Cookie-Einstellungen
Suche...
NFL

NFL - Rams vs. Cowboys: Hoffen auf die große Show im 5-Milliarden-Dollar-Palast

SoFi Stadium erlebt am Sonntag sein erstes Sunday Night Game in der NFL

Im ersten Sunday Night Game der NFL-Saison 2020 treffen die Los Angeles Rams auf die Dallas Cowboys (Montag, ab 2.20 Uhr live auf DAZN) im neuen SoFi Stadium. Neben der Premiere der imposanten neuen Spielstätte steht jedoch auch sportlich eine gute Show auf dem Programm.

Sichere Dir jetzt Deinen DAZN-Gratismonat und schaue Woche 1 der NFL inklusive RedZone-Konferenz live!

Ein Motto ist schnell gefunden für das erste Sunday Night Game der neuen NFL-Saison: Der Star ist das Stadion! SoFI Stadium in Inglewood/Kalifornien, knapp 14 Kilometer südwestlich von Los Angeles, um genau zu sein. Dieser knapp fünf Milliarden Dollar teure Gesamtkomplex nämlich feiert beim Heimspiel der Los Angeles Rams gegen die Dallas Cowboys seine Premiere. Leider ohne Zuschauer.

"Jerry hat uns alles über dieses Stadion erzählt", berichtete der neue Head Coach der Cowboys, Mike McCarthy unter der Woche. "Ich weiß, dass er aufgeregt ist für die Rams-Organisation und wieviel Aufwand in dieses Stadion reingesteckt wurde", fuhr McCarthy fort. Gemeint war sein neuer Teameigner, Jerry Jones, der maßgeblichen Anteil daran hatte, die Rams und damit die NFL nach L.A., den zweitgrößten TV-Markt der USA, zurückzubringen. "Es soll eine unglaubliche Sportstätte sein", sogar noch unglaublicher als das ebenfalls gigantische AT&T Stadium in Arlington/Texas, das Jones selbst errichtet hatte.

Die triumphale Premiere für die Rams, die Stadt und die gesamte Liga wird es aufgrund der fehlenden Zuschauer nicht, doch die Tatsache, dass diese Begegnung national in der Primetime zu sehen sein wird, bringt zumindest die dem Anlass gebührende Aufmerksamkeit für die 70.000 Zuschauer fassende komplette überdachte Arena.

Auf dem Feld wiederum werden beide Teams nicht minder schillernde Investments vorzeigen. Die Rams einigten sich erst kürzlich mit Cornerback Jalen Ramsey auf einen wahrlich einzigartigen neuen Vertrag. Als erster Defensive Back überhaupt durchbrach er die 100-Millionen-Dollar-Marke und schließt sich damit indes seinen Teamkollegen Quarterback Jared Goff und Defensive Tackle Aaron Donald im 100-Millionen-Klub der Rams an, wenn man so will.

Los Angeles Rams: Drei Topverdiener belasten Salary Cap 2021 enorm

Alle drei zusammen schlagen in diesem Jahr mit 60 Millionen Dollar auf die Salary Cap, aber nur, weil Ramsey in dieser Spielzeit ein sehr geringes Grundgehalt angesichts seines Signing Bonus in Höhe von 25 Millionen Dollar einstreicht. In der kommenden Saison zählen alle drei mit rund 85 Millionen gegen die Salary Cap und damit mutmaßlich zu fast 50 der dann wegen Corona reduzierten Obergrenz (175 Millionen Dollar).

Ein Szenario, das jedoch auch den Cowboys ins Haus steht, die bereits jetzt zahlreiche Spieler mit langfristigen Verträgen ausgestattet haben, die erst ab der kommenden Saison richtig hohe Cap-Zahlen nach sich ziehen werden. Und da ist Quarterback Dak Prescott noch gar nicht eingerechnet. Jener verdient in diesem Jahr 31,4 Millionen Dollar unter dem Franchise Tag und wird sehr wahrscheinlich nach den neuen Verträgen für Patrick Mahomes und Deshaun Watson sicherlich auch in den künftigen Verhandlungen ein Jahresgehalt im Bereich von rund 40 Millionen Dollar anpeilen.

Das allerdings ist Zukunftsmusik. In dieser Saison jedenfalls reisen die Cowboys als Favorit nach L.A., zu hochklassig ist die Mannschaft besetzt als dass sie aktuell mit den Rams auf Augenhöhe verortet werden könnte. Da geht es schon löst in der Offense. Jene sieht der der Rams der vergangenen Jahre zwar recht ähnlich - die Cowboys werden wohl sehr häufig auf 11-Personnel setzen, also mit drei Wide Receivern und einem Tight End - doch sie dürfte gerade am Sonntag den Vorteil haben, dass es den Rams wohl an adäquaten Gegenmaßnahmen fehlt.

Die Rams-Secondary hat im Prinzip nur einen verlässlichen Cornerback in Jalen Ramsey. Troy Hill, Darious Williams oder auch David Long hingegen haben alle noch nicht nachgewiesen, Leistungsträger sein zu können. Gegen eine Receiver-Riege um Amari Cooper, Michael Gallup und CeeDee Lamb könnte das nun schon zu wenig sein.

Dallas Cowboys: CeeDee Lamb als Jerry Jones' Wunschspieler

Letzterer steht freilich direkt unter besonderer Beobachtung, ist er doch der Erstrundenpick, dem Jerry Jones - auf seiner Luxus-Yacht in bester Bond-Bösewicht-Manier - während des Drafts im April an Position 17 einfach nicht widerstehen konnte. Eigentlich war hier ein Cornerback angedacht, doch die Vorstellung, die Offense mit dem vermeintlich besten Receiver einer ohnehin besonderen Draft-Klasse entscheidend zu verstärken, war dann doch zu verlockend. Letztlich war das sicher der richtige Schritt, den einen größeren Wert als Lamb hatte niemand zu dem Zeitpunkt im Draft.

Um seinen Stellenwert nachhaltig zu unterstreichen, gab Jones dem Rookie prompt die in Dallas so besondere Rückennummer 88, die zuvor nicht zuletzt Teamlegende und Hall-of-Famer Michael Irvin getragen hatte. Viel mehr Druck aber auch Anerkennung gibt es wohl kaum für einen Rookie.

Und den Cornerback bekam Jones dann aber doch noch. In Runde 2 nämlich fiel den Cowboys dann auch noch Trevon Diggs, ebenfalls einer der höher angesehenen Talente auf seiner Position, gewissermaßen in den Schoß. Er wird direkt als Starter und Nachfolger des nach Miami abgewanderten Byron Jones in die Saison gehen - ebenfalls keine ganz keinen Fußstapfen, die hier zu füllen sind.

Allerdings steht auch Diggs gleich auf dem Prüfstand, schließlich warten auf der anderen Seite mit Cooper Kupp oder Robert Woods ebenfalls formidable Gegenspieler.

Jerry Jones und sein Gegenüber, Rams-Teameigner Stan Kroenke, dem nebenbei auch die Denver Nuggets, Colorado Avalanche und der Arsenal Football Club gehören, stehen vor allem für Entertainment und eine große Show. Eine, die angesichts des Ambientes und der Protagonisten am kommenden Sonntagabend durchaus geboten werden könnte.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung