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NFL

Third and Long - der Mailbag zum Spieltag: Browns, Dolphins, Ravens: Wer kommt in die AFC-Playoffs?

SPOX-Redakteur Adrian Franke beantwortet jeden Dienstag eure Fragen zum Spieltag.

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NFC Mini Power Ranking - Nächste Head-Coach-Kandidaten

OnLy_GB: Sind die Bucs mittlerweile tatsächlich das beste NFC-Team, nachdem sowohl die Packers, als auch die Seahawks gefühlt immer mehr abbauen?

Tampa Bay hat auf dem Papier das beste Team in der NFC, dabei bleibe ich. Aber was sie davon auf dem Platz abrufen, geht mir noch immer zu häufig zu weit davon weg und so sehe ich - sofern Drew Brees jetzt nicht länger fehlt - die Saints aktuell an der Spitze der Conference.

1. New Orleans Saints: Auch New Orleans hat einen durchaus kompletten Kader, jetzt wo offensiv endlich alle Waffen zur Verfügung stehen und gleichzeitig die Defensive Front signifikante Fortschritte über die letzten Wochen gemacht hat. Die Saints können so offensiv - mit Brees' Präzision, mit der Offensive Line, mit Alvin Kamara und den beiden Wide Receivern - Spiele komplett kontrollieren und dann defensiv die Line of Scrimmage gewinnen. Nicht die schlechteste Erfolgsformel. Allerdings macht die Brees-Verletzung die Saints eben doch zu einer Wundertüte.

2. Tampa Bay Buccaneers: Im Wissen, mich hier zu wiederholen: Tampa hat alle individuelle Qualität, die man braucht, um zu dominieren - aber in puncto Coaching zumindest auf der offensiven Seite des Balls wird dieses Potenzial einfach nicht in voller Stärke auch aufs Feld gebracht. Tampa hat so immer einen gewissen Deckel nach oben hin, und mehr Ungewissheit. Wenn mal alles zusammenläuft, sind die Bucs neben Kansas City das gefährlichste Team der Liga, weil eben auch die Defense dann mal eben ein Spiel komplett an sich reißen kann. Aber dass alles so richtig zusammenläuft, hängt eben maßgeblich davon ab, in wie weit offensiv die individuelle Klasse dominiert und in wie weit defensiv das Matchup passt. Aber die Base Line sehe ich bei den Saints aktuell eine Stufe über Tampa.

3. Green Bay Packers: Inzwischen ist relativ klar ersichtlich, was für eine Art Team die Packers sind. Ein Team mit einer äußerst wackligen Defense, ganz besonders aber nicht nur gegen den Run. Das setzt die eigene Offense Woche für Woche unter enormen Druck, und weil man Aaron Rodgers in Topform (meistens jedenfalls), eine exzellente Offensive Line und einen der absolut besten Wide Receiver der Liga in Davante Adams hat - zusätzlich zu Matt LaFleur, der als Play-Caller eine der großen positiven Überraschungen dieser Saison ist. Wenn die Offense ins Rollen kommt, ist es ein echtes Problem, allerdings sind die Packers eben insbesondere gegen gute Teams auch darauf angewiesen, dass die Offense derart rollt.

4. NFC West Team der Woche: Hier kann man wöchentlich austauschen. Die Rams sind potenziell das kompletteste Team, Arizona und Seattle haben mehr Upside, insbesondere offensiv, sind aber jeweils definitiv inkonstant. Hier stehen noch sehr viele direkte Duelle an, Arizona und die Rams etwa haben noch gar nicht gegeneinander gespielt. Diese direkten Division-Duelle werden letztlich auch den Division-Sieger bestimmen. Aktuell sehe ich, auch wenn sie auf sehr unterschiedlichen Wegen dahin kommen, Rams, Seahawks und Cardinals nahezu komplett auf Augenhöhe.

Tino reukauf, GermanDraftNerd93 und Nimod#89: Nach der Hälfte der Saison sollte klar sein, dass einige Head-Coach-Posten neu besetzt werden. Wer sind für dich aktuell die aussichtsreichen Kandidaten aus College und NFL?

Jede Liste in dieser Richtung wird dieses Jahr vermutlich mit Eric Bieniemy anfangen, und das zu Recht. Der Offensive Coordinator der Chiefs hätte schon letztes Jahr ein absoluter Top-Kandidat sein müssen, die Browns, Cowboys, Giants, Panthers und auch das Football Team aus Washington entschieden sich für andere Kandidaten.

Mit offensiv gut besetzten Teams wie den Falcons oder Texans, die bereits auf der Suche sind, gibt es für Bieniemy mehrere mögliche Spots und es wäre schon eine echte Überraschung, sollte der kommende Januar abermals ohne einen Head-Coach-Posten für Andy Reids rechte Hand verlaufen.

Eine Stufe hinter Bieniemy würde ich Greg Roman setzen, den Offensive Coordinator der Ravens. Die erste Frage bei Roman wird sein, ob jedes Team ihn als passenden Kandidaten für die eigene Offense sieht. Die zweite Frage wird sein, für wie anpassungsfähig Teams Roman halten, der gerade in Baltimore mit seiner Option-Offense einige ähnliche Probleme wie schon vor Jahren in San Francisco hat. In Baltimore konnte er über die vergangenen Jahre in jedem Fall von einem der besten Head Coachs der Liga lernen.

Mindestens gleichauf mit Roman, und potenziell auf der Überholspur ist Buffalos Offensive Coordinator Brian Daboll. Daboll leistet dieses Jahr bei den Bills fantastische Arbeit, nicht nur mit seinen offensiven Designs, den Game Plans und dem generellen Play-Calling, sondern vor allem dahingehend, dass er Josh Allen ideale Möglichkeiten verschafft, um sich zu entwickeln und um trotz seiner Schwachstellen gut auszusehen. Und erfolgreich einen Quarterback weiterentwickeln sowie um dessen Qualitäten herum planen, ist mit die am stärksten gesuchte Coach-Eigenschaft in der heutigen NFL.

Spannend ist die Frage, ob ein Team Todd Bowles noch eine Chance gibt. Dessen Amtszeit bei den Jets war nicht gerade vom Glück verfolgt, im direkten Vergleich mit Adam Gase aber erscheint sie schon wieder ein wenig in einem anderen Licht. Gleichzeitig hat Bowles davor in Arizona und jetzt in Tampa Bay eindrucksvoll unter Beweis gestellt, was er defensiv drauf hat. Bereits gescheiterter, defensiver Head Coach - oder ein exzellenter Coordinator, der aus seiner ersten Head-Coach-Amtszeit gelernt hat? Je nachdem, wo Teams ihn hier einordnen, wird sich entscheiden, ob Bowles eine neue Chance bekommt.

Baltimores Defensive Coordinator Don Martindale könnte ebenfalls ein spannender Kandidat sein, genau wie Greg Roman hatte auch er letztes Jahr bereits mehrere Interviews. Auch Josh McDaniels (OC Patriots) und Robert Saleh (DC 49ers) waren letztes Jahr im Rennen und könnten im kommenden Januar abermals mehrfach gehandelte Kandidaten sein. Auch Colts-DC Matt Eberflus halte ich hier für denkbar, Eberflus soll in Liga-internen Kreisen bereits seit einer Weile einen exzellenten Ruf haben, und in Indianapolis leistet er gerade exzellente Arbeit. Wer Interesse an einem Kandidaten aus der Wide-Zone-Play-Action-Schule hat, könnte zudem bei Titans-OC Arthur Smith anfragen.

Mit die größte Wildcard für mich ist Joe Brady. Nachdem er bei LSU gemeinsam mit Joe Burrow maßgeblich mitverantwortlich für eine der großartigsten Passing-Saisons im College aller Zeiten war, leistet Brady aktuell in Carolina ebenfalls großartige Arbeit und ist schon jetzt einer der spannendsten offensiven Play-Caller in der NFL.

Brady ist erst 31 Jahre alt, und auch wenn er mit den Saints, LSU und jetzt den Panthers bereits eine eindrucksvolle Coaching-Vita hat: ist er schon bereit für diesen großen Schritt? Auf der anderen Seite könnte ein Team ohne Zweifel zu dem Schluss kommen, dass man lieber jetzt das Risiko mit Brady eingeht, als sich nach einer weiteren guten Saison gegen zahlreiche Mitbewerber durchsetzen zu müssen.

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