Thomas Schaaf exklusiv, Teil 2

"Allofs und Schaaf: Das steht für sich"

Von Interview: Florian Bogner
Montag, 14.07.2008 | 10:28 Uhr
Schaaf, Allofs, Bremen, Werder, Bundesliga
© Getty
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München - Im zweiten Teil des SPOX-Interviews spricht Thomas Schaaf über den Fußball bei der EM, Sorgenkind Carlos Alberto und Manager Klaus Allofs.

SPOX: Wie war Ihr Urlaub?

Thomas Schaaf: Zu kurz, wie immer.

SPOX: Kann man weit weg in Australien auch einen Tag verbringen, ohne an Fußball zu denken?

Schaaf: Ob Australien oder woanders, im Urlaub hat man sicherlich auch andere Sachen im Kopf außer Fußball. Aber insgeheim beschäftigt der mich immer.

SPOX: Man konnte lesen, Sie seien immer um vier Uhr nachts aufgestanden, um die EM-Spiele verfolgen zu können.

Schaaf: Eine tolle Story, die lassen wir so stehen.

SPOX: Welche Spielweise bei der EM hat dem Trainer Thomas Schaaf imponiert und warum?

Schaaf: Wir haben doch alle gemerkt, dass uns die Spiele von Holland, Portugal und Spanien begeistert haben. Es war ein flotter Stil, er war temporeich und es ging immer schnell in die Spitze. Umso überraschender, dass Portugal und Holland so früh ausgeschieden sind.

SPOX: Ist ein System mit nur einer Spitze, wie es oft bei der EM praktiziert wurde, auch eine Option für Ihr Team?

Schaaf: Man kann das nicht ausschließen, aber das ist nicht unsere Grundausrichtung. Die geht eher in Richtung zwei Stürmer.

SPOX: Seit der Ära Klinsmann wird viel über modernes Spiel, vertikale Pässe und schnelles Umschalten gesprochen. Quasi über all das, was Sie in Bremen schon Jahre vorher gespielt haben.

Schaaf: Ich glaube, es ist wichtig, dass man erkennt, dass Offensivfußball ein interessanter Fußball ist. Wenn jetzt bemerkt wird, dass wir auch so spielen, ist das doch schön.

SPOX: Sind Sie eigentlich noch "Bootschafter" der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger?

Schaaf: Selbstverständlich.

SPOX: Die Rettung - in Anführungszeichen - von Carlos Alberto steht noch aus.

Schaaf: Die DGzRS ist eine Institution, die couragiert anderen hilft und fantastische Arbeit leistet, hat aber wirklich nichts mit Carlos Alberto zu tun. Wir wissen, dass Carlos Alberto ein fantastischer Fußballer ist, der leider bei uns nicht in der Lage war, die Dinge so abzurufen, wie er sich das wünscht und wir uns das wünschen. Deswegen haben wir erstmal einen anderen Weg gewählt, hoffen aber, dass wir noch zu einer Zusammenarbeit kommen, mit der alle dann zufrieden sind.

SPOX: Wann rechnen Sie mit seiner Rückkehr?

Schaaf: Der momentane Stand ist, dass er nach seiner Ausleihe im nächsten Sommer wieder zu uns kommt.

SPOX: Wie wichtig war es für Sie persönlich, dass Klaus Allofs seinen Vertrag verlängert hat?

Schaaf: Das war sehr wichtig für mich, weil Klaus Allofs ein hervorragender Partner ist.

SPOX: Ganz banal gefragt: Wofür steht das Duo Allofs/Schaaf?

Schaaf: Für Allofs und Schaaf. Das steht für sich.

SPOX: Stimmen Sie mir zu, wenn ich sage, dass Bremen medial gesehen eine Oase ist?

Schaaf: Hier wird genau beobachtet, was geschieht - machen Sie sich da keine Illusionen. In der heutigen Zeit, in der Sie innerhalb von wenigen Sekunden alles über das Internet in die Welt bringen können, ist auch Bremen mit auf der Landkarte. Was die Masse an Berichterstattern angeht, da gebe ich Ihnen Recht, können wir uns mit anderen Medienstandorten in Deutschland nicht vergleichen. Da gibt es hier nicht so viel Rummel wie in anderen Städten.

SPOX: Nach 36 Jahren im Verein - gilt da für Sie lebenslang grün-weiß oder könnten Sie sich auch vorstellen, in ferner Zukunft noch mal woanders zu arbeiten?

Schaaf: Diese Frage ist langweilig.

SPOX: Weil?

Schaaf: Zu oft gestellt, die hat einen langen Bart. Natürlich fühle ich mich hier wohl, es ist alles wunderbar, es hat immer alles gepasst und kann noch viele Jahre passen. Aber in diesem Beruf ist eines klar: Es kann auch mal zu Ende sein und man muss woanders hingehen. Das werde ich dann tun.

Hier geht's zum ersten Teil des Interviews mit Thomas Schaaf

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