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NFL - Der Franchise Tag: Was ist das und wer wird ihn bekommen?

Dak Prescott wird wahrscheinlich auch 2021 mit dem Franchise Tag von den Dallas Cowboys belegt werden.

2020 wurden insgesamt 15 Spieler mit dem Franchise Tag belegt. Generell wird durch die Reduzierung der Salary Cap jedoch erwartet, dass viele Teams von einem Franchise Tag in diesem Jahr absehen werden, da ohnehin schon zahlreiche Teams Probleme haben, überhaupt zum Start des Ligajahres unter die prognostizierten 180,5 Millionen Dollar zu kommen.

Dennoch gibt es ein paar offensichtliche Kandidaten für den Franchise Tag in diesem Jahr. Ein Überblick:

Dak Prescott (Quarterback, Dallas)

Bereits im Vorjahr erhielt Prescott den Franchise Tag der Cowboys. Anschließend wäre es fast zu einer Einigung auf einen langfristigen Vertrag gekommen. Letztlich jedoch wurden sich beide Seiten nicht bis zur Deadline Mitte Juli einig. Entsprechend stehen beide Seiten nun erneut an diesem Punkt.

Natürlich ist eine Einigung vor dem Start der Free Agency am 17. März möglich, aber wollen es die Cowboys darauf ankommen lassen? Eher nicht, sodass Prescott erneut den exklusiven Franchise Tag erhält. Die Cowboys können es sich schlicht nicht leisten, Prescott zu verlieren. Allerdings wird das auch eine finanzielle Hürde: Prescotts Tag 2020 betrug 31,4 Millionen Dollar - bei einem zweiten Tag müssten die Cowboys 2021 über 37 Millionen Dollar für ihren Quarterback im geschrumpften Salary Cap freiräumen.

Spannend wird es dementsprechend erneut in Sachen Vertragsverlängerung. Beide Seiten wollen, doch zu welchem Preis? Auch in diesem Jahr könnten die Verhandlungen dann wieder bis zur Frist im Juli gehen.

Allen Robinson (Wide Receiver, Chicago Bears)

Der wohl beste Wide Receiver auf dem Markt wird wahrscheinlich nicht auf den (freien) Markt kommen. Die Bears, mit einem Front Office unter Druck, können es sich schlicht nicht leisten, Robinson kampflos ziehen zu lassen.

Jener kündigte allerdings schon auf Social Media an, für ein Team spielen zu wollen, bei dem er Titel holen kann. Das mag Chicago nicht unbedingt sein, weshalb eine Verlängerung im Anschluss eher weniger realistisch ist.

Entsprechend kursieren auch schon Gerüchte, dass Robinson nach Unterschrift des Tags per "Tag and Trade" doch noch zu einem anderen Team kommen könnte und die Bears so eine sofortige Kompensation erhalten.

Brandon Scherff (Guard, Washington Football Team)

Scherff zählt zu den besten Guards der Liga, erreichte 2020 zum vierten Mal den Pro Bowl und wurde erstmals ins All-Pro-Team gewählt. Und bereits im Vorjahr wurde er per Franchise Tag gehalten. Da Washington soliden Cap Space hat und O-Liner gar nicht so teuer sind unter dem Tag, dürfte das Football Team wohl erneut zu diesem Schritt greifen.

Und angesichts der verbesserten sportlichen Situation in Washington könnte es dann vielleicht tatsächlich zu einer langfristigen Lösung kommen.

Shaquil Barrett (Edge-Rusher, Tampa Bay Buccaneers)

Barrett wurde bereits im Vorjahr mit dem Franchise Tag gehalten und wäre einer der besten Edge-Rusher auf dem Markt, speziell nach seinen bärenstarken Vorstellungen in den Playoffs samt Super Bowl.

Die Bucs wollen ihn erklärtermaßen halten, doch will das Barrett auch um jeden Preis? Nachdem er zuvor nur Reservist war und erst 2020 großes Geld verdient hatte, dürfte für ihn ein langfristiger Deal oberste Priorität haben. Aus Teamsicht muss Tampa alles daran setzen, einen seiner Schlüsselspieler zu halten, aber er ist nicht der einzige Top-Free-Agent des Teams ...

Chris Godwin (Wide Receiver, Tampa Bay Buccaneers)

Mit Godwin haben die Bucs einen weiteren namhaften Free Agent, der auf dem freien Markt heiß begehrt wäre. Godwin bringt sehr guten Speed mit und kann aus dem Slot als Deep Threat für Gefahr sorgen - eine seltene Gabe in der NFL.

Er beendete soeben seinen Rookie-Vertrag und hat nun erstmals die Chance aufs große Geld. Daher gibt es auch für ihn keinen akuten Grund, sich vorm Start der Free Agency langfristig mit den Bucs zu einigen. Entsprechend stehen sie vor einem Dilemma, denn nur einer der beiden kann den Franchise Tag erhalten. Der andere wird - sofern kein langfristiger Deal gelingt - dann zumindest mal auf den Markt kommen und potenziell mit Angeboten bombardiert werden.

Kenny Golladay (Wide Receiver, Detroit Lions)

Vielleicht der zweitbeste X-Receiver auf dem Markt nach Robinson. Sein Fall ist interessant, denn eigentlich dürften die Lions auch ihn nicht ziehen lassen. Die große Frage in der Motor City ist jedoch, wie die Franchise unter neuer sportlicher Leitung den eigenen Entwicklungsstand bewertet. Muss komplett neu aufgebaut werden oder tun es auch gezielte Personalanpassungen?

Bei Letzterem muss Golladay wenigstens per Tag gehalten werden, bei Ersterem aber eigentlich auch, weil dann immer noch ein Trade für mehr Draftpicks möglich wäre.

Aaron Jones (Running Back, Green Bay Packers)

Der Wert von Running Backs ist seit Jahren ein Thema für sich. Doch im Fall von Jones würde ein Tag wahrscheinlich wirtschaftlich und perspektivisch den meisten Sinn ergeben.

Jones hat seinen Rookie-Vertrag durchlaufen und wird entsprechend Geld sehen wollen. Doch da der Verschleiß auf der RB-Position traditionell hoch ist - obgleich Jones erst seit zwei Jahren Vollzeit-Starter ist - macht es vielleicht mehr Sinn, zunächst mal von Jahr zu Jahr zu schauen und den Franchise Tag anzuwenden.

Die Tag-Zahl in Höhe von etwas mehr als elf Millionen Dollar wirkt managebar, vor allem im Vergleich zu dem, was Jones - oder andere in seiner Position - auf dem offenen Markt verlangen würden.

Hunter Henry (Tight End, Los Angeles Chargers)

Henry ist einer der wenigen guten Tight Ends auf dem Markt, allerdings auch sehr verletzungsanfällig. Henry absolvierte in seinen ersten fünf Jahren in der NFL noch nie alle 16 Saisonspiele und verpasste 2018 komplett.

Bereits im Vorjahr spielte er unter dem Franchise Tag und da das Gehalt für Tight Ends unterm Tag das zweitniedrigste aller Positionen ist, wäre es fast schon fahrlässig von den Chargers, ihn nicht zu "taggen" und dann zu evaluieren, ob man sich einigen kann.

Marcus Maye (Safety, New York Jets)

Maye ist eine der Entdeckungen der vergangenen Spielzeit. Flog er in den drei Jahren zuvor meist unter dem Radar, was als Nebenmann von Jamal Adams verständlich ist, drehte er nun so richtig auf.

Ein Tag, obgleich sich das Gehalt auch hier in Grenzen halten wird, ist jedoch keine beschlossene Sache. Zu tief ist die Safety-Position dieses Jahr auf dem Markt bestückt. Soll heißen: Die Jets können sich dazu entscheiden, auf die sichere Größe mit ihm zu setzen oder eben einen womöglich günstigeren, aber nicht gravierend schlechteren Spieler auf dem Markt zu finden.

Yannick Ngakoue (Edge Rusher, Baltimore Ravens)

Die Ravens haben auf den Edge-Positionen gleich vier Spieler, die Free Agents werden. Speziell Ngakoue und Matt Judon stehen im Fokus. Dabei ist zu bedenken, dass beide im Vorjahr den Franchise Tag bekamen, Ngakoue allerdings ursprünglich von den Jaguars.

Da sich Ngakoue querstellte und nicht mehr für Jacksonville spielen wollte, wurde er schließlich nach Unterschrift nach Minnesota getradet, wo er auf mehr als fünf Millionen Dollar verzichtete. Er verdiente dann nur zwölf Millionen Dollar. Judon wiederum hatte bei den Ravens auch einen Disput, weil er sich als Defensive End sieht, die Ravens ins jedoch als Linebacker designierten.

Letztlich einigten sich beide Seiten auf einen Gehalt dazwischen, was 16,8 Millionen Dollar entsprach. Das alles hat zur Folge, dass Judon per Tag und aufgrund der 120-Prozent-Regel mit mehr als 20 Millionen Dollar zu Buche stünde. Ngakoue dagegen wäre zum "Normaltarif" zu haben, was ihn zum logischen Tag-Kandidaten macht.

Justin Simmons (Safety, Denver Broncos)

Simmons spielte bereits 2020 unter dem verhältnismäßig günstigen Franchise Tag für Safetys. Und Gleiches droht ihm auch 2021, denn obwohl der Markt hier einiges hergibt, gehört Simmons zu den prägenden Säulen der Broncos-Defense.

Allerdings besteht hier durchaus die Chance, dass sich beide Seiten nach dem Tag auf einen langfristigen Vertrag einigen könnten, schließlich waren sie sich schon im Vorjahr relativ nahe gekommen.

Haason Reddick (Linebacker, Arizona Cardinals)

Reddick wechselte vor der Saison 2020 von einer Off-Ball-Linebacker-Position auf die Edge-Position und erlebte gerade gegen Ende der Saison eine enorme Leistungssteigerung. Grund genug also für die Cardinals, seine Entwicklung weiter im Auge zu behalten.

Mit dem Franchise Tag können sie dies für ein weiteres Jahr ohne großes Folgerisiko machen - ohne ein potenzielles One-Year-Wonder mit einem langfristigen Vertrag auszustatten.

Will Fuller (Wide Receiver, Houston Texans)

Fuller ist der wichtigste Receiver des Teams und dennoch sehr verletzungsanfällig. Schon deshalb sollte ein langfristiger Deal keine naheliegende Option sein für den Moment. Vielmehr geht es hier darum, einen der wenigen brauchbaren Spieler des Kaders zumindest mal kurzfristig zu halten.

Sollte es dann doch noch zum großen Ausverkauf kommen, wäre ein Trade eine Option und Fuller ein durchaus interessanter Tradechip.

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