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NFL: Houston Texans vs. Indianapolis Colts - Vorentscheidung in der AFC South? Von wegen!

Die Houston Texans und Indianapolis Colts streiten sich in Woche 12 um Platz 1 in der AFC South.

Woche 12 der NFL-Saison 2019 beginnt mit einem echten Showdown in der AFC South: Die Houston Texans empfangen die Indianapolis Colts zu einem vorweggenommenen Endspiel. Oder doch nicht? Eigentlich ist die Division noch komplett offen und jeder hat noch Chancen auf Platz 1. Houston gegen die Indianapolis seht Ihr Freitag um 2.20 Uhr live auf DAZN.

Vor Saisonstart und bevor in Indianapolis die Bombe platzte, dass Quarterback Andrew Luck von Bord gehen würde, waren die Texans und Colts die zwei Teams, die im Fokus standen in der AFC South. Beide legten in den vergangenen Jahren die wohl größte Konstanz an den Tag, was für Indy freilich nur für die Zeit mit Luck galt. Dennoch gingen beide als Favoriten in die Saison.

Seither allerdings ist einiges passiert. Die Colts verloren erst Luck und dann zeitweilig auch dessen Nachfolger Jacoby Brissett, machten jedoch über weite Teile der Saison das Beste daraus. Wirklich problematisch war bis hierhin eigentlich nur die peinliche 12:16-Pleite gegen die Miami Dolphins. Überzeugt haben sie hingegen nicht zuletzt beim Sieg im direkten Duell - 30:23 gegen die Texans Mitte Oktober.

Houston wiederum hatte seinen Top-Quarterback und zeitweiligen MVP-Kandidaten Deshaun Watson durchweg zur Verfügung. Ein Umstand, der das Team von Coach Bill O'Brien aber nicht davon abhielt, dennoch ordentlich Achterbahn zu fahren. Da war etwa die Pleite gegen die Panthers Ende September, gefolgt von einer Deklassierung der Falcons und einem beachtlichen 31:24-Sieg über Patrick Mahomes und die Kansas City Chiefs. Es folgten die Pleite in Indy, zwei Pflichtsiege gegen Oakland und Jacksonville sowie die Klatsche am vergangenen Sonntag in Baltimore.

Unterm Strich kommen damit beide bei 6-4 raus, sodass das anstehende Thursday Night Game zwischen den beiden schon vorentscheidenden Charakter haben könnte. Ein Sieg hievt das jeweilige Team für den Moment an die Spitze der Division. Garantiert wäre damit jedoch noch gar nichts, viel zu eng geht es im Süden der AFC in diesem Jahr zu.

NFL Week 12: Die Tabelle der AFC South

PlatzTeamSiegeNiederlagenSiegquotePoint Differential
1Indianapolis Colts64.600+21
2Houston Texans64.600+13
3Tennessee Titans55.500+6
4Jacksonville Jaguars46.400-33

Das macht die AFC South zur wohl am engsten umkämpften Division der NFL im Jahr 2019. Was spricht also für und gegen die vier Teams?

Houston Texans

  • Für die Houston Texans spricht unzweifelhaft der Quarterback. Auch wenn Watson in Baltimore ordentlich einstecken musste und mit seinem Team unterging, ragt er auf die Saison betrachtet fraglos heraus. Vor dem direkten Duell mit Lamar Jackson sahen nicht wenige Experten Watson als MVP-Kandidaten Nummer 1. Eine unterirdische Gesamtleistung wird nun zumindest nichts daran ändern, dass Watson zur Elite in dieser Saison zählt. Nach Total QBR (71,9) belegt er Platz 5 der NFL.
  • Ebenso verfügen die Texans über einen der besten Wide Receiver dieser Liga. DeAndre Hopkins ist essenziell nicht zu stoppen und fängt seit geraumer Zeit stets mindestens fünf Pässe pro Spiel. Zudem könnte Will Fuller bald wieder fit sein, was Watson mehr Optionen gibt. Kenny Stills war nicht nur in Abwesenheit des verletzten Speedsters eine willkommene Verstärkung.
  • Gegen die Texans spricht freilich, dass sich ihre Defense in problematischer Verfassung befindet. Die Secondary sieht gerade gegen schnelle Receiver eher alt aus. Und an der Front fehlt J.J. Watt an allen Ecken und Enden. Wie ESPN ermittelt hat, generieren die Texans ohne Watt auf dem Feld gerade mal eine Pass Rush Win Rate von 29 Prozent. Das wäre Platz 31 in der NFL, nur die Lions sind schlechter.
  • Wenig überraschend kommt auch dieses Jahr wieder hinzu, dass die Offensive Line mit einer Adjusted Sack Rate von 8,6 Prozent immer noch im unteren Drittel der Liga unterwegs ist. Watson steht also weiterhin unter Dauerbeschuss, was die Sache keineswegs leichter macht.

Indianapolis Colts

  • Für die Colts sprechen vor allem die Fundamentals, wenn man so will: Sie stellen offensiv das siebtbeste Run Game der Liga (2,1 Prozent DVOA) und spielen defensiv gegen den Pass überdurchschnittlich gut (-2,5 Prozent DVOA, Platz 10). Damit sind sie nicht nur gegen die Texans recht gut gerüstet.
  • Der Trend bei den Verletzungen geht in die richtige Richtung. Wide Receiver T.Y. Hilton hat nun sechs Wochen mit einer Wadenverletzung verpasst, steht aber kurz vor der Rückkehr, was der Offense auch im Passspiel einen Boost geben dürfte. Auch zeigt insbesondere Zach Pascal positive Ansätze und würde von einer Rückkehr des Nummer-1-Receivers dank dann weniger Aufmerksamkeit des Gegners sicher profitieren.
  • Weiterhin problematisch bleibt jedoch die Tatsache, dass die Colts eben doch immer noch Luck vermissen. Brissett ist ein solider Quarterback, aber keiner, der ultimativ den Unterschied ausmacht. Entsprechend schwach ist die Passing Offense (2,1 Prozent DVOA, Platz 20). Zudem hält Brissett den Ball tendenziell zu lange, was auch die Verschlechterung der Pass-Protection im Vergleich zur Vorsaison erklären würde. Mittlerweile ist die Adjusted Sack Rate von 6,2 Prozent kein Top-10-Wert mehr.
  • Dann wäre da noch die unerklärliche, auch auf eine wacklige Defense zurückzuführende Inkonstanz. Die vier Niederlagen bislang kamen allesamt gegen Teams, die man eigentlich hätte schlagen können - teilweise müssen. Insofern ist das verhältnismäßig leichte Restprogramm auch nicht zwangsläufig ein Vorteil, sondern gleicht eher einer Wundertüte.

Tennessee Titans

  • Was zählt am meisten in der NFL? Touchdowns! Und wo erzielt man diese am ehesten? In der Red Zone natürlich! Welches Team ist am effizientesten in selbiger? Überraschung, es sind die Tennessee Titans! Sie scoren Touchdowns in 72 Prozent ihrer Red-Zone-Trips! Grund dafür ist vor allem Ryan Tannehill, der seit seiner Inthronisierung als Starter das Team zu zehn Touchdowns in ebenso vielen Red-Zone-Trips geführt hat. Mit Marcus Mariota war man noch bei 53 Prozent.
  • Sie haben es noch absolut selbst in der Hand. Die Titans spielen noch zweimal gegen Houston sowie an den kommenden zwei Wochenenden gegen die Jaguars und in Indianapolis - hinzu kommt ein Auswärtstrip nach Oakland am zweiten Sonntag im Dezember. Mit nur einem Spiel Rückstand auf die zwei Top-Teams ist für Mike Vrabels Truppe noch alles möglich, und die Defense könnte unter dem Strich die beste Defense in der Division sein.
  • Bei aller Euphorie, besonders nach dem Sieg über die Chiefs, darf man nicht vergessen, dass die Titans im Grunde genommen aber ein Durchschnitts-Team sind. Sie belegen Platz 19 in Offense DVOA und 16 in Defense DVOA. Sie verteidigen zwar sehr gut gegen den Lauf (Platz 4), haben aber offensiv keine klar dominante Stärke. Es erscheint unwahrscheinlich, dass sie die bislang fehlende Konstanz in dieser Saison für den Schlussspurt finden werden.
  • Die Wide Receiver sind weiter ein großes Fragezeichen. Rookie A.J. Brown ist der Leading-Receiver mit 442 Yards, aber erstens ist das nach zehn Spielen nicht sonderlich beeindruckend und zweitens unterstreicht es, dass sich keiner wirklich in den Vordergrund gespielt hat. Die Titans haben zum Beispiel viel zu wenig aus Slot-Receiver Adam Humphries gemacht, während Tight End Delanie Walker angeschlagen ist, ebenso wie Wide Receiver Corey Davis. In einer Passing League braucht es mehr verlässliche Waffen.

Jacksonville Jaguars

  • Mit zwei Spielen Rückstand sind auch die Jaguars noch im Rennen. Nick Foles hat bereits zweimal die Eagles mit starken Schlussspurts in die Playoffs geführt. Aller guten Dinge sind bekanntlich drei! Zudem verfügt Foles mit D.J. Chark auch noch über einen Big-Time-Receiver, der in dieser Saison seinen Breakout geschafft hat.
  • Generell stellt sich die Saison der Jaguars schwierig dar. Doch auf eines können sie sich immer noch verlassen: Der Pass Rush funktioniert! Mit Yannick Ngakoue, Calais Campbell und Rookie Josh Allen bringen sie es an der Front immer noch auf eine beachtliche Adjusted Sack Rate von 7,9 Prozent (Platz 6). Pass Rush funktioniert nahezu immer als Gamebreaker in einem Spiel.
  • Insgesamt jedoch machen die Jaguars als Mannschaft in ihren jeweiligen übergeordneten Units nicht allzu viel richtig gut. Offensiv sind sie 15. im Pass- und 24. im Laufspiel, wobei Letzteres schockierend ist mit Doug Marrone als Coach, Tom Coughlin als Übervater und Leonard Fournette auf dem Platz. Defensiv wiederum sind sie Elfter gegen den Pass und das zweitschlechteste Team gegen den Lauf (5,6 Prozent DVOA), was ebenfalls überrascht und keine gute Grundlage für Erfolg liefert.
  • Das Restprogramm spricht nicht für die Jaguars. Sie spielen nur noch zweimal gegen direkte Division-Konkurrenz, in Woche 12 in Tennessee und in Woche 17 gegen die Colts. Dazwischen liegen machbare, aber unangenehme Aufgaben (Buccaneers, Chargers, Raiders, Falcons), die man bestehen kann, aber aufgrund der bisher gezeigten Leistungen auch nicht muss.
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