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NFL Third and Long Divisional Round - der Mailbag: Können die Browns mit Mayfield ein Contender werden?

Von Jan Dafeld

Die Divisional Round ist gespielt, nur noch vier Teams sind übrig. Die Browns mussten sich dagegen aus dem Playoff-Rennen verabschieden, können sie mit Baker Mayfield zum Contender werden? In dieser Woche beantwortet erneut SPOX-Redakteur Jan Dafeld Eure Fragen zum Spieltag. Darunter auch: Müssen die Saints jetzt einen großen Rebuild starten? Und hat die NFC ein Quarterback-Problem?

Ihr wollt Fragen an die SPOX-NFL-Kolumne stellen? Das geht direkt hier an SPOX-Redakteur Adrian Franke!

NFL Mailbag - Können die Browns mit Mayfield ein Contender werden?

Bene, Wolfpac, Moritzm, Eric Lange und Jens: Ist Baker Mayfield Clevelands langfristiger Franchise-Quarterback? Was fehlt den Browns noch, um ein Contender zu werden? Können sie sich dauerhaft als Playoff-Team etablieren?

Hinter Mayfied liegt seine eindeutig beste volle Saison in der NFL. Über die gesamte Spielzeit gesehen war Baker ein überdurchschnittlich guter Quarterback, über das letzte Saisondrittel kratzte er sogar an den Top-5. Auch gegen die Chiefs spielte er bis zu seiner Interception ein praktisch fehlerfreies Spiel und brachte einige sehenswerte Bälle an.

Natürlich profitierte Mayfield das gesamte Jahr über von den sehr guten Umständen, die Kevin Stefanski in seiner ersten Saison als Head Coach in Cleveland implementiert hatte: Stefanskis Outside-Zone-Scheme ist, vergleichbar mit denen von Kyle Shanahan in San Francisco oder Sean McVay in Los Angeles, sehr Quarterback-freundlich. Ein effizientes Running Game hilft, darauf aufbauend gibt es viel Play Action, viele Rollouts und viele klare Reads für den Quarterback.

Darüber hinaus spielte Mayfield 2020 hinter der (mit Abstand?) besten Offensive Line der Liga. Sowohl im Run-Blocking als auch im Pass-Blocking trat die auf allen fünf Positionen überdurchschnittlich besetzte Line absolut dominant auf. Gegen die Steelers, die selbst über eine der besten Defensive Lines der NFL verfügen, wurde Mayfield exakt null Mal unter Druck gesetzt. Eine unfassbare Leistung.

All das muss man bei der Evaluation von Mayfield also berücksichtigen. Die Umstände in Cleveland zählten in dieser Spielzeit zu den besten in der gesamten Liga. Ob sie in seiner Karriere jemals erneut so gut sein werden, ist durchaus fraglich.

Wird Mayfield einer der bestbezahlten Quarterbacks?

Aber: Auch unter diesen tollen Umständen muss man als Quarterback erst einmal so abliefern können. Mayfield hat - unter anderem gegen die Chiefs - gezeigt, dass er auch über das Scheme hinaus kreieren kann. Etwas, das beispielsweise Jared Goff oder Mitchell Trubisky in einem ähnlichen Scheme deutlich seltener geschafft haben.

Stärker als das Scheme sollte daher die O-Line der Browns im Fokus stehen. Unter Druck spielte Mayfield 2020 deutlich schlechter, laut Pro Football Focus war bei keinem Quarterback die Diskrepanz zwischen Plays mit und Plays ohne Pressure größer als bei Mayfield. Könnten seine Leistungen also einbrechen, wenn er in Zukunft wieder mehr unter Druck steht? Carson Wentz wäre ein Beispiel für genau eine solche Entwicklung.

Das Problem für die Browns ist, dass Vertragsverlängerungen von Starting Quarterbacks sich eigentlich immer an den höchsten Gehältern in der Liga orientieren. Patrick Mahomes' Vertrag (45 Mio. Dollar pro Jahr) ist in puncto Länge und Struktur eine absolute Anomalie, eine ähnliche Entlohnung wie die von Deshaun Watson (39 Mio.) oder zumindest Russell Wilson (35 Mio.) dürfte bei Mayfield aber vermutlich fällig sein.

Ich persönlich würde dazu tendieren, Mayfield zunächst eine weitere Saison, es wäre seine erste unter dem gleichen Head Coach wie im Vorjahr in der NFL, spielen zu lassen. Kann der 25-Jährige seine Leistungen aus der zweiten Saisonhälfte bestätigen oder diese unter Umständen sogar noch weiter steigern, können die Browns ihm ohne Bauschmerzen einen großen Vertrag geben - selbst wenn dieser dann nochmal ein paar Millionen mehr kostet, als es in diesem Frühjahr wohl der Fall gewesen wäre.

Browns könnten im Frühjahr die eigene Secondary verstärken

Und auch sonst kann Cleveland relativ entspannt in die Offseason gehen. Olivier Vernon, Larry Ogunjobi und Rashard Higgins werden im Frühjahr Free Agents, gute Spieler, jedoch keine essentiellen Leistungsträger im Kader. Die dominante O-Line bleibt zusammen und sofern Odell Beckham Jr. nicht abgegeben wird, ist auch das Waffenarsenal der Browns mit OBJ, Jarvis Landry, Austin Hooper, Kareem Hunt und Nick Chubb gut besetzt.

Cleveland verfügt laut OvertheCap über den neuntmeisten Cap Space der Liga, mit einer Entlassung von Sheldon Richardson würden weitere zehn Millionen Dollar hinzukommen. Verstärken die Browns nach den Investitionen in die Offense nun die eigene Defense? Sowohl die Defensive Line als auch der Linebacker Corps und die Secondary könnten Verstärkungen gebrauchen.

Dank Myles Garrett verfügen die Browns im Pass-Rush allerdings bereits über eine solide Baseline, Jordan Elliott dürfte 2021 Ogunjobi ersetzen. Eine verstärkte Secondary könnte die Browns defensiv auf ein neues Level heben.

Safetys wie Anthony Harris und John Johnson III könnten in der Free Agency relativ günstig zu haben sein. Mike Hilton wäre zudem eine mögliche Slot-Option, Denzel Ward und Greedy Williams könnten dann außen spielen. Auch im Draft dürfte die Secondary eine Option sein.

Die Browns haben also gute Voraussetzungen, um auch 2021 um die Playoffs mitspielen zu können. Das Team sollte auf dem Papier eher stärker als schwächer werden. Ein "dauerhaftes Playoff-Team" zu werden, ist in der NFL allerdings beinahe unmöglich - die Patriots mit Brady und Belichick mal ausgenommen. Erfolgsserien wie die der Seahawks (in 9 von 11 Saisons unter Pete Carroll in den Playoffs), Ravens (in 9 von 13 unter John Harbaugh) oder der Steelers (in 9 von 14 unter Mike Tomlin) sind in der NFL nach wie vor klare Ausnahmen.

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