Frontzeck unter Druck

"Völliger Unfug" in Bielefeld

Von Daniel Börlein
Montag, 18.02.2008 | 13:01 Uhr
Bielefeld, Fußball, Hain
© Getty
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München - Wolfsburg geschlagen, einen Punkt gegen Frankfurt geholt und auch Berlins Hertha in die Knie gezwungen. Macht sieben Zähler, ist grandios, leider allerdings aber auch längst passe.

Bielefelds Bilanz zum Saisonauftakt spülte die Arminia nach den ersten drei Spieltagen gar auf Platz zwei der Tabelle und ließ die Anhänger auf der Alm von einer sorgenfreien Saison träumen.

Die Gegenwart sieht allerdings anders aus. Bielefeld rangiert nach drei Niederlagen gegen Wolfsburg, Frankfurt und Berlin zum Rückrundenauftakt nur noch zwei Punkte vor den Abstiegsplätzen. Hinzu kam das Aus im DFB-Pokal gegen Zweitligist Carl Zeiss Jena. Die Arminia hat den schlechtesten Rückrundenstart seit 2000 hinter sich.

Ein Sieg muss her

Ein alles andere als gelungener Einstand also für den neuen Coach Michael Frontzeck, der damit nach nur vier Partien schon gewaltig unter Druck steht. Im anstehenden Kellerduell gegen den MSV Duisburg muss nun ein Sieg her. "Wir sind in der Pflicht, unser Heimspiel zu gewinnen und anschließend in Rostock nicht zu verlieren", sagte Finanzgeschäftsführer Roland Kentsch nach der Pleite in Berlin.

Als Ultimatum, wie von einigen Medien kolportiert, will Kentsch diese Aussage allerdings nicht verstanden wissen. "Das als Ultimatum hinzustellen ist völliger Unfug. Das ist an Unfug gar nicht mehr zu überbieten", sagte Kentsch im Gespräch mit SPOX.com.

Auch wenn die "ARD" erfahren haben will, dass in Bielefeld hinter den Kulissen bereits über Alternativen für Frontzeck nachgedacht wird, sagt Kentsch: "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit dem Trainer langfristig Erfolg haben werden."

"Wir haben die Schnauze voll"

Frontzeck selbst glaubt zwar, "dass unser Weg der richtige ist", schätzt die Situation allerdings auch realistisch ein: "Natürlich sind mir die Mechanismen des Geschäfts bekannt." Für das so wichtige Spiel gegen den MSV ist Frontzeck optimistisch. "Ich habe eine Unterredung mit dem Trainer gehabt, in der er mir gesagt hat: 'Wir gewinnen am Samstag'", so Kentsch. Doch was soll ein Coach, der schon nach vier Partien unter Zugzwang steht, auch anderes sagen?

Der 43-Jährige weiß spätestens seit der ersten Rückrundenpartie gegen Wolfsburg, dass man in Bielefeld nicht all zu viel Geduld hat. Bereits in der Pause skandierten die Fans damals: "Wir haben die Schnauze voll!"

Es kann schnell Schluss sein

Seitdem bemüht sich Frontzeck die positiven Aspekte seiner Arbeit herauszustellen. Nach der Pleite gegen Frankfurt, erklärte der Coach, er sei zufrieden, dass sich seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit nicht abschlachten ließ, wie noch in der Vorrunde geschehen. Nach der Niederlage in Berlin lobte er sein Team für eine, zugegeben, gute Leistung, vor allem in der Defensive.

Punkte hat er dennoch noch keine geholt und deshalb kann für Frontzeck, trotz der üblichen Rückendeckung, ganz schnell Schluss sein. Wie bei Ernst Middendorp, Bielefelds "Jahrhunderttrainer", der bei der Arminia noch im Mai seinen Vertrag verlängert hatte und dann mit sieben Zählern aus drei Partien grandios in die Saison gestartet war. Alles längst passe.

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