Freitag, 20.06.2008

Treffen mit Hoeneß und Rummenigge

Wechselt Gomez heute zum FCB?

München - Horst Heldt versucht den Wirbel so klein wie möglich zu halten. "Es handelt sich lediglich um ein Informationsgespräch, in dem uns die Bayern ihre Vorstellungen unterbreiten", sagt der Manager des VfB Stuttgart.

gomez, rummenigge
© Imago

Ein Informationsgespräch also. Man kann es aber auch als erstes offizielles Gespräch zwischen den Schwaben und dem FC Bayern über einen Transfer von Nationalspieler Mario Gomez bezeichnen.

So will die "Bild"-Zeitung erfahren haben, dass die Stuttgarter bereits eine Idee davon haben, wie hoch die Ablöse für ihren besten Torjäger sein soll: Wenn die Bayern mehr als 30 Millionen Euro bieten, bekommt Gomez die Freigabe.

Wie VfB-Aufsichtsratschef Dieter Hundt bestätigte, wird sich Heldt im Laufe des Freitags mit Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und Manager Uli Hoeneß treffen, wobei Heldt dementierte, dass das Meeting in München stattfindet.

"Wenn er weg will..."

Dass es nun so schnell zu einem Treffen kommt, überrascht nach den jüngsten Äußerungen aller Beteiligten - und kann als Indiz dafür gelten, dass beide Seiten bei der brisanten Personalie möglichst schnell klare Fronten schaffen wollen.

Stuttgarts Trainer Armin Veh: "Ich gehe immer noch davon aus, dass Mario noch ein Jahr bei uns spielt. Aber wenn er weg will, sollte man sich schnell einigen, damit wir noch Zeit haben, Ersatz zu suchen."

"Kein Vorvertrag"

Noch am Dienstag beteuerten alle Parteien, sich erst nach der Europameisterschaft mit dem Thema zu befassen. "Nach der EM gibt es noch genug Zeit zum Reden", hatte Rummenigge gesagt. Auch Gomez-Berater Uli Ferber war daran interessiert, das Kursieren täglich neuer Gerüchte zu unterbinden: "Während der EM gibt es von mir dazu keinen Kommentar."

Rummenigge bestätigte derweil das Interesse an Gomez. "Ich habe erfahren, dass ein Verein aus Italien und einer aus Spanien an ihm dran sind", sagte der Bayern-Chef dem "kicker". "Bevor ein junger, hoch talentierter Spieler zu einem Klub ins Ausland wechselt, ist es doch normal, dass sich auch der FC Bayern damit beschäftigt."

Gerüchte über einen bereits bestehenden Vorvertrag mit dem bis 2012 an Stuttgart gebundenen Stürmer seien aber ebenso falsch wie die Spekulationen um eine Ablösesumme von bis zu 35 Millionen. "Alle Zahlen, die geschrieben wurden, können Sie vergessen", betonte Rummenigge. "Wir haben auch keinen Vorvertrag, das dürften wir gar nicht. Ich weiß nicht, wo die Sachen herkommen."

Podolski soll bleiben

Ein Tauschgeschäft, bei dem Lukas Podolski für Gomez nach Stuttgart wechselt, solle es laut Rummenigge nicht geben. "Er hat noch zwei Jahre Vertrag. Wir haben nicht vor, ihn abzugeben", sagte Rummenigge über Podolski, der sich in der vergangenen Saison keinen Stammplatz erkämpfen konnte. Dennoch sei der 23-Jährige in München weiterhin gut aufgehoben.

"Seine wunderbare EM-Form zeigt ja, dass er bei den Bayern nicht zu selten gespielt hat", meinte Rummenigge. "Er hat sich schon im letzten halben Jahr stark weiterentwickelt."

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