Hoeneß macht Nationalspielern Druck

SID
Donnerstag, 17.01.2008 | 13:18 Uhr
Fußball, Bundesliga, Bayern, Hoeneß
© Getty
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Marbella - Uli Hoeneß sieht für Berti Vogts und Jens Lehmann keinen Bedarf beim FC Bayern, aber auch einige Spieler könnten unter dem neuen Trainer Jürgen Klinsmann keine Zukunft in München haben.

"Ich denke, dass die Live-Übertragungen der Spiele nach Kalifornien glühen werden. Deswegen ist jeder auf dem Präsentierteller", sagte der Manager des deutschen Rekordmeisters in Marbella. Die Bundesliga-Rückrunde wird zur Bewährung, insbesondere auch für einige deutsche Nationalspieler.

Angesprochen auf das von Sportdirektor Klaus Allofs im "Kicker" nicht ausgeschlossene Interesse des SV Werder Bremen, womöglich im Gegenzug für Tim Borowski Akteure wie Jan Schlaudraff oder Bastian Schweinsteiger an die Weser zu locken, erklärte Hoeneß die beiden Nationalspieler nur aktuell für unverkäuflich: "Das gilt für die laufende Transferperiode. Was im Sommer ist, kann ich jetzt noch nicht sagen. Jetzt sind alle im Schaufenster."

Kein Bedarf für die Transferkeule 

Gerade das Gerangel um die Mittelfeldpositionen könnte sich nach der Verpflichtung von Nationalspieler Borowski nochmals verschärfen. Schweinsteigers Vertrag läuft 2009 aus, eine hohe Ablösesumme wäre demnach nur noch im Sommer zu erzielen. Der Kontrakt des erst vor dieser Saison verpflichteten Schlaudraff läuft noch bis 2010.

Die genauen Vorstellungen des Jürgen Klinsmann vom "FC Bayern 2008/09" kennt aber auch Hoeneß noch nicht, weshalb sich der Manager nur vage zu möglichen Personalien äußert. "Wenn wir eine gute Rückrunde spielen, gibt es keinen allzu großen Bedarf", bemerkte der 56-Jährige zum künftigen Kader: "Ich glaube eher, dass die Mannschaft sich noch wesentlich verbessern kann, wenn sie eingespielt ist."

Eine weitere 80-Millionen-Spritze in die Mannschaft ist jedenfalls nicht geplant: "Wenn der Faden, den wir zu Saisonbeginn gespannt hatten, wieder aufgenommen werden kann, sehen wir keinen großen Bedarf, noch einmal die große Transferkeule herauszuholen."

Auch wenn Klinsmann bei der Zusammenstellung des Trainerstabes "selbstverständlich" freie Hand habe, ließen Hoeneß Medienberichte über ein angebliches Engagement des ehemaligen Bundestrainers Berti Vogts im Klinsmann-Stab kalt.

Lehmann kein Thema 

"Ich habe das weder gelesen noch gehört", sagte er nur. Dass Vogts in Marbella war, kommentierte er gelassen: "Vogts war hier als Trainer von Nigeria und nicht als Co-Trainer von Bayern München." Die Nationalmannschaft Nigerias hatte sich an der Costa del Sol auf den Afrika-Cup vorbereitet.

Für Nationalspieler Jens Lehmann sieht Hoeneß auch keinen Bedarf in München, jedenfalls nicht im Tor des Rekordmeisters. "Ich sehe überhaupt keinen Grund dafür." Klinsmann wisse aus seiner Zeit als Bundestrainer von "den überragenden Leistungen von Michael Rensing" in der deutschen U 21-Auswahl. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein Thema werden könnte", betonte Hoeneß.

Der FC Bayern tendiere zu einem routinierten Schlusmann ohne Nummer-1-Ambitionen hinter dem jungen Torhüter-Duo Rensing (23) und Thomas Kraft (19), dem Keeper der Bayern-Amateure, erläuterte Hoeneß: "Es muss ein Mann sein, der nicht jede Woche mit den Hufen scharrt und bei jedem Fehler, den die Jungen machen, gleich Ansprüche reklamiert. Es muss ein Mann sein, der auch mit der Rolle der Nummer 2 einverstanden ist."

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