Die Affäre Obasi

Von Haruka Gruber
Sonntag, 13.07.2008 | 11:55 Uhr
Obasi
© Imago
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München - Die kurze Episode passte einfach zu gut in das Bild, das die Medien seit Jahren von John Shittu zeichnen.

Ein moderner Sklavenhändler sei er. Einer, der in seiner Funktion als Spielerberater Jugendliche aus seinem Heimatland Nigeria nach Europa verschifft, um schnell Euro, Pfund oder Krone abzustauben.

Und daher war es nicht weiter verwunderlich, was ihm vor zweieinhalb Jahren widerfuhr. Shittu reiste mit dem Flieger nach Oslo - und wurde beim Auschecken vom Zoll festgehalten. Statt der erlaubten 1500 hatte er 39.000 US-Dollar im Gepäck.

Schnell war von Schmuggel, Schmiergeldern und schwarzen Konten die Rede - dabei, so Shittu, habe er keine dunklen Absichten verfolgt, "ich wollte doch nur meine Klienten von Lyn Oslo besuchen". Und die hießen damals John Obi Mikel, Ezekiel Bala, Emmanuel Seriki und Chinedu Ogbuke Obasi.

Jener Obasi, der mit seinen drei Landsleuten von Shittu kurz zuvor im Paket aus Afrika nach Norwegen vermittelt - oder wie Kritiker unken verhökert - wurde. Jener Obasi, der im letzten Sommer für sechs Millionen Euro nach Hoffenheim wechselte, zwölf Tore zum Bundesliga-Aufstieg beisteuerte - und zum Start der Vorbereitung für Unruhe sorgt, weil er statt bei der Saisonvorbereitung in Hoffenheim beim Trainingscamp der nigerianischen Olympiaauswahl in Abuja weilt.

Baldige Rückkehr

"Wir erwarten ihn am Wochenende wieder bei uns. Und dann werden wir uns in Ruhe unterhalten, was in den letzten zweieinhalb Wochen passiert ist", so 1899-Trainer Ralf Rangnick zu SPOX.com.

Manager Jan Schindelmeiser zeigt sich nun allerdings kompromissbereit: "Wir sind keine Unmenschen. Chinedu soll uns in einer angstfreien Atmosphäre seine Gedanken und Vorstellungen darlegen. An einem Spieler, der einer verpassten Chance nachtrauert, haben wir auch keine Freude." Dennoch bleibt die Affäre Obasi nebulös und zwielichtig.

Beschwerde bei der FIFA

Begonnen hatte sie am 30. Juni, als der 22-Jährige unentschuldigt dem Trainingsauftakt fernblieb. Zunächst war von bürokratischen Problemen die Rede, bis herauskam, dass sich Obasi in seiner Heimat bei Nigerias Olympiateam aufhält. Der Grund dafür ist jedoch undurchsichtig.

Einerseits legte Hoffenheim bei der FIFA bereits zum zweiten Mal Beschwerde gegen den nigerianischen Verband ein, weil dieser gegen die Statuten des Weltverbandes verstoßen und nur unzureichend mit 1899 kommunizieren würde.

Andererseits liegt die Ursache für Obasis Fernbleiben offenbar auch bei ihm selbst. "Ich habe das Gefühl, dass zwei Herzen in Edus Brust schlagen. Deshalb möchten wir, dass er zurückkommt, um in einem persönlichen Gespräch zu erfahren, wie groß sein Wunsch ist, in Peking dabei zu sein", sagt Schindelmeiser.

Premier League, das gelobte Land

Aber geht es nur um die Vaterlandsliebe Obasis? Oder hat sein unerwartetes Verschwinden einen finanziellen Hintergrund, so wie der "Kicker" spekuliert? Denn sollte Obasi auf die Olympischen Spiele verzichten, könnte er aus der A-Nationalmannschaft fliegen. Regelmäßige Länderspiel-Einsätze sind jedoch eine Voraussetzung, um in England - der von Obasi und seinem Berater Shittu angeblich bevorzugten Liga - eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten.

Eine der Schlüsselrollen im Freigabe-Wirrwarr: John Shittu. Der so umtriebige Agent reiste bereits Anfang Juli nach Nigeria und war lange Zeit die einzige Verbindung zwischen Hoffenheim und Obasi. Doch das Vertrauen von 1899 in Shittu scheint nicht mehr allzu groß zu sein. Zuletzt sandte der Verein einen eigenen Vertreter nach Abuja, um nach dem Rechten zu sehen.

"Ich habe keinen Grund, etwas an Herrn Schittu zu beanstanden", sagt Rangnick, fügt aber auch an: "Wenn ich etwas zu kritisieren hätte, würde ich es nicht öffentlich machen."

Schlangenzunge Shittu?

Ein merklich kühlerer Ton als noch Ende letzten Jahres, als Rangnick im SPOX.com-Gespräch erzählte:  "Bevor Edu zu uns kam, haben wir John Shittu nach Hoffenheim eingeladen. Dieser Einladung ist er schnell gefolgt und war eineinhalb Tage bei uns. Er hat einen äußerst seriösen Eindruck gemacht und sich alles angeschaut. Er war sehr wissbegierig und hat viele Fragen ins Detail gestellt. Man hat gemerkt, dass ihm das Wohl seines Schützlings sehr wichtig ist."

Zumal Shittu einen Ruf hätte, der ihm nicht gerecht werden würde. "Wenn es ihm nur um Profit gehen würde, wäre Edu sehr wahrscheinlich nicht zu uns gewechselt. Ich kann nur bekräftigen: Unsere Zusammenarbeit verlief sehr professionell. Das sieht man doch alleine daran, dass wir vier Monate lang verhandelt haben und nichts durchgesickert ist", so Rangnick damals.

Parallelen zu Mikel

Mit der Ruhe ist es jedoch vorbei. Wie so oft, wenn es um Shittus Klienten geht. John Obi Mikels 25-Millionen-Euro-Wechsel von Oslo zum FC Chelsea ging zum Beispiel einher mit einem beispiellosen Hickhack inklusive Morddrohungen, einer angeblichen Entführung und Auto-Verfolgungsjagden  Der vermeintliche Mastermind hinter der Posse: John Shittu.

Obasi bekam die Turbulenzen um seinen besten Freund hautnah mit, stand Mikel während des Durcheinanders im Sommer 2006 für einige Wochen bei. Mittlerweile ist er selbst der Hauptprotagonist in einer wenig appetitlichen Schlammschlacht. Für Hoffenheim aber dennoch kein Grund, ihn zu verkaufen - zumindest nicht kurz- und mittelfristig.

Ein kleines Hintertürchen gibt es jedoch, wie Rangnick bereits vor einiger Zeit erklärte: "Wir verschwenden keinen Gedanken an einen Transfer. Aber wenn der Zeitpunkt irgendwann doch kommen sollte, müsste der Interessant mehr, sehr viel mehr bieten als das, was wir Oslo überwiesen haben."

Spätestens dann wird Shittu wieder als Vielflieger gefragt sein.

Übrigens: Seit dem 15. Juni 2007 darf jede Person, die über die Außengrenze in die EU ein- oder aus der EU ausreist, nur 10.000 Euro in bar mitführen. Nur so zur Info, Herr Shittu.

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