Rensing: Bayerns Nummer 1 auf dem Prüfstand

Auf den Spuren von Casillas?

Von Florian Bogner
Donnerstag, 03.07.2008 | 12:35 Uhr
© Getty
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München - Es muss Michael Rensing runtergegangen sein wie Öl, was Jürgen Klinsmann da bei seiner Antritts-PK beim FC Bayern München am Mittwochnachmittag von sich gab.

"Er ist die ganz klare Nummer 1", sagte der neue Trainer über ihn. "Er hat großes Potential, wir wollen ihn weiter aufbauen und fördern. Er bekommt die Rückendeckung und Zeit, um international ein herausragender Torhüter zu werden." Ein klares Statement vom neuen Chef - trotz der Verpflichtung von Hans-Jörg Butt.

Beim ersten Training am Montag bekam man schon ein Gespür dafür, welchen Ehrgeiz Rensing in sich trägt. Er will die Rolle als Kahn-Nachfolger unbedingt mit Note 1 erfüllen, hängt sich von der ersten Minute voll rein.

Die Haare sind kürzer als letzte Saison, die Rufe an die Mitspieler lauter. Rensing dirigiert, lenkt, kommandiert. Der 24-Jährige weiß, was auf ihn zukommt. Darauf hat er seit acht Jahren hingearbeitet. Als 16-Jähriger ging er aus der Heimat fort, wechselte vom TuS Lingen in die Jugendabteilung des deutschen Rekordmeisters. Die ganze Zeit ein Ziel vor Augen: Oliver Kahn beerben.

Kahn: Schalke als Vorbild

"Michael hat gezeigt, dass er das Talent dazu hat, die Nummer eins zu werden", sagte Kahn am Mittwoch auf einer Werbeveranstaltung in Augsburg.

Das große Problem: Rensing muss erst beweisen, dass er mit dem Druck der Nummer 1 auf dem Rücken zurecht kommt. "Bei so einem jungen Mann wird es Phasen geben, in denen Probleme auftauchen", prophezeit Kahn, und fordert, Rensing Zeit zu geben.

Schalke sei dafür ein gutes Beispiel. "Schalke hat es mit Manuel Neuer sehr gut gemacht. Als er eine schlechte Phase hatte, haben sie gesagt: 'Er befindet sich in der Ausbildung, deswegen gibt es für uns keinen Grund, an ihm zu zweifeln'. Diese Einstellung muss auch der FC Bayern haben."

"Casillas ist ein wunderbares Beispiel"

Der Titan hatte noch einen weiteren Vergleich parat. Keinen schlechten, immerhin nennt er den amtierenden Europameister.

"Iker Casillas ist ein wunderbares Beispiel. Als der mit 20 Jahren angefangen hat, hieß es immer, wenn wir gegen Madrid gespielt haben: 'Was für ein Fliegenfänger, der kann gar nichts!' Dann hat der Junge sich fantastisch weiterentwickelt", sagte Kahn.

Mittlerweile gehört Casillas zu den besten Torhütern der Welt. "Da sieht man, was es ausmacht, wenn man auf einen jungen Mann setzt und mit ihm zusammen auch mal Durststrecken durchsteht", meinte der 39-Jährige.

Rensing will eine Ära

Rensing selbst wird alles dafür tun, die Kritiker zum Schweigen zu bringen. Er ist selbstbewusst. "Ich habe immer gute Leistungen gebracht, immer gezeigt, dass Verlass auf mich ist", sagte er der Münchner "tz".

Klinsmanns Vertrauen sei nur eine Bestätigung seiner "sehr guten Leistungen", auch sein Standing in der Mannschaft sei bereits hervorragend. "Meine Zeit wird kommen - ich hoffe mit einer Ära, die ebenfalls viele Jahre andauert", meinte er mit Blick auf Kahn.

Und irgendwann Nationalmannschaft? "Wenn man Stammtorhüter beim FC Bayern ist, dann wird das Thema zwangsläufig kommen. Jetzt konzentriere ich mich aber erst einmal auf den FC Bayern", sagte der 24-Jährige am Donnerstag.

Butt soll Rensing den Rücken stärken

Mit Hans-Jörg Butt hat er nun einen erfahrenen Mann im Rücken, der zwar nicht unbedingt mit den Hufen scharrt, aber auch nicht klein bei geben wird.

"ARD.de" sagte der 34-Jährige bereits, er sehe "das auch gar nicht so, mit der Nummer eins und der Nummer zwei". Immerhin spielt der FC Bayern in drei Wettbewerben, da wird man Rensing auch mal eine Pause gönnen.

Am Donnerstag meinte er jedoch altersmilde: "Ich habe mehr als 300 Bundesliga-Spiele. Ich brauche jetzt nicht mehr meine persönliche Spielstatistik zu erweitern, um glücklich zu werden."

Klinsmann sieht das diplomatisch: "Hans-Jörg Butt soll ihm den Rücken stärken. Er ist topfit und kann jederzeit seinen Mann stehen, sollte irgendetwas mit Michael passieren."

Für Rensing erstmal kein Problem. "Ich bin ab jetzt die Nummer 1 - Punkt", stellt er klar. Und das soll auch so bleiben.

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