Mittwoch, 13.02.2008

Problem-Profi oder Ballzauberer?

Özils Neuanfang in Bremen

Bremen - Während viele Werder-Bremen-Fans noch etwas skeptisch auf Mesut Özil schauen, sind sich die Verantwortlichen des Bundesligisten sicher, dass ihnen mit der Verpflichtung des 19-Jährigen ein Schnäppchen gelungen ist.

Fußball, Bundesliga, Mesut Özil
© DPA

"Er hat eine große Zukunft vor sich", sagte Manager Klaus Allofs voller Zuversicht und begründete so die ungewöhnlich hohe Ablöse von rund fünf Millionen Euro für einen Nachwuchsmann. Einen weiteren Problemfall wie Carlos Alberto kann Werder sich allerdings nicht leisten.

Das Talent des offensiven Mittelfeldspielers ist unstrittig, doch Özils Ruf ist seit dem langwierigen Wechseltheater und den wüsten Anschuldigungen reichlich ruiniert.

Als geldgierig wurde der Spieler aus der Schalker Jugendabteilung dargestellt, der sich im "Kicker"-Interview prompt wehrte mit dem Vorwurf, dass es sich dabei um "eine schmutzige Kampagne" gehandelt habe. Vor allem Manager Andreas Müller war Zielscheibe der Kritik des in Gelsenkirchen geborenen Spielers mit deutschem Pass und türkischen Wurzeln.

Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com

In dem Streit zwischen Schalke und dem U21-Nationalspieler ging es um eine Vertragsverlängerung, die nach Müllers Aussage mündlich schon erfolgt war. Doch schon kurz darauf soll der Youngster den neuen Kontrakt, der ihm bis zu 1,5 Millionen Euro pro Jahr eingebracht hätte, abgelehnt haben.

Er wirkt gesteuert 

Müller hatte dafür Özils Vater Mustafa und Spielerberater Reza Fazeli verantwortlich gemacht. Matthias Sammer, Sportdirektor beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), hatte dazu im Interview mit "Premiere" gesagt: "Er wirkt ein bisschen gesteuert."

In Bremen wagt der umworbene Özil, der auch Angebote von Hannover 96 und des VfB Stuttgart vorliegen hatte, nun einen Neuanfang. Fragen zur Vergangenheit auf Schalke wollte er nach seinem Blitzwechsel daher nicht beantworten: "Ich möchte einen Schlussstrich darunter ziehen und mir hier ein neues Image aufbauen."

So klang Özil auch brav, als er nach seinen Perspektiven gefragt wurde: "Ich weiß, dass sich bei Werder viele junge Spieler entwickelt haben. Das möchte ich auch. Ich will hier Stammspieler werden."

Vielseitigkeit ist Trumpf 

Özil ist eine Investition in die Zukunft, die sich schon schnell rechnen könnte. Spielerisch passt er mit seiner Schnelligkeit und ausgefeilten Technik perfekt in das druck- und anspruchsvolle Bremer Mittelfeldspiel. Vor allem seine Vielseitigkeit ist ein Trumpf. "Ich kann vorn rechts, links oder in der Mitte spielen", betont Özil.

Langfristig könnte er gar der Nachfolger von Diego werden, wenn der Brasilianer irgendwann dem Werben reicherer Klubs erliegen sollte.

Mit Özil verbindet Werder fast so hohe Erwartungen wie mit Carlos Alberto, dem teuersten Transfer der Klub-Geschichte, der nach Problemen und Eskapaden in der Winterpause zum FC Sao Paulo ausgeliehen wurde.

Auf diesen Vergleich angesprochen, sagte Schaaf: "Wir wollen doch, dass Spieler ihre Eigenarten haben. Uns geht es nicht darum, ob einer schwierig oder pflegeleicht ist im Umgang." Entscheidend sei zunächst die sportliche Leistung.

Das könnte Sie auch interessieren
Axel Hellmann entschuldigt sich für die eigenen Fans

Eintracht-Vorstand Hellmann entschuldigt sich für Hetzplakat

Christian Mathenia fällt offenbar im Abstiegsduell gegen den FC Augsburg aus

Schwere Knieprellung: Mathenia-Einsatz fraglich

Nuri Sahin ist offenbar erst gegen Ende der Saison wieder dabei

Dortmunds Sahin fällt mit Sprunggelenksverletzung aus


Diskutieren Drucken Startseite
30. Spieltag
31. Spieltag

Bundesliga, 30. Spieltag

Bundesliga, 31. Spieltag

Die Bundesliga in Zahlen - Alle Opta-Daten zur Saison 2015/2016
Trend

Welche Mannschaft steigt direkt ab?

Hamburger SV
Werder Bremen
Darmstadt 98
FC Schalke 04
FC Augsburg
FC Ingolstadt
VfL Wolfsburg

www.performgroup.com

Copyright © 2017 SPOX. Alle Rechte vorbehalten.