Sonntag, 20.07.2008

Bundesliga

Strigel sieht Schiedsrichter für Saison gewappnet

Frankfurt/Main - 40 der 42 Bundesliga- und Zweitliga-Schiedsrichter haben den Leistungstest beim Sommerlehrgang des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit Bravour bestanden und gehen gut vorbereitet in die neue Saison.

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© Getty

"Sie haben den Test locker geschafft und sind fit", sagte DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel. Lediglich Zweitliga-Referee Christian Schößling (Leipzig) und Bundesliga-Aufsteiger Deniz Aytekin (Oberasbach) mussten den Lehrgang in Kamen-Kaiserau wegen Verletzungen abbrechen.

Aytekin zog sich im Sprint einen Muskelriss im Oberschenkel zu und muss seine Bundesliga-Premiere um mehrere Wochen verschieben. "Er könnte zwei Monate ausfallen. Das ist natürlich bedauerlich", erklärte Strigel. Neben Aytekin wird künftig auch Guido Winkmann (Kerken) in der Bundesliga zum Einsatz kommen, so dass sich die Zahl der Unparteiischen in der höchsten deutschen Spielklasse von 18 auf 20 erhöht.

Lob für Steinhaus

In ihr zweites Zweitliga-Jahr geht Bibiana Steinhaus, die ihre Premiere als erste Frau im Profi-Fußball glänzend bestanden hat. "Sie hat die Saison mit sechs Spielen gut über die Bühne gebracht", lobte Volker Roth, Vorsitzender des DFB-Schiedsrichterausschusses.

Strigel sieht Steinhaus sogar auf einem guten Weg in Richtung Bundesliga. "Wenn sie sich so weiterentwickelt, ist ihr zuzutrauen, dass sie eines Tages in der Bundesliga pfeift. Der Grundstein ist auf jeden Fall gelegt. Sie muss sich jetzt festigen und in der Zweitliga-Spitze etablieren", sagte Strigel.

Strigel schwört Schiris ein

Zum Abschluss des dreitägigen Treffens schwor Lehrwart Strigel die Schiedsrichter bei Videoschulungen auf eine einheitliche Regelauslegung ein. Schwerpunkte waren die Bewertung von Fouls, Ellbogenchecks, Halten im Strafraum, Handspielen und Abseitssituationen. "Wir wollen eine möglichst einheitliche Linie erreichen und hoffen, dass wir diesem Ziel in der neuen Saison noch näher kommen", betonte Strigel.

Vorschusslorbeer hatten die Referees am Freitagnachmittag von Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß erhalten. "Wir können mit unseren Schiedsrichtern in Deutschland sehr zufrieden sein. Auf den Bundesliga-Plätzen herrscht mittlerweile ein guter Umgangston zwischen Spielern, Vereinsverantwortlichen und Schiedsrichtern. Ich empfinde es auch als positiv, dass wieder mehr miteinander kommuniziert wird", lobte Hoeneß.

Kein Profi-Schiedsrichter

Bewährt habe sich seiner Meinung nach die Einführung des vierten Offiziellen in der Bundesliga. "Den könnte ich mir auch für Spiele der 2. Bundesliga vorstellen ­ und das sollte dann auch nicht am Geld scheitern", meinte Hoeneß.

Eine Absage erteilte er in der einstündigen Diskussion hingegen Bestrebungen nach der Einführung eines Profi-Schiedsrichters: "Soll der dann etwa 10 bis 15 Jahre aus seinem Beruf draußen sein und danach wieder zurückkehren? Nein, das jetzige System ist gut so", erklärte Hoeneß.


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