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NBA

NBA Playoffs: Dallas Mavericks mit zu spätem Comeback! Golden State Warriors stehen wieder in den Finals

Von Robert Arndt
Die Golden State Warriors haben zum sechsten Mal in acht Jahren die Western Conference gewonnen.

Die Golden State Warriors stehen nach drei Jahren wieder in den NBA Finals. In Spiel 5 schlugen die Dubs die Dallas Mavericks mit 120:110, mussten aber trotz 25-Punkte-Vorsprung im dritten Viertel noch einmal kurzzeitig ein wenig zittern.

Ein 15:0-Lauf der Gäste im dritten Viertel drückte den Rückstand noch einmal in den einstelligen Bereich, doch im Schlussabschnitt fingen sich die Dubs wieder und brachten den Sieg über die Zeit und gewannen die Serie mit 4-1. Der Gegner in den NBA Finals steht noch nicht fest, im Osten führen die Boston Celtics im Moment mit 3-2 gegen die Miami Heat. Die Finals starten in der kommenden Woche in der Nacht auf Freitag, die Warriors haben in jedem Fall Heimvorteil.

Und diesen nutzten die Dubs auch gegen die Mavs. Klay Thompson fing vor heimischem Publikum ordentlich Feuer und war mit 32 Punkten (12/25 FG, 8/16 Dreier) Topscorer. Stephen Curry (15, 5/17, 9 Assists) hielt sich dagegen lange zurück und verwandelte nur zwei seiner sieben Dreier. Stattdessen war es vor allem eine runde Teamvorstellung, bei der sechs Spieler zweistellig scorten.

Andrew Wiggins (18, 7/16, 10 Rebounds) verteidigte erneut stark gegen Doncic, Kevon Looney (10, 18 Rebounds, 7 offensiv) stellte die Mavs unter den Brettern wieder vor Probleme. Jordan Poole (16) und Draymond Green (17, 6/7, 9 Assists) rundeten das starke Warriors-Team ab.

Für Dallas war Doncic (28, 10/28, 3/13 Dreier, 9 Rebounds, 6 Assists) doch noch Topscorer, der beste Akteur der Gäste war aber Spencer Dinwiddie (26, 7/12 FG, 5/7 Dreier, 7/9 FT). Dorian Finney-Smith (13, 6/10) spielte eine starke zweite Halbzeit, während Maxi Kleber (7, 3/6, 8 Rebounds) als einziger Mavs-Spieler mit nennenswerten Minuten ein positives Plus-Minus-Rating hatte (+2).

Saison der Dallas Mavericks endet in Spiel 5

Die Warriors erwischten einen Traumstart. Die Dreier fielen, Looney holte sich Offensiv-Rebounds und die Gastgeber forcierten Ballverluste. Dallas brauchte einige Minuten, kam aber nach einiger Zeit ins Spiel, auch wenn Doncic am Ring einiges liegen ließ (und keine Calls bekam). Curry humpelte etwas und trat eher als Passgeber in Erscheinung (schon 5 Assists). Golden State führte dennoch mit 28:23, für Dallas traf Dinwiddie zwei Dreier in den letzten 18 Sekunden.

Dann folgte aber die Lawine, Thompson und Poole trafen fünf Jumper am Stück (zusammen 17 Punkte), das Shotmaking der Dubs war in dieser Phase einfach unglaublich. Das änderte sich auch nicht, als Doncic zurückkehrte. Der Slowene wurde mehrfach am Korb abgeräumt (2/12 FG zur Pause), auf der Gegenseite traf Rookie Moses Moody Jumper mit ablaufender Uhr. Dallas' Offense nahm nun dank Dinwiddie wieder etwas Fahrt auf, es gelangen aber keine Stops mehr. Schon zur Pause roch es nach Blowout, obwohl Curry (5) erst 4 Würfe genommen hatte (69:52).

Und dieser nahm nach dem Wechsel weiter Form an. Thompson stand bereits bei sieben Dreiern, dazu kam auch Curry einige Male in die Zone. Der Vorsprung wuchs auf 25 Zähler an, aber mit einigen Dreiern (Bullock, 2x Doncic) erstickten die Mavs die aufkommende Partystimmung im Chase Center. Mit einem 15:0-Run war der Rückstand plötzlich nur noch einstellig, bevor Poole kurz vor dem Viertelende die Blutung stoppte. Und trotzdem: Es stand nur noch 94:84 und Dallas hatte vor dem Schlussabschnitt wieder Hoffnung.

Die Warriors hatten eine schnelle Antwort, bevor Green mit fünf Fouls auf die Bank musste. Dinwiddie zog drei Fouls am Stück, doch die Warriors bekamen durch die Arbeit am Brett durch Looney zahlreiche zweite Chancen. Das war drei Minuten vor dem Ende besonders bitter, als Dallas einen Stop holte, dann aber einen Thompson-Dreier fraß, der wie ein Dagger daherkam (115:100). Zwei Minuten vor dem Ende hisste Coach Jason Kidd die weiße Flagge und läutete so die Garbage Time ein.

Die wichtigsten Statistiken

Golden State Warriors (3) - Dallas Mavericks (4) 120:110 (BOXSCORE), Serie: 4-1

  • Dallas suchte die Zone, die Warriors-Bigs waren aber bockstark. Doncic agierte viel im Post, zog zum Korb und doch scorten die Mavs in den ersten zwölf Minuten nur 4 Zähler in der Zone. Die Warriors schafften es, gut zu verteidigen ohne zu foulen, gerade Doncic suchte immer wieder den Kontakt, bekam aber in Halbzeit eins nur ein Shooting Foul.
  • Das zweite Viertel der Warriors war nahe an der Perfektion. Natürlich sah die Defense der Mavs einige Male sehr schlecht aus, aber Golden State hatte auch für alles einen Konter. Fünf von sieben Dreier gingen durch die Reuse, alle drei Jumper aus der Mitteldistanz fielen. Die Gastgeber erzielten 41 Punkte (13/19 FG, 10/10 FT), spielten 11 Assists und leisteten sich nur 3 Turnover.
  • Mit Defense und Dreiern kamen die Mavs wieder zurück und auch im vierten Viertel gelangen Stops, doch die defensiven Possessions wurden nicht abgeschlossen. Alleine im Schlussabschnitt verbuchten die Warriors satte 8 Offensiv-Rebounds, die sie in 9 Zähler ummünzten. Dies war letztlich der wichtigste Aspekt für die Dubs, um das sich anbahnende Comeback der Mavs zu verhindern.
  • Vor der Serie wurden Turnover als ein Schlüssel-Stat für die Dubs identifiziert und auch in Spiel 5 machten es die Warriors gut. Zwar gewann Dallas dieses Duell mit 8:11, doch das war völlig im Rahmen für die Dubs. 8 Mavs-Ballverluste führten zu 16 Warriors-Punkten, Dallas erzielte nur 11 Zähler nach Turnover der Warriors.
  • Die Warriors stehen zum sechsten Mal in acht Jahren in den Finals. Ein solcher Run gelang letztmals den Chicago Bulls um Michael Jordan und Scottie Pippen zwischen 1991 und 1998. Unter Coach Steve Kerr haben die Warriors in der Western Conference seit 2014 noch keine einzige Serie in den Playoffs verloren.

Warriors vs. Mavs: Die Stimmen zum Spiel

Draymond Green (Warriors): "Das ist ein besonderer Moment, weil niemand daran geglaubt hat, dass wir mit dieser Gruppe noch einmal in die Finals einziehen würden. Klay Thompson hat zwei schlimme Verletzungen hinter sich, Steph brach sich die Hand und vor zwei Jahren haben wir gerade einmal 15 Spiele gewonnen."

Jason Kidd (Head Coach Mavs) über Luka Doncic: "Ich denke, wir sind uns einig, dass dies nicht sein bestes Spiel war. Es war eine Lektion für ihn und das komplette Team. Ich möchte damit nicht sagen, dass wir eine schlechte Saison gespielt haben. Wir hatten einen schlechten Abend zu einem schlechten Zeitpunkt."

Luka Doncic (Mavs): "Ich hasse es zu verlieren, besonders so wie heute. Ich habe fürchterlich gespielt. Dennoch bin ich sehr stolz auf unser Team. Niemand hat geglaubt, dass wir so weit kommen könnten."

Der Star des Spiels: Klay Thompson

Die ersten vier Spiele war es nicht seine Serie, doch diesmal war "Game 6 Klay" in Spiel 5 zur Stelle. Schon nach 29 Minuten Spielzeit hatte Thompson so viele Dreier (7) wie in den vier Spielen zuvor erzielt und stand damit sinnbildlich für das teilweise absurde Shotmaking der Warriors. Es ist die Story der Warriors-Saison, wenn Klay heiß läuft, sind die Dubs kaum zu schlagen. Es war nur passend, dass Thompson den Dagger traf, es war sein achter Dreier des Abends.

Der Flop des Spiels: Luka Doncic

Es war schon bitter für die Mavs. Die Rollenspieler wie Kleber, Frank Ntilikina oder Dinwiddie lieferten ab, doch Brunson (10, 3/10) und Doncic konnten ihre starken Playoffs nicht bestätigen. Doncic traf nicht nur lange schlecht aus dem Feld, sondern wurde in der Defense immer wieder gnadenlos attackiert und ließ seine Gegenspieler teils ohne Gegenwehr gewähren. Ein weiterer Nachteil der vielen vergebenen Leger: Der 23-Jährige war durch ausgedehntes Lamentieren meist der letzte Spieler, der umschaltete und die Mavs so häufig in den ersten 30 Minuten in prekäre Situationen brachte. Seine starke zweite Halbzeit kam deutlich zu spät, das Kind war da bereits in den Brunnen gefallen.

Die Szene des Spiels

Um noch einmal zu verdeutlichen, dass es nicht die erste Halbzeit des Luka Doncic und wie gut die Defense der Warriors war. Selbst als der Slowene Gegenspieler Andrew Wiggins im Post nass machte, waren dies noch keine sicheren zwei Punkte, weil eben die Hilfe da war, in diesem Beispiel Draymond Green, der Doncic gnadenlos abräumte. Auffällig: Green half Doncic danach sogar auf, der Respekt des Warriors-Star für den 23-Jährigen war schon die ganze Serie ersichtlich.

Warriors vs. Mavericks: Die Serie im Überblick

SpielDatumUhrzeitHeimAuswärtsErgebnis
119. Mai3 UhrGolden State WarriorsDallas Mavericks112:87
221. Mai3 UhrGolden State WarriorsDallas Mavericks126:117
323. Mai3 UhrDallas MavericksGolden State Warriors100:109
425. Mai3 UhrDallas MavericksGolden State Warriors119:109
527. Mai3 UhrGolden State WarriorsDallas Mavericks120:110
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