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Das Receiving Corps der New England Patriots - so steht es um Gordon, Harry und Thomas

Josh Gordon steht den New England Patriots 2019 wieder zur Verfügung.

Das Receiving Corps der New England Patriots besteht aus weit mehr als nur Julian Edelman. Neben ein paar vielversprechenden Rookies und letztjährigen Underdogs ist nun auch Josh Gordon zurück. Zudem hat man noch einen echten Star in der Hinterhand. SPOX gibt den Überblick kurz vor den finalen Kader-Cuts.

Vor nicht allzu langer Zeit wurde das Receiving Corps der Patriots als potenzielle Schwachstelle betrachtet; zu viele Fragezeichen umgaben diesen Mannschaftsteil. Mittlerweile jedoch wurden aus den Frage- nicht wenige Ausrufezeichen.

Klar ist in erster Linie, dass Julian Edelman die unumstrittene Nummer eins dieser Gruppe ist. Nicht zuletzt durch seine MVP-Vorstellung im Super Bowl und dem schier blinden Verständnis mit Quarterback Tom Brady ist er nicht wegzudenken aus New England. Und auch Phillip Dorsett hat sich im Laufe der letzten zwei Jahre festgespielt und gilt gerade als Deep Threat als veritable Anspielstation. Ein Spieler für spezifische Rollen, die aber füllt er gut aus.

Beide allerdings hatten zuletzt mit Handproblemen zu kämpfen. Edelman verpasste mehrere Wochen mit einer Daumenfraktur, ist mittlerweile aber wieder einsatzfähig. Dorsett plagt auch der Daumen, die Schwere der Verletzung ist jedoch unklar.

Dahinter allerdings ist die Hierarchie noch offen. Zudem kämpfen noch ein paar Kandidaten um das Überleben im Kader, und die Rückkehr von Josh Gordon könnte generell einiges durcheinanderwirbeln.

N'Keal Harry

Erstmals überhaupt in der Ära Bill Belichick (seit 2000) haben die Patriots einen Wide Receiver in der ersten Runde des Drafts gezogen. Harry ist also gewissermaßen der Auserwählte und soll auf lange Sicht die Nummer-eins-Option New Englands werden.

Bisher aber konnte er noch nicht viel von dem zeigen, was ihn so interessant gemacht hat für New England.

Im Camp hatte Harry im Zusammenspiel mit Brady sowohl gute als auch schwächere Tage. Im ersten Preseason-Spiel gegen Detroit präsentierte sich Harry dann solide mit zwei Receptions bei zwei Targets - sehenswert war dabei seine 25-Yard-Reception.

Mehr allerdings war noch nicht drin für Harry, denn im gemeinsamen Training mit den Tennessee Titans verletzte sich der Rookie und spielte folglich nicht in Woche 2. Mittlerweile ist er aber zumindest auf den Trainingsplatz zurückgekehrt. Ob er aber schon früh zu den prominenteren Optionen im Passspiel gehören wird, muss zumindest bezweifelt werden.

Josh Gordon

Die NFL hat Josh Gordon nach dessen Drogenproblemen gewissermaßen auf Bewährung wieder eingestellt. Er wird zwar frühestens in Preseason-Woche 4 spielen können - eher unwahrscheinlich -, aber trainieren darf er bereits.

Die Patriots setzten ihn jedoch prompt auf die Non-Football Injury List, was bedeutet, dass er aktuell nicht am Mannschaftstraining teilnehmen, geschweige denn spielen kann. Der genaue Grund für diesen Schritt ist unklar. Es liegt jedoch nahe, dass Belichick einfach sicherstellen will, dass Gordon, der in der Offseason teilweise privat mit Brady trainiert hatte, körperlich wie geistig in der Verfassung ist, die für Football nötig ist.

Es wäre jedoch überraschend, würde Gordon nicht in Woche 1 der Regular Season Teil des aktiven Kaders sein - vorausgesetzt er erleidet keine Verletzung oder einen gesundheitlichen Rückfall. Dann stellt sich nur noch die Frage, ob er wie im Vorjahr ohne allzu große Anlaufzeit ein großer Teil der Offense sein kann.

Damals hielt man seine Snaps und Routes zu Beginn noch in Grenzen, ehe er dann speziell bei Deep Routes und in der Red Zone zum größeren Faktor wurde.

Maurice Harris

Wer nur die Minicamps und den ersten Teil des Training Camps beobachtet hätte, würde nun gesichert davon ausgehen, dass Harris den Sprung in den Kader schafft. Harris lernte das Playbook schnell und zeigte sich sicher im Passspiel. Zunächst freilich nur im Zusammenspiel mit den Backup-Quarterbacks, letztlich aber auch mit Brady im Training.

Harris' Problem ist nun aber, dass auch er sich letztlich gegen die Titans im Training verletzt hat und seither fehlt. Auch er war Anfang dieser Woche wieder zu Beginn des Trainings, der für die Medien zugänglich ist, auf dem Feld, inwieweit er aber einsatzfähig ist, bleibt unklar.

Wenn fit, wäre er ein Kandidat als zusätzlicher Outside-Receiver, ist aber vor allem im Slot zuhause.

Jakobi Meyers

Ein weiterer Receiver, der schon über den ganzen Sommer hinweg von sich reden machte und dann auch im Camp und der Preseason weitere Ausrufezeichen setzte, ist Jakobi Meyers, ein Undrafted Rookie Free Agent. Meyers ist nicht der schnellste Receiver im Team, er läuft aber sehr saubere Routes und hat sehr gute Hände.

Er schafft es, sich von seinen Gegenspielern zu lösen, hat einen effizienten Release und liest Defenses gut - er war in der Vergangenheit Quarterback, was ihm gerade im Offensivsystem der Patriots mit vielen Option-Routes nun zugutekommt.

Basierend auf den bisherigen Eindrücken ist es schwer vorstellbar, dass Meyers den Cut nicht schafft. Zu gut präsentierte er sich bis hierhin.

Braxton Berrios

Der letztjährige Sechstrundenpick ist ein reiner Slot-Guy und Punt-Returner. Er ist wuselig, flink und schnell und würde theoretisch ideal ins Patriots-System passen. Im Vorjahr wurde er als möglicher Nachfolger von Danny Amendola angesehen, doch stoppte ihn eine Verletzung schon vor Saisonbeginn. Er verbrachte 2018 komplett auf Injured Reserve.

In diesem Jahr zeigt er gute Ansätze, angesichts der nun doch beträchtlichen Konkurrenz ist sein Platz im Kader aber äußerst gefährdet. Sollte sich nicht noch jemand verletzen, dann schafft Berrios den Cut nicht. Immerhin wäre er dann aber ein guter Anwärter auf einen Platz im Practice Squad.

Demaryius Thomas

Die große Unbekannte ist Demaryius Thomas, der Receiver, der neben Edelman wohl die beste Reputation und größte Erfahrung in diesem vorläufigen Kader mitbringt. Er stand allerdings bis zu dieser Woche auf der Physically Unable to Perform List, nachdem er sich vor Ende der letzten Saison die Achillessehne gerissen hat.

Da er bislang noch kaum das Feld gesehen hat, lässt sich schwer einschätzen, welche Rolle für ihn vorgesehen ist. Speziell die Ankunft von Gordon zieht sogar in Zweifel, ob Thomas überhaupt notwendig wird für das Team.

Allerdings ist er eine Luxuslösung als Ersatzmann für Gordon, sollte er doch einen weiteren Rückfall erleiden.

Patriots-Receiver: Wer schafft es in den Kader?

SPOX-Ausblick: Julian Edelman, Josh Gordon und N'Keal Harry sind gesetzt, Jakobi Meyers kann man inzwischen ebenfalls in diese Liste packen. Matthew Slater - als reiner Special-Teamer hier nicht aufgeführt - ist ebenfalls sicher an Bord.

Das macht bereits fünf Wide Receiver, während bei dem jüngst verpflichteten Cameron Meredith einiges darauf hindeutet, dass er bis auf Weiteres auf der PUP-Liste bleibt. Phillip Dorsett wackelt mehr, als man vor zwei Monaten noch gedacht hätte, sollte letztlich aber auch dabei sein.

Sechs Receiver sind für die meisten NFL-Teams das Maximum; ein sehr dünnes Tight-End-Corps, die Sperre von Benjamin Watson zum Saisonstart und Slaters gesonderte Rolle als Special-Teamer öffnen womöglich die Tür für einen weiteren Receiver - das wäre dann der Spot, um den sich wohl Demaryius Thomas, Braxton Berrios und Maurice Harris streiten.

Und dieses Duell wird sich tatsächlich erst bis zur Cut-Deadline, auch in den letzten beiden Preseason-Spielen, entscheiden.

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