Dienstag, 24.06.2008

Klinsmanns Start beim FCB

Erst Nördlingen, dann Inter

München - Seit Monaten hat Jürgen Klinsmann von Kalifornien aus die Rückkehr des FC Bayern München in die europäische Spitze geplant, beim Start seiner dritten Fußball-Karriere wartet aber erst einmal die Provinz. Lippstadt, Nördlingen, Nabburg.

Klinsmann, Bayern, FCB
© Getty

Nach dem Trainingsauftakt am 30. Juni sind für den früheren Nationalstürmer zunächst die Fußball-Niederungen angesagt. Die große weite Welt darf der ehemalige Nationaltrainer erstmals am 5. August spüren, wenn auf dem Weg zu neuen Erfolgen in seinem künftigen Arena-Wohnzimmer ein Testspiel gegen Inter Mailand ansteht.

"Wir arbeiten seit Januar mit viel Elan daran. Ich freue mich wahnsinnig auf diese Aufgabe", sagt Klinsmann. Bis zu seinem ersten Höhepunkt als Bayern-Coach hat der 43-Jährige noch viel Zeit, doch der von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge befürchtete Druck wird schon beim Trainingsauftakt zu spüren sein.

Ganz nach dem Motto - Der Trainer ist der Star - dürfte dem neuen Coach an der komplett neu gestalteten Säbener Straße ein riesiger Medien-Bahnhof sicher sein, zumal Top-Spieler wie der verletzte Franck Ribéry oder der bei der EM glücklose Luca Toni noch im Urlaub die Seele baumeln lassen dürfen.

Mit dem verspäteten Start vieler Bayern-Profis haben sich die Vereinsoberen übrigens abgefunden: "Das ist für uns nach jeder WM und EM alle zwei Jahre die gleiche Situation. Damit müssen wir leben", sagt Finanzvorstand Karl Hopfner.

"Energiefeld aufbauen"

Nur mit einem Rumpf-Kader startet der deutsche Rekordmeister in die Saison-Vorbereitung, Trainingsrückkehrer und Noch-Urlauber können sich bei Klinsmann aber auf einiges gefasst machen. "Wir werden ein Energiefeld aufbauen, das den Spielern viel Spaß machen wird", kündigt der neue Coach an.

Dass auf der Großbaustelle FC Bayern gerade nach der Kräfte zehrenden EM besondere Aufbauarbeit vonnöten sein könnte, weiß Klinsmann - und auch für die Frustrierten wie Toni Torlos oder dem in München unzufriedenen Lukas Podolski ist gesorgt.

Der frühere Bundesliga-Torhüter Philipp Laux steht als Psychologe bereit. Als "permanenter Antreiber" steht Klinsmann der Mexikaner Martin Vasquez als Co-Trainer zur Verfügung.

Niederungen des Vereins-Fußballs 

Wie ungewöhnlich Klinsmanns Schritt zum deutschen Branchenführer manchen erscheint, bewies vor kurzem ausgerechnet Franz Beckenbauer. "Ich finde es mutig, dass er diesen Job antritt", sagte der Bayern- Präsident. "Ich war bei Jürgen Klinsmann am Anfang auch skeptisch, denn wenn einer als Bundestrainer aufhört und dann in die Niederungen des Vereinsfußballs geht, dann ist das überraschend."

Doch in solchen Kategorien denkt der schwäbische Bäckerssohn längst nicht mehr, enge Horizonte sind Klinsmann ein Graus: "Wir müssen uns öffnen und über die Grenzen schauen", lautet das Lebensmotto des Kosmopoliten.


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