Kurswechsel in Dortmund

Borussia-Bubis statt Opa-Abwehr

Von Daniel Börlein / Florian Regelmann / Jochen Tittmar
Sonntag, 27.07.2008 | 17:33 Uhr
Hummels, Subotic
© Imago
Advertisement
Boxen
So03:00
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Premier League
So17:00
Kracher am Sonntag: Liverpool-Arsenal
Copa do Brasil
Live
Flamengo -
Botafogo
Copa do Brasil
Live
Cruzeiro -
Gremio
Copa Sudamericana
Live
Nacional -
Estudiantes
UEFA Europa League
Fenerbahce -
Skopje
Primera División
Real Sociedad -
Villarreal
Ligue 1
PSG -
St. Etienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
Primera División
Real Betis -
Celta Vigo
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Primera División
Levante -
La Coruna
Primera División
Girona -
Malaga
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Premier League
Newcastle -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Watford -
Brighton
Premier League
Crystal Palace -
Swansea (DELAYED)
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Eredivisie
Venlo -
Ajax
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Superliga
Nordsjälland -
Kopenhagen
Primera División
Espanyol -
Leganes
Primera División
Eibar -
Bilbao
Premier League
Zenit -
Rostow
Super Liga
Roter Stern -
Partizan
Premier League
Tottenham -
Burnley
Primera División
Getafe -
Sevilla
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Serie A
Palmeiras -
Sao Paulo
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia
Premier League
West Brom -
Stoke
WC Qualification South America
Venezuela -
Kolumbien
WC Qualification South America
Chile -
Paraguay
WC Qualification South America
Uruguay -
Argentinien
WC Qualification South America
Brasilien -
Ecuador
WC Qualification South America
Peru -
Bolivien
WC Qualification Europe
Dänemark -
Polen
WC Qualification Europe
Slowakei -
Slowenien
WC Qualification Europe
Tschechien -
Deutschland
WC Qualification Europe
Georgien -
Irland
WC Qualification Europe
Serbien -
Moldawien
WC Qualification Europe
Isreal -
Mazedonien
WC Qualification Europe
Spanien -
Italien
Serie B
Empoli -
Bari
WC Qualification Europe
Färöer Inseln -
Andorra
WC Qualification Europe
Weißrussland -
Schweden
WC Qualification Europe
Estland -
Zypern
WC Qualification Europe
Lettland -
Schweiz
WC Qualification Europe
Griechenland -
Belgien
WC Qualification South America
Bolivien -
Chile
WC Qualification South America
Kolumbien -
Brasilien
WC Qualification South America
Ecuador -
Peru
WC Qualification South America
Paraguay -
Uruguay
WC Qualification South America
Argentina -
Venezuela

München - Man stelle sich das Ganze mal wie bei "Deutschland sucht den Superstar" vor.

Da kommt einer dieser Kandidaten zum Casting. Schon bei den ersten Tönen merkt man allerdings, dass der Typ nun überhaupt nicht singen kann und damit die Grundvoraussetzung dieser Show schlichtweg nicht erfüllt.

Während seiner bescheidenen Gesangseinlage stellt sich jedoch heraus, dass der junge Mann immerhin ganz gut tanzen kann. Und Dieter Bohlen nimmt ihn deshalb schließlich mit in die nächste Runde.

Trendwende vollzogen

So muss das wohl gelaufen sein, bei der Verpflichtung von Felipe Santana. Zumindest so in etwa. Denn just in der Partie, in der der 22-Jährige von Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc beobachtet wurde, kassierte Santanas Team fünf Gegentreffer. Der Innenverteidiger hatte die Grundvoraussetzung für einen Abwehrspieler also schlichtweg nicht erfüllt.

Zorc verpflichtete den Brasilianer trotzdem. Auch, weil Santana in eben jener Begegnung zwei Tore erzielte und "wir ihn in den letzten Wochen und Monaten schon unter die Lupe genommen haben", so Zorc.

Vor allem aber, weil Dortmund eine Trendwende vollziehen wollte. Weg von Robert Kovac und Christian Wörns, die ihren Zenit längst überschritten hatten, hin zu jungen, talentierten Hoffnungsträgern, die ihre Zukunft noch vor sich haben.

Schlechteste Abwehr der Liga

Wer will der Borussia diesen Kurswechsel auch verdenken? Kovac und Wörns bildeten in der vergangenen Saison in sieben Pflichtspielen das Innenverteidiger-Pärchen und kassierten dabei 16 Gegentreffer. Einen Sieg gab es mit beiden lediglich in der ersten Pokalrunde gegen Regionalligist Magdeburg.

Kein Zufall wohl auch, dass die Borussia im letzten Jahr mit 62 Gegentoren die schlechteste Abwehr der Liga stellte und in allen 34 Partien immer entweder Kovac oder Wörns in der Startformation standen.

"Das richtige Modell"

Nun also eine neue Philosophie: Die "Opa-Abwehr" hat ausgedient, die Borussia-Bubis sollen es richten. "Das ist für uns genau der richtige Weg", hat Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erkannt. "Dieses Modell wird von den Fans angenommen und von der nötigen Geduld begleitet werden."

Neben Santana wurde dafür auch der 19-jährige Neven Subotic vom FSV Mainz verpflichtet. Diese beiden sollen zusammen mit dem ebenfalls erst 19-jährigen Mats Hummels, der schon im Winter vom FC Bayern geholt wurde, die Stützen des neuen Dortmunder Modells werden.

"Ich habe keine Bauchschmerzen, mit zwei 19-Jährigen im Abwehrzentrum zu spielen", sagt Trainer Jürgen Klopp. Im Supercup gegen Bayern rechtfertigte das Duo das Vertrauen.

Klopp stellt gegenüber SPOX allerdings auch klar, dass Oldie Kovac längst nicht abgeschrieben ist, schließlich "hat Robert bei der EM einen richtig guten Eindruck gemacht."

Letztlich gehe es darum, wer sich bis zum Saisonstart am besten präsentiert, "dann werde ich eine Auswahl treffen", so Klopp, der seinen vier Kandidaten derzeit klarzumachen versucht, "was ich auf dieser Position erwarte".

Welchen Dortmunder Verteidiger soll ich in mein Team holen? Jetzt im SPOX-Spieler-Rating checken

Subotic wohl gesetzt

Subotic weiß das bereits aus der gemeinsamen Zeit in Mainz und gilt nicht zuletzt deshalb als gesetzt. "Neven ist richtig gut", sagt Klopp über den US-Junioren-Nationalspieler, den er für vier Millionen vom Mainzer Bruchweg mit zur Borussia gebracht hat. Und: "Er ist sicherlich kein Blinder."

Vielmehr ist Subotic ein Paradebeispiel dafür, wie sich Klopp einen Innenverteidiger vorstellt. Der gebürtige Bosnier ist kopfballstark, schnell, durchaus torgefährlich, unheimlich robust im Zweikampf und kommt dabei fast ohne Fouls aus. In 33 Spielen für Mainz kassierte er nur zwei Gelbe Karten.

Lediglich im Spielaufbau muss Subotic sich noch steigern, um Klopps Anforderungen gerecht zu werden. "Es kommt nicht jeder Ball an", sagt Klopp, "aber wichtig ist, dass er es immer wieder versucht."

Kovac als Notnagel

Im Kampf um den Platz neben Subotic, scheint derzeit Bayern-Leihgabe Hummels die Nase vorn zu haben. "Die beiden verstehen sich gut und passen zueinander", erklärt Klopp.

Santana hingegen testete der BVB-Coach bereits als Rechtsverteidiger und befand: "Über einen langen Zeitraum sah das ganz ordentlich aus."

Und was wird mit Kovac? "Ich werde nicht zu Robert hingehen und sagen: 'Pass auf, du spielst zwar nicht, aber Subotic und Hummels können ganz viel von dir lernen'", sagt Klopp auf die Frage, ob der 34-Jährige die Jungen mit seiner Routine führen soll.

Für den Kroaten ist wohl nur noch Platz, wenn sich einer der Youngster eine längere Schwächephase erlaubt oder verletzt ausfällt.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung