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NFL-Legende John Madden: Ein Leben für den Football

John Madden führte die Oakland Raiders zu ihrem ersten Super-Bowl-Triumph.

John Madden lebt für den Football. Der einstige Head Coach der Oakland Raiders verbrachte sein ganzes Leben im Football und drückte dabei der NFL seinen Stempel auf - auf verschiedensten Ebenen.

Viele Generationen von Footballfans kennen den Namen John Madden. Doch je nach Alter assoziieren sie komplett unterschiedliche Dinge mit diesem Mann.

Die jüngeren Fans etwa denken bei "Madden" sofort an das exorbitant erfolgreiche Videospiel "Madden NFL" von EA Sports, das jährlich millionenfach wie die FIFA-Reihe im Fußball verkauft wird und gerade in den USA stets ein absoluter Beststeller ist.

Die etwas älteren Footballfans denken bei Madden schon eher an den so beliebten TV-Experten, der gerade an der Seite der Kommentatorenlegenden Pat Summerall und Al Michaels über drei Jahrzehnte das Spiel wie kaum ein anderer präsentierte.

Doch noch davor wiederum war er ein äußerst erfolgreicher Head Coach der einstigen Oakland Raiders, der diese zu ihrem ersten Super-Bowl-Triumph geführt hat.

Drei erfolgreiche Karrieren für einen Mann, der Generationen verbindet. Das ist John Madden.

John Madden: Hall-of-Fame-Aufnahme "bester Ritt von allen"

Bei seiner Hall-of-Fame-Aufnahme im Jahr 2006 in Canton/Ohio sagte Madden, dass er sich fühle, als würde er zum zweiten Mal in seiner Karriere auf den Schultern seiner Mitstreiter vom Feld getragen werden. Anders als beim ersten Mal aber nicht von nur ein paar Leuten, sondern von Hunderten von Freunden und Wegbegleitern. "Dies ist der süßeste Ritt von allen", wie Madden es nannte.

Und dieses Mal ging es deutlich reibungsloser vonstatten als beim ersten Mal.

Jenes erste Mal ereignete sich im Rose Bowl von Pasadena/Kalifornien. Die Raiders hatten soeben Super Bowl XI gegen die Minnesota Vikings gewonnen und die Spieler versuchten, ihren Head Coach, der auch damals schon um die 150 Kilogramm auf die Waage brachte, vom Feld zu tragen. Ein unglücklicher Kameramann wollte ganz nah an der Aktion dran sein und wurde schließlich zum buchstäblichen Stolperstein der Prozession. Und so ging alles zu Boden, allen voran Madden.

Der Freude über seinen ersten und einzigen Super-Bowl-Erfolg tat dies jedoch keinen Abbruch.

Ehe Madden allerdings zur Coaching-, TV- und Videospiel-Ikone wurde, musste er zunächst mal einen schweren Rückschlag in seiner eigenen Footballkarriere überstehen. Bereits auf dem College von Oregon nämlich verletzte er sich so schwer am Knie, dass er sich einer Operation unterziehen musste. Für den Offensive Tackle war damit die Zeit bei den Ducks bereits nach einem Jahr wieder beendet.

Für das bedeutend kleinere College Cal Poly in San Luis Obispo nahe seiner Heimat in Nordkalifornien beendete er schließlich in Defensive und Offensive Line seine College-Karriere und wurde sogar in der 21. Runde des NFL Drafts 1958 von den Philadelphia Eagles gezogen. Aus seiner NFL-Karriere wurde jedoch nichts, da er sich bereits am ersten Tag des Training Camps das andere Knie ebenfalls schwer verletzte. Das Ende der aktiven Karriere.

Madden jedoch ließ den Kopf nicht hängen und bemühte sich, zumal er bereits kurz darauf Vater wurde und dringend Geld benötigte, um einen Coaching-Job.

John Madden: "Football spielen ist das Beste auf der Welt"

"Football spielen ist das Beste auf der Welt, Coaching ist das Nächstbeste", sagte Madden in seiner Folge der Doku-Serie "A Football Life" vom NFL Network Jahrzehnte später.

Maddens Coaching-Karriere begann 1960 als Assistant Coach des kleinen Hancock Colleges, ehe er 1962 dort den Posten des Head Coachs übernahm. Anschließend war er noch zwei Jahre Defensive Coordinator bei San Diego State, ehe er vom legendären Besitzer der Oakland Raiders, Al Davis als Linebackers Coach nach Oakland geholt wurde.

Ungefähr zu dieser Zeit kam Madden, der da schon über ausgiebige Coaching-Erfahrung verfügte, zu der erschreckenden Erkenntnis, eigentlich gar keine Ahnung von der Materie zu haben.

Diese Erkenntnis kam ihm, nachdem er ein Coaching-Seminar seines Vorbilds Vince Lombardi besucht hatte. "Er sprach acht Stunden über ein und dasselbe Play" - gemeint war freilich der berühmte Power-Sweep, der die Grundlage von Lombardis Offense bildete. "Ich konnte über so ziemlich jedes Thema sprechen, aber höchstens für zwei Minuten", erinnerte sich Madden, der danach anfing, sich weiterzubilden.

Das wiederum trug Früchte. Er studierte die Offense von Don Coryell, dem damaligen Head Coach von San Diego State und lernte anschließend weitere Elemente von erfolgreichen Coachs kennen. 1967 ging es zu den Raiders und nur zwei Jahre später, nachdem der damalige Head Coach John Rauch zurücktrat und nach Buffalo wechselte, beförderte Davis Madden schließlich zum neuen Head Coach - im Alter von 32 Jahren war er der jüngste in diesem Posten in der einstigen AFL.

John Maddens Offense: Das Beste vieler Welten

Madden verschwendete fortan keine Zeit und eilte von Sieg zu Sieg. Bereits in seiner ersten Saison gewann er die Western Division der AFL mit einer 12-1-1-Bilanz und scheiterte erst im AFL Championship Game an den Kansas City Chiefs.

Madden sorgte von Beginn an mit seinem Team für Furore. Es basierte auf seiner Defense, was sein Steckenpferd war, sowie auf diversen Offensiv-Elementen seiner Vorbilder. Grundlage bildete das Kurzpassspiel, das Madden in seiner Verletzungszeit in Oregon zusammen mit dem damaligen Quarterback des Teams, Norm Van Brocklin, auf Film studiert hatte.

Genauso jedoch setzten die Raiders seinerzeit auf die von Davis so geliebten Deep Balls und generell den offensiven Ansatz der Air Coryell Offense. Und auf dem Boden durfte der Power-Sweep von Lombardi nicht fehlen. Wie Madden später erklärte, war dies das naheliegende Vorgehen hinter einer Offensive Line mit drei späteren Hall-of-Famern - Art Shell (Left Tackle), Gene Upshaw (Guard) und Jim Otto (Center).

Die Raiders, die in zehn Jahren unter Madden nie eine negative Bilanz hatten, hatten anfangs nur einen Makel: Der ganz große Wurf blieb aus. Die Raiders verloren fünf AFL/AFC Championship Games in sieben Jahren.

Dabei schlugen sie teils unvergessliche Schlachten und brauchten mitunter übernatürliche Ereignisse, um sie zu stoppen. Am denkwürdigsten war dabei freilich die "Immaculate Reception" von Franco Harris im AFC Championship Game 1972. Ein Touchdown zum Ende des Spiels, der bei Madden einen Wirkungstreffer hinterließ. Einer seiner Söhne erinnerte sich Jahre später, dass dies wohl die einzige Niederlage war, die Madden auch zuhause noch merklich zusetzte.

John Madden als Head Coach der Oakland Raiders

SaisonSiegeNiederlagenRemisPlayoffs
19691211Niederlage in AFL Championship (Chiefs)
1970842Niederlage in AFC Championship (Colts)
1971842-
19721031Niederlage in Divisional Round (Steelers)
1973941Niederlage in AFC Championship (Dolphins)
19741220Niederlage in AFC Championship (Steelers)
19751130Niederlage in AFC Championship (Steelers)
19761310Sieg in Super Bowl XI (Vikings)
19771130Niederlage in AFC Championship (Broncos)
1978970-
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