Der Berserker pocht auf ein Versprechen

Von Für SPOX in Marbella: Thomas Gaber
Dienstag, 15.01.2008 | 15:33 Uhr
sagnol, bayern, münchen
© Imago
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München - Ein Werbeplakat am Münchner Odeonsplatz kürte Franck Ribery im Sommer 2007 zu Bayerns neuem König. Das versprachen sich die Fans schon von einem anderen Franzosen: Jean-Pierre Papin.

Der "Scha-pa-Papa" (Sprachtalent Franz Beckenbauer) kam 1994 als Weltstar zum FC Bayern. Diesen Ruf wurde der Stürmer aber binnen weniger Monate los. Torflaute, Verletzungen und der sehnliche Wunsch, München alsbald wieder zu verlassen, gaben ihm den Spitznamen Jean-Pierre "Isch-will-weg" Papin.

Vor knapp zwei Monaten teilte Willy Sagnol urplötzlich die gleiche Leidenschaft wie sein französischer Landsmann. Der Rechtsverteidiger wollte nur noch weg aus München, am besten schon im Winter.

Dabei hatte das Urgestein - Sagnol spielt seit 2000 bei Bayern, ein in der heutigen Söldner-Zeit von Profi-Kickern eher seltener Fall - sich immer wohl gefühlt an der Säbener Straße. Viele Titel, Anerkennung in der Mannschaft und bei den Bossen, Liebling bei den Fans und privates Glück.

Verhältnis zu Hitzfeld wieder intakt

Doch das Verhältnis zu Trainer Ottmar Hitzfeld bekam tiefe Risse. Sagnol durfte nicht mehr spielen. Hitzfeld hatte ihm nach einer im April erlittenen schweren Knieverletzung einen nicht ausreichenden Fitnesszustand attestiert .

"Ich war sehr unglücklich wegen der Meinung des Trainers", sagte Sagnol am Dienstag im Trainingslager in Marbella. Die Missverständnisse sind mittlerweile aber ausgeräumt.

"Wir haben sehr viel geredet. Ich weiß, dass meine Verbannung auf die Bank nichts mit meinen fußballerischen Fähigkeiten zu tun hatte. Ich war wohl einfach zu ungeduldig", gab Sagnol zu.

Um seine Fitness zu verbessern, arbeitete Sagnol schon vor Trainingsbeginn wie ein Berserker. "Ich habe im Urlaub gut gearbeitet. Wenn man zwischendurch nichts macht, bekommt man große Probleme."

Konfliktpotential mit Klinsmann

Allerdings könnten Sagnol die Probleme in der nächsten Saison wieder einholen - auf zwischenmenschlicher Basis. Jürgen Klinsmann wird sein neuer Chef, und daraus ergibt sich ein Konfliktpotential. Sagnol hat vom Vorstand die Zusage, Nachfolger von Oliver Kahn als Bayern-Kapitän zu werden.

"Herr Rummenigge, Herr Hoeneß und Herr Hopfner haben mir gesagt, dass ich 2008 Kapitän werde, wenn ich meinen Vertrag verlängere", so Sagnol. Die Bedingung hat er erfüllt.

Sagnol betont zwar, dass "ich nie gesagt habe, Kapitän werden zu wollen", aber er machte Klinsmann schon mal klar, "mit dem Vorstand reden zu müssen", sollte sich der künftige Bayern-Trainer über die Vorgabe der Bosse hinwegsetzen. Sagnol selbst will "zu diesem Thema nichts mehr sagen, denn das hat mir bis jetzt nur Probleme eingebracht."

Doch selbst wenn er sich "nur auf die Rückrunde konzentrieren will, um die Meisterschaft zu gewinnen", die er als den "wichtigsten Titel in dieser Saison" ansieht, beschäftigt ihn die Situation. Seine Stellung im Verein hat durch die Wechselabsichten gelitten.

Klinsmann "beste Lösung"

Sollte Klinsmann sich für einen anderen Kapitän entscheiden, und die Vereinsführung dem zustimmen, wäre der Vertrauensburch wohl endgültig. Um seine Ausgangsposition bei Klinsmann zu verbessern, lobte er den Ex-Bundestrainer gleich mal als "beste Lösung, die der Verein bekommen konnte." Ansonsten wollte er auf weitere Statements zu Klinsmann verzichten, denn das "wäre respektlos gegenüber Ottmar Hitzfeld."

Doch taugt Sagnol überhaupt zum Mannschaftsführer? Es sei jedenfalls nicht seine "erste Aufgabe, andere Spieler zu motivieren. Natürlich möchte ich auf dem Platz Führungsqualitäten zeigen, aber das müssen andere Spieler auch."

Traum Champions-League-Titel

Zugleich betonte er jedoch, dass es wichtig sei, "meine Erfahrung weiterzugeben. Denn um große Titel zu gewinnen, ist Erfahrung das Wichtigste. Der AC Milan hat im letzten Jahr die Champions League gewonnen, weil sie die erfahrenste Mannschaft waren."

Dem FC Bayern traut Sagnol den begehrtesten Titel im Vereinsfußball zu: "Es ist mein sehnlichster Wunsch, nach 2001 noch einmal die Champions League zu gewinnen. Wir können mit jeder Mannschaft mithalten. Vielleicht kommen ja auch noch zwei, drei gute Spieler dazu." Und egal, wer neben Tim Borowski noch dazustößt: Sagnol will sie führen. Als Kapitän.

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