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NHL

Der Champion mit dem Rücken zur Wand

Von SPOX
Jonathan Quick und die Kings reisen mit einem 0-2-Rückstand im Gepäck nach Hause
© getty

Die Los Angeles Kings verlieren auch Spiel 2 bei den St. Louis Blues und geraten in der Best-of-Seven-Serie 0-2 in Rückstand, die Detroit Red Wings gleichen mit einem Overtime-Sieg bei den Anaheim Ducks dagegen zum 1-1 aus. Auftaktsiege feiern Alex Ovechkin und die Washington Capitals sowie die Ottawa Senators, Goalie Craig Anderson lässt die Montreal Canadiens verzweifeln. Ein brutaler Hit sorgt außerdem für Diskussionen.

St. Louis Blues - Los Angeles Kings 2:1 (0:1, 0:0, 2:0) - Serie: 2-0

Tore: 0:1 Brown (10./PP), 1:1 Berglund (44.), 2:1 Jackman (60.)

Die Kings haben auch das zweite Spiel der Serie auf ganz bittere Art und Weise 1:2 verloren. Und zum zweiten Mal trägt die Schuld Superstar-Goalie Jonathan Quick.

Quick hielt in Spiel 1 zwar spektakulär, leistete sich aber dann einen furchtbaren Patzer hinter dem eigenen Tor, der für die Pleite sorgte. Und in Spiel 2 ließ Quick jetzt 51 Sekunden vor Ende einen harmlosen Handgelenksschuss von Barret Jackman ins Tor segeln.

"Er dachte wahrscheinlich nicht, dass ich schießen würde, so wie meine Hände sind", sagte Jackman, der angab, die Augen geschlossen zu haben, als sein Schuss an Quick vorbei ins Netz ging. Für den Defensiv-Verteidiger (23 Tore in 644 Spielen) war es das erste Playoff-Tor seiner Karriere.

"Ich muss den halten. Ich muss den einfach halten. Es ist meine Schuld, zum zweiten Mal in Folge. Ich muss besser sein", meinte Quick.

Anaheim Ducks - Detroit Red Wings 4:5 OT (0:2, 1:1, 3:1, 0:1 ) - Serie: 1-1

Tore: 0:1 Abdelkader (1.), 0:2 Brunner (5.), 0:3 Franzen (22./PP), 1:3 Koivu (31./PP), 1:4 Franzen (41./PP), 2:4 Getzlaf (48.), 3:4 Palmieri (53.), 4:4 Ryan (58.), 4:5 Nyquist (62./PP)

Ein wildes Spiel im Honda Center! Lange sah es nach einem klaren Sieg für die Red Wings aus. Detroit führte nach dem ersten Playoff-Tor des Schweizers Damien Brunner (Tor, 2 Assists) schon nach nicht mal fünf Minuten mit 2:0 - Teemu Selänne hatte sich vor Brunners Tor einen üblen Turnover geleistet.

Anfang des Schlussdrittels lagen die Red Wings nach dem zweiten PP-Tor des Abends von Johan Franzen dann 4:1 vorne, die Ducks schienen geschlagen. Dann startete Anaheim aber eine furiose Aufholjagd. Tore von Ryan Getzlaf und Kyle Palmieri sorgten für den Anschluss - und dann war es 2:22 Minuten vor Ende Bobby Ryan, der tatsächlich den 4:4-Ausgleich schoss.

Detroit drohte eine ganz bittere Niederlage, bekam aber dann Hilfe von Sheldon Souray. Der Ducks-Verteidiger musste kurz vor Ende der regulären Spielzeit wegen Stockschlags auf die Strafbank. Und die Red Wings bedankten sich. Kurz bevor die Strafe gegen Souray abgelaufen wäre, war es der 23-jährige Schwede Gustav Nyquist, der Jonas Hiller im Tor der Ducks bezwang und für die Entscheidung sorgte.

Es gab aber auch eine schlechte Nachricht für Detroit: Rookie-Verteidiger Danny DeKeyser brach sich den Daumen und fällt für den Rest der Saison aus.

Washington Capitals - New York Rangers 3:1 (0:1, 3:0, 0:0) - Serie: 1-0

Tore: 0:1 Hagelin (17.), 1:1 Ovechkin (27./PP), 2:1 Johansson (35.), 3:1 Chimera (36.)

Die Caps entschieden das Spiel in einem dominanten Mitteldrittel. Alex Ovechkin (22 Tore in den letzten 21 Spielen der Regular Season) traf im Power Play, als ein Schuss von Mike Green von der Bande direkt vor seinen Schläger abprallte und er nur noch zum Ausgleich einschießen musste. Für Ovie war es der 31. Playoff-Treffer seiner Karriere.

"Es war ein glücklicher Bounce, aber ich nehme ihn gerne an", so Ovechkin. Nachdem die Rangers wenig später eine gute 5:3-PP-Chance ungenutzt ließen, setzte Washington zum Doppelschlag an. Innerhalb von nur 46 Sekunden scorten Marcus Johansson und Jason Chimera - 3:1 Caps!

Dass die Rangers nicht mehr ins Spiel zurückkommen sollten, lag vor allem auch am starken Caps-Keeper Braden Holtby (35 Saves), der Henrik Lundqvist (27 Saves) ausstach.

Montreal Canadiens - Ottawa Senators 2:4 (0:1, 2:0, 0:3) - Serie: 0-1

Tore: 0:1 Karlsson (18.), 1:1 Bourque (34.), 2:1 Gallagher (35./PP), 2:2 Silfverberg (44.), 2:3 Methot (46.), 2:4 Latendresse (54.)

Ein Name: Craig Anderson! Was der Goalie der Sens im Bell Centre zeigte, war überragend. Anderson beendete das Spiel mit 48 Saves, davon waren viele spektakulärer Natur. Im zweiten Drittel feuerten die Canadiens sage und schreibe 27 Schüsse (!) auf Anderson ab, damit und mit den 50 Schüssen insgesamt stellte Montreal Team-Playoff-Rekorde auf.

Es reichte aber alles nicht, da Anderson das Goalie-Duell mit Carey Price (27 Saves) klar gewann. "Was kann man sagen? Andy ist unser MVP. Er ist eine Maschine da hinten drin. Wir können uns glücklich schätzen, ihn zu haben", sagte Verteidiger Marc Methot, der im Schlussdrittel den Game-Winner markierte.

Bitter für die Habs: Sie verloren nicht nur das Spiel, sondern auch den zuletzt bärenstarken Lars Eller. Der dänische Stürmer musste auf einer Trage vom Eis gebracht werden, nachdem ihm Ottawa-Defender Eric Gryba einen brutalen Open-Ice-Hit verpasst hatte. Eller blutete stark und wurde ins Krankenhaus gebracht. Er trug eine Gehirnerschütterung und Gesichtsbrüche davon.

Eller nahm einen etwas unglücklichen Pass von Raphael Diaz an, als er von Gryba den Hit einstecken musste. Gryba bekam eine 5-plus-Spieldauerstrafe, die NHL wird sich die Szene sicher auch noch einmal anschauen und eventuell eine Sperre aussprechen.

"Es war ein Hockey Play. Unser Spieler hat den Hit gemacht, aber die Nummer 61 (Diaz) ist der Schuldige", sagte Sens-Coach Paul MacLean. Montreals Trainer Michel Therrien hielt sich zurück: "Ich kann dazu nichts sagen."

Montreal verpasste es insgesamt, aus dem furiosen Mitteldrittel mehr Kapital zu schlagen. Durch Tore von Rene Bourque und Brendan Gallagher drehten die Canadiens zwar innerhalb von nur 59 Sekunden das Spiel, im Anschluss wurde aber eine lange 5:3-PP-Chance ausgelassen.

So blieben die Sens im Spiel und starteten in den letzten 20 Minuten ein Comeback. Tore von Jakob Silfverberg und Methot sorgten für eine 3:2-Führung - und dann war es ausgerechnet der ausgebuhte Ex-Canadien Guillaume Latendresse, der mit dem 4:2 alles klarmachte. Neben Anderson bei Ottawa wieder ein Faktor: Star-Verteidiger Erik Karlsson (Tor, Assist).

Der Playoff-Spielplan

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