Freitag, 02.05.2008

Nürnberg auf der Suche nach der Kellertür

Jan Koller droht Zweitklassigkeit

Nürnberg - Bei der EM will Jan Koller noch einmal hoch hinaus, doch ausgerechnet vor seinem letzten internationalen Höhepunkt droht dem Tschechen in seiner Lieblingsliga der Sturz in die Zweitklassigkeit.

Fußball, Bundesliga, Nürnberg, Koller
© DPA

Mit dem 1. FC Nürnberg steht der 2,02 Meter lange Stürmer tief im Bundesliga-Tabellenkeller. "Ich will helfen, dass Nürnberg in der Bundesliga bleibt", sagte er. Doch will Koller keine zu hohen Erwartungen schüren: "Den Retter Koller wird es nicht geben, denn Fußball ist ein Mannschaftssport."

Als Hoffnungsträger war der Rekordtorschütze der tschechischen Nationalmannschaft im Januar von den Franken geholt worden. Schätzungsweise eine Million Euro Ablöse war den Franken der Wechsel des Sturm-Riesen wert. Koller unterschrieb einen Vertrag bis Mitte 2010, der im Abstiegsfall für ein Jahr in der 2. Liga gelten würde.

Sturmtank im Abstiegskampf 

Für ihn selbst war die Rückkehr in die Bundesliga ("Es war wie ein Nach-Hause-Kommen, die Bundesliga liegt mir einfach am meisten.") die Chance, endlich wieder Spielpraxis im Hinblick auf die EM zu bekommen. Beim AS Monaco war er ins zweite Glied gedrängt worden.

Doch für den auch von Club-Präsident Michael A. Roth hochgelobten Tschechen ("Einen Sturmtank wie ihn braucht man im Abstiegskampf") lief nach seiner Rückkehr nach Deutschland längst nicht alles nach Plan. Beim unglücklichen 1:1 der Nürnberger gegen Bayern München vergab Koller freistehend die Entscheidung, fortan musste Koller erst einmal zuschauen.

Jan ist wieder da 

Zwei Spiele schmorte der Vorzeigeprofi auf der Ersatzbank, beim 1:0 gegen den VfL Wolfsburg meldete sich Koller aber mit seinem zweiten Bundesliga-Tor für die Franken zurück. "Die Pause war wichtig. Jan ist wieder da", meinte Trainer Thomas von Heesen über die Einstellung seines prominenten Schützlings.

Im Alleingang dürfte aber auch der Tscheche den Abstieg des Pokalsiegers von 2007 nicht verhindern können. Vor dem Spiel an diesem Freitag bei seinem alten Klub Borussia Dortmund (Fr., 20.30 Uhr im SPOX-TICKER und bei Premiere), für den er von 2001 bis 2006 in 138 Spielen 59 Tore erzielt hatte, standen in seiner Bilanz zwei Tore in zehn Spielen.

Dass Koller im besten Sinne ein Mannschaftsspieler ist, bewies er eindrucksvoll im November 2002. Als der damalige Dortmunder Keeper Jens Lehmann beim Auswärtsspiel bei Bayern München vom Platz gestellt wurde, das Auswechselkontingent aber erschöpft war, streifte sich Koller kurzerhand das Torhütertrikot über. Auch als Schlussmann machte Koller eine gute Figur und wurde vom "Kicker" in die Elf des Tages berufen - auf der Torhüter-Position.


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