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NFL Die neuen Head Coaches Part 3: Die Browns als eine neue Macht?

SPOX blickt auf die neuen Head Coaches in der NFL.

Cincinnati Bengals

Neuer Head Coach: Zac Taylor

Bisherige Coach-Erfahrung: Assistent Texas A&M (2008-11/College), Assistent-QB-Coach Dolphins (2012), QB-Coach Dolphins (2013-15), Offensive Coordinator und QB-Coach Dolphins (2015), Offensive Coordinator und QB-Coach University of Cincinnati (2016/College), Assistent-WR-Coach Rams (2017), QB-Coach Rams (2018).

Was bringt Taylor mit? Es ist das Thema der diesjährigen Head-Coach-Suche: Wie Kitchens in Cleveland, Arians in Tampa Bay, Kingsbury in Arizona, Gase bei den Jets und LaFleur bei den Packers ist auch Taylor auf der offensiven Seite des Balls und insbesondere in der Arbeit mit Quarterbacks zuhause.

Taylor, der selbst im College und kurzzeitig in der CFL Quarterback gespielt hat, hatte seinen ersten großen Posten auf NFL-Level für die Dolphins, wo er die Quarterbacks trainierte und kurzzeitig als Offensive Coordinator einsprang. In puncto Scheme-Prägung ist er somit noch weitestgehend ein unbeschriebenes Blatt, der stärkste Einfluss kommt wohl aus der West Coast Offense, in der er unter seinem Schwiegervater Mike Sherman bei Texas A&M und teilweise auch bei den Dolphins gearbeitet hat.

In dieses Scheme fällt auch die Offense von Sean McVay, der Taylor 2017 nach L.A. lockte - insbesondere mit der Chance, schnell intern aufzusteigen.

McVay war angetan von Taylors Art, mit Spielern und mit anderen Coaches zu kommunizieren. Taylor gilt als ein sehr intelligenter, offener Coach mit guten Kommunikationsfähigkeiten, der McVays Ideen gleichzeitig bei internen Gesprächen auch immer wieder auf konstruktive Art und Weise herausforderte. Außerdem war er bei den Rams neben seiner Arbeit als Position-Coach auch für Play-Designs bei Third Down zuständig.

Seit Jahren wurde von den Bengals gefordert, sich für einen Neustart zu öffnen und nach all den Jahren unter Marvin Lewis frischen Wind einkehren zu lassen. Taylor markiert genau das, und dass eine solche Verpflichtung mit einem gewissen Risiko einhergeht, liegt in der Natur der Sache.

Wichtigste Baustelle: Die Offensive Line. Die Bengals haben in der jüngeren Vergangenheit einige Ressourcen in die Offensive Line gesteckt, dennoch war die Line in der vergangenen Saison wieder zu anfällig und eher im unteren Drittel der Liga einzuordnen.

Verletzungen insbesondere von Dalton, Green und Eifert machen eine Bewertung der Bengals-Offense in der vergangenen Saison schwierig, unabhängig davon ist aber klar: Dalton braucht dringend eine saubere Pocket, um gute Resultate abliefern zu können.

Personelles Fragezeichen: Andy Dalton. In den vergangenen Jahren stand Marvin Lewis sehr konstant in der Kritik. Doch bei allen berechtigten Vorwürfen gegen den langjährigen Bengals-Coach, insbesondere was mangelnde Flexibilität und mangelnden Fortschritt angeht, bleibt auch festzuhalten, dass sein Quarterback jahrelang als mediale "Trenn-Linie" für die Bewertung von Quarterbacks eingestuft wurde.

Will heißen: Mit Andy Dalton als Quarterback ist man zu gut besetzt, als dass man jedes Jahr aktiv nach einer Alternative Ausschau halten würde - aber nicht gut genug, dass der Quarterback einem selbst regelmäßig Spiele gewinnen kann. Oder anders formuliert: Mit Andy Dalton ganz hohe Ziele zu erreichen ist möglich, allerdings nur, wenn die Umstände - Offensive Line, Waffen, Play-Calling - perfekt passen. So wie es in Cincinnati zuletzt 2015 der Fall war.

Somit lautet die spannende Frage: Wie bewertet Taylor Dalton? Der Trainerstab, dazu gleich mehr, ist zweifellos mit einem Blick auf die Quarterback-Entwicklung zusammengestellt; sieht Taylor in Dalton noch Potential für eine Weiterentwicklung, insbesondere in seinem Quarterback-freundlichen Scheme?

Und die andere Seite des Szenarios: Sollte Taylor in seiner Evaluierung zu dem Schluss kommen, dass Dalton nur noch eine Übergangslösung ist - wie adressieren die Bengals die wichtigste Position dann?

Die Coordinators: Brian Callahan (Offensive Coordinator). Der offensive Trainerstab war in weiten Teilen schnell beisammen. "Er und sein Bruder (Press Taylor, Eagles-QB-Coach, Anm. d. Red.) haben ein Buch zusammengestellt und aktualisiert mit Kandidaten, die sie verpflichten würde. Sie hatten diese Liste und ihre grundlegende Philosophie immer bereit, das hat er nicht über die letzten Monate aufgestellt. Er war bereit", verriet Taylors Vater Sherwood der USA Today.

Dieser Stab beinhaltet verschiedene Einflüsse. Receiver-Coach Bob Bicknell hat in Philadelphia und San Francisco unter Chip Kelly gearbeitet, Offensive Coordinator Brian Callahan unter Adam Gase in Denver sowie zuletzt als Quarterbacks-Coach unter Jon Gruden bei den Raiders. Generell liegt Callahans Fokus seit Jahren auf der Arbeit mit Quarterbacks, genau wie der von Taylor selbst und auch Quarterbacks-Coach Alex Van Pelt soll bleiben.

Hier lassen sich einige Parallelitäten zu Doug Pedersons Start in Philadelphia ziehen. Ähnlich wie auch Pederson mit Frank Reich und John DeFilippo hat auch Taylor, der das Play-Calling selbst übernehmen wird, einen offensiven Stab zusammengestellt, der einen Fokus auf Coaches mit Erfahrung im Umgang mit dem Quarterback legt.

Und Taylor hat auch seinen Wunsch-Coach für die Offensive Line bekommen, der allerdings eine gehörige Kontroverse mitbringt: Jim Turner soll eine gewichtige Rolle im Mobbing-Skandal rund um die Miami Dolphins 2012 und 2013 gespielt haben, indem er vom stattfindenden Mobbing wusste, es aber durchgehen ließ und teilweise selbst sogar mit einstieg. Die Dolphins entließen Turner daraufhin, und 2016 wurde er aufgrund einer Präsentation, die als frauenfeindlich eingestuft wurde, auch im College bei Texas A&M suspendiert.

"Ich kenne ihn sehr gut und weiß, dass er ein großartiger Mensch ist", verteidigte Taylor seine Entscheidung; er "vertraue" Turner. Diese Entscheidung Taylors wird noch kritisch unter der Lupe bleiben - akuter ist allerdings das Problem auf der anderen Seite des Balls: Die Bengals haben noch immer keinen Defensive Coordinator gefunden.

Die Idee, ähnlich wie McVay einst bei den Rams oder dieses Jahr LaFleur bei den Packers und Kingsbury in Arizona, als junger Offense-Coach einen erfahrenen Defensive Coordinator zu verpflichten, scheint auf Eis gelegt; die einst gehandelten Jack Del Rio, Dom Capers und Dennis Allen sind wohl nicht mehr im Gespräch, Florida-DC Todd Grantham galt zuletzt als der Favorit und hätte dieses Profil ebenfalls erfüllt. Doch laut dem Enquirer bleibt Grantham wohl doch im College bei den Gators.

Die Suche auf dieser Seite des Balls dauert nun schon deutlich länger als geplant, was bei den Bengals Berichten zufolge für eine leicht angespannte Atmosphäre sorgt und Taylor nicht gerade einen idealen Start beschert. Einige weitere Kandidaten: Ex-Falcons-DC Marquand Manuel sowie Rams-CB-Coach Aubrey Pleasant.

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