Ein Wandervogel nimmt Abschied

HSV löst Vertrag mit Argentinier Sorin auf

SID
Dienstag, 15.07.2008 | 13:29 Uhr
Bundesliga, Fussball, Sorin, HSV
© DPA
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Hamburg - Für die einen war er ein Hoffnungsträger im Wartestand, für die anderen ein Riesen-Missverständnis: Der Hamburger SV hat das Kapitel Juan Pablo Sorin beendet.

Aus dem Trainingslager im österreichischen Längenfeld teilte der Bundesligist mit, dass sich Sportchef Dietmar Beiersdorfer und der Profi auf eine Auflösung des bis 30. Juni 2009 gültigen Vertrages geeinigt haben.

Dem Vernehmen nach wird dem ehemaligen Kapitän der argentinischen Nationalmannschaft der Abschied mit rund einer Million Euro versüßt.

Nur 24 Einsätze für den HSV

Sorins Bilanz im HSV-Trikot fällt äußerst dürftig aus. Im August 2006 wurde der verletzungsanfällige Spieler für 2,5 Millionen Euro vom spanischen Erstligisten FC Villarreal verpflichtet und stieg mit einem geschätzten Jahressalär von 2,7 Millionen Euro zum Topverdiener unter den HSV-Akteuren auf.

Ein wirkliche Gegenleistung brachte das langmähnige Kraftpaket aber nicht. Im ersten Jahr kam er noch auf 19 Einsätze, im zweiten Jahr sogar lediglich auf fünf mit einer Gesamtspielzeit von nur 119 Minuten.

Der verletzungsanfällige Wandervogel

Dafür war der 76-malige Nationalspieler Dauergast in Arztpraxen. Diverse Muskelfaserrisse und vor allem permanente Kniebeschwerden ließen ihn mehr lahmen statt laufen.

"Es ist eine Katastrophe", beschrieb der Unglücksrabe seine Situation und verabschiedete sich zumeist gen Spanien und Argentinien zur medizinischen Pflege. Elf Vereinswechsel seit 1995 haben Sorin zum Wandervogel im Fußballgeschäft gemacht.

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Er spielte für den FC Villarreal, Paris St. Germain, den FC Barcelona, Lazio Rom, Cruzeiro Belo Horizonte, River Plate Buenos Aires, Juventus Turin und Argentinos Juniors. Lange hat es ihn nirgendwo gehalten. Der HSV setzte dennoch auf ihn.

Teures Missverständnis

Eine Zeitung errechnete, dass das "Missverständnis Sorin" den HSV monatlich 300.000 Euro kostete. Gar so dramatisch kam es aber nicht. Wie im Profi-Fußball üblich, übernimmt die Verwaltungsgenossenschaft nach sechs Wochen Krankheit die Bezahlung der Spieler.

Maximal 5786,66 Euro wurden von ihr seit September 2007 pro Monat an den Argentinier überwiesen.

Wenn er denn spielte für die Hanseaten, war Sorin ein Gewinn. Mit seiner Dynamik, seiner Power riss der Defensiv-Akteur auf der linken Außenbahn andere mit und sorgte für eine Belebung des Angriffsspiels.

Doch kaum schien er die Rolle des Hoffnungsträgers ausfüllen zu können, musste er wieder verletzt vom Platz. "Er hat zu wenig gespielt", lautete denn auch das Fazit von Sportchef Beiersdorfer. Irgendwie war alles nur ein großes Missverständnis.

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