in Deutschland gibt es in den USA nicht, bisweilen ist im Jugendbereich noch nicht mal ein geregelter Spielbetrieb möglich. Umso erstaunlicher, dass dann tatsächlich ein Schreiben des Verbands ins Haus flatterte, das Neven in die Junioren-Nationalmannschaft einlud.

Am 15. Dezember 2005, fünf Tage nach seinem 17. Geburtstag, gab er sein Debüt für "sein" Land, mittlerweile hatte die gesamte Familie die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen.

Doch schon damals dachte er an Deutschland, seine Heimat, wie er immer wieder betont. Subotic setzte alles auf eine Karte und ging alleine zurück nach Deutschland. Die Familie ließ er in Florida zurück.

Dortmund statt Hoffenheim

"Ich bin ein sehr ambitionierter Typ, der Herausforderungen sucht. Damals bin ich alleine aus den USA zum Probetraining nach Mainz gekommen, wo ich niemanden kannte. Das habe ich auch geschafft", so Subotic.

Beim FSV Mainz absolvierte er ein Probetraining und durfte in der A-Jugend des Vereins mitspielen. Und plötzlich ging alles ganz schnell. Bundesliga-Debüt im Mai 2007, beim 2:5 von Mainz in München. Dann nach der Verletzung des etatmäßigen Innenverteidigers Bo Svensson 33 Spiele in der 2. Liga.

Subotic sorgte für Aufsehen und hatte ein tolles Angebot des aufstrebenden Bundesligaaufsteigers 1899 Hoffenheim vorliegen.

Der Deal schien klar - bis Jürgen Klopp ihn zum ersten Mal bittet, über einen Wechsel nach Dortmund nachzudenken. Fünf Wochen später gab Subotic Hoffenheim einen Korb und folgte seinem Mentor Klopp für 4,8 Millionen Euro Ablöse nach Dortmund. Subotic ist somit der teuerste Zweitligaspieler aller Zeiten.

DFB denkt über Subotic nach

In Hoffenheim sind sie nicht gut zu sprechen auf Subotic und dessen Berater, der Trainer Ralf Rangnick angeblich lapidar per SMS absagte.

Für Subotic scheint es aber genau die richtige Entscheidung gewesen zu sein. Nach nur drei Spieltagen zählt er schon zu den ersten Gewinnern der noch jungen Saison. Klopp setzt mit ihm und dem ebenfalls erst 19-jährigen Mats Hummels auf eine Kinderbande in der Innenverteidigung.

"Ich habe noch nie einen Spieler gesehen, der in seinem Alter schon so weit ist", hat Kloppo mal über Subotic gesagt. Technisch stark und mit großer Spielintelligenz, dazu noch mit einer erstaunlichen Abgeklärtheit in seinem Spiel. In 36 Einsätzen im Profifußball kam Subotic als Innenverteidiger bisher mit läppischen drei Gelben Karten aus, nur alle 72 Minuten begeht er ein Foulspiel.

Auch Joachim Löw, der seinen Abwehrspielern einst die gute alte deutsche Grätsche quasi verbot, wurde hellhörig. "Wir haben uns beim DFB schon nach dem ersten Spieltag über ihn unterhalten. Er hat einen sehr interessanten Eindruck gemacht."

Brisante Rechtslage

Im Klartext heißt das: Der Deutsche Fußball Bund will sich um Neven Subotic bemühen. Auch BVB-Manager Michael Zorc bestätigt: "Ich stehe wegen Neven schon seit längerem mit Matthias Sammer in Kontakt. Wir haben für Subotic den deutschen Pass beantragt!"

Das Märchen scheint Konturen anzunehmen. Die Statuten der FIFA aber kennen keine Märchen. Momentan scheint es entgegen der allgemeinen Wahrnehmung schlicht unmöglich, Neven Subotic einmal im Trikot mit dem Adler zu sehen.

Artikel 18 der "Spielberechtigung für Verbandsmannschaften" nämlich besagt: "Das Wechselrecht kann nur beansprucht werden, wenn der Spieler noch in keinem A-Länderspiel seines heutigen Verbands eingesetzt wurde (Voll- oder Teileinsatz) und er zum Zeitpunkt des ersten Voll- oder Teileinsatzes in einem Länderspiel in einem offiziellen Wettbewerb seines bisherigen Verbands bereits im Besitz der Staatsbürgerschaft des Verbands war, für dessen Auswahlmannschaften er die Spielberechtigung erlangen will."

Kurz gesagt: Als Subotic bei der U-17-WM für die USA auflief - und die FIFA wertet offenbar auch offizielle Jugendnationalmannschaftswettbewerbe - hätte er bereits im Besitz eines deutschen Passes sein oder zumindest das Anrecht darauf haben müssen.

John Terry als Vorbild

Andererseits muss es noch ein juristisches Hintertürchen geben, wenn sich der DFB schon so offiziell und öffentlich um den 19-Jährigen bemüht.

Neven Subotic bleibt in diesen aufregenden Tagen erstaunlich gelassen und verspricht noch mehr: "Es ist für mich bislang traumhaft gelaufen. Ich kann aber noch viel mehr, als ich bisher gezeigt habe."

Seine Zukunft hat er im Kopf. Er kann wählen, für welches Land er spielen möchte. Verraten will er aber noch nichts. Nur so viel: Krassimir Balakow wurde mittlerweile in Subotic' Rangliste abgelöst.

John Terry ist derjenige, zu dem er aufschaut. "Hart und kompromisslos, aber stets fair. Genau so ein Typ will ich sein."

Hier geht es zum Kader von Borussia Dortmund

Werbung
Werbung
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com
Werbung
Werbung