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NBA - MVP-Ranking im März: Luka Doncic? Ja Morant? Stephen Curry? Hochkonjunktur für die Snubs-Prediger

Trotz historischer Zahlen hat es Giannis im MVP-Rennen schwer.

Das MVP-Rennen geht in die heiße Phase und es bleibt unfassbar eng. Mit dabei: Der Versuch einer MJ-Imitation, der Kampf gegen Respektlosigkeiten und eine Snubs-Liste prominenter als das Oscar-Promiboxen. SPOX rankt die Top 5 im MVP-Rennen.

Eins ist gut eineinhalb Wochen vor dem Ende der regulären Saison glasklar: Die wenigsten Fanlager werden mit den Ergebnissen des finalen MVP-Votings zufrieden sein. An der Spitze werden zwei absolut verdiente Superstars leer ausgehen, sicherlich zum Unverständnis der Anhänger. Und dahinter bleiben eben nur noch zwei Plätze in der Top 5 für mehr als eine Handvoll hochkarätiger Kandidaten übrig. Das verspricht Hochkonjunktur für die Snubs-Listen.

SPOX zieht sich schon mal vorab den Ärger unter anderem der Mavs-, Grizzlies-, Warriors- und Nets-Fans auf sich. Im MVP-Rennen entscheiden dieses Jahr Kleinigkeiten, manchmal sicherlich auch ein Hauch Subjektivität. Wobei bei diesem Thema Ja Morant hier im Ranking weit vorne mit dabei sein müsste. Der 22-Jährige spielt ohne Zweifel eine unglaubliche Saison, macht Spaß wie kaum ein Zweiter, doch durch Verletzungen und die absolvierten Spiele (56) fällt er in Anbetracht der enormen Konkurrenz etwas zurück.

Stephen Curry kann sein hervorragender Saisonstart mittlerweile nicht mehr retten, Kevin Durant hat zu viele Partien verpasst, als dass er in der finalen Diskussion eine Rolle spielen könnte. DeMar DeRozan fiel durch den Bulls-Absturz aus dem Rennen. Und selbst Luka Doncic hat es trotz einiger absolut irrer Wochen letztlich nicht in die Top 5 geschafft, zu groß war die Hypothek des überschaubaren Saisonstarts. Das soll natürlich nicht seine bärenstarken Auftritte schmälern.

Vielmehr spricht es für die enorme Qualität des MVP-Rennens 2022 - wobei dieses Rennen eigentlich in zwei einzelne unterteilt werden muss. Das Rennen um den eigentlichen Award, das die Top 3 unter sich ausmachen wird. Und das Rennen um die Plätze 4 und 5. Es geht so eng zu, dass sich im Saisonendspurt noch einiges verschieben kann, doch Ende März sieht unser MVP-Ranking so aus:

PLATZ 5: JAYSON TATUM (Boston Celtics)

  • Platzierung im Vormonat: nicht gerankt
  • Teambilanz: 47-30, Platz 4 in der Eastern Conference
  • Stats 2021/22: 27,0 Punkte, 8,0 Rebounds und 4,3 Assists bei 45,1 Prozent aus dem Feld und 35,3 Prozent von Downtown (in 72 von 77 Celtics-Spielen)

Seit dem Jahreswechsel sind die Celtics eine Macht, erst recht seit dem All-Star Break. Seit der Pause Mitte Februar hat Boston nur vier Spiele verloren, auf der Habenseite stehen unter anderem Siege gegen Teams wie die Nets, Grizzlies, Warriors, Nuggets, Jazz oder Timberwolves, allesamt Blowouts wohlgemerkt. Das haben die Kelten einerseits ihrer hervorragenden Defense zu verdanken - andererseits einem überragenden Jayson Tatum.

Vor unser aller Augen hat sich der Dauerbrenner unter den MVP-Kandidaten (nur fünf verpasste Spiele) von einem Star in einen Superstar gewandelt. Seit dem All-Star Game legt er im Schnitt 31,7 Punkte, knapp 7 Rebounds und 5 Assists auf.

Wie wichtig er für sein Team ist, zeigen auch die On/Off-Stats: Boston ist laut Cleaning the Glass mit Tatum um 17,5 Punkte pro 100 Possessions besser als ohne ihn, nur ein Spieler hat einen besseren Wert vorzuweisen - und zu dem kommen wir später noch. In totalen Zahlen steht Tatum bei einem Plus/Minus von +595 über die gesamte Saison, in dieser Kategorie ist keiner besser. Er reißt allerdings auch die meisten Minuten unter der Top 5 ab, die aber immer auf einem hohen Niveau.

Zumindest seit ein paar Wochen. Der durchwachsene Saisonstart tut ihm im MVP-Ranking dagegen etwas weh, genau wie es auch bei Doncic der Fall ist. Beide sind dafür schon länger im Aufwind, um mal etwas tiefzustapeln. Da Tatum ganze 12 Spiele mehr absolviert hat als Doncic, bekommt er hier den hauchdünnen Vorzug.

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PLATZ 4: DEVIN BOOKER (Phoenix Suns)

  • Platzierung im Vormonat: nicht gerankt
  • Teambilanz: 62-14, Platz 1 in der Western Conference
  • Stats 2021/22: 26,4 Punkte, 5,0 Rebounds und 4,9 Assists bei 46,1 Prozent aus dem Feld und 37,6 Prozent von Downtown (in 65 von 76 Suns-Spielen)

März und April sind die Monate im NBA-Kalender, die an Respektlosigkeiten kaum mehr zu überbieten sind. Es sind die Monate, in denen die Award-Diskussionen in die heiße Phase gehen und da fühlt sich zwangsläufig immer irgendwer übergangen. Dann wird es höchste Zeit, möglichst öffentlich, möglichst laut auf diese Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen. Vergangene Woche rollte diese PR-Maschine für Devin Booker an.

Los ging es beispielsweise mit seinem Head Coach Monty Williams. "Ich habe gesehen, dass Devin in einem MVP-Ranking auf Platz 9 geführt wurde. Was sind da die Kriterien?", fragte der Suns-Coach ungläubig. "Die scheinen sich jedes Jahr zu ändern. Wenn ich anfange, mich damit auseinanderzusetzen, dann ärgere ich mich nur, dass zwei unserer Jungs nicht da stehen, wo sie stehen sollten."

Er spielte damit auf Booker und Chris Paul an. Letzterer fand sich im Laufe der Saison auch an dieser Stelle immer mal wieder in der Top 5 wieder, verpasste dann aber verletzungsbedingt einige Zeit. Und Booker? Der hielt die Suns auch ohne seinen kongenialen Backcourt-Partner an der Spitze des Westens, schenkte anderen Top-Teams 30+ und 40+-Spiele ein und kratzte dann in der Vorwoche gegen Denver gar an den 50 Zählern. Vor dem Spiel hatten die Nuggets ihn, wie Booker fand, mit einem falschen Bild auf dem Videowürfel gedisst.

Booker antwortete auf dem Parkett, anschließend drehte sich das "Disrespect"-Karussell ganz schnell in die andere Richtung, und zwar etwas zu weit. Isiah Thomas, Morant, Kyrie Irving, auf einmal war der 25-Jährige bei einigen der ganz großen Namen des NBA-Business als Top-3-MVP-Kandidat im Gespräch, mindestens. Das ist freilich übertrieben. Booker hat trotz spektakulärer Auftritte in der Top 3 nichts verloren, die spielt in dieser Saison nochmal in einer anderen Liga.

Dahinter ist auch dieser vierte Rang für Booker fast schon großzügig. Es balgt sich ein Quartett um die letzten beiden Plätze in der Top 5: Booker, Tatum, Morant und Doncic, jeder bringt für sich stichhaltige Argumente mit. Für den Suns-Star war trotz etwas "schlechterer" individueller Stats in erster Linie die Dominanz seines Teams auschlaggebend, Phoenix ist bilanztechnisch dem Rest der Liga schon längst enteilt. Auch das sollte gewürdigt werden.

Book wird sich laut StatMuse voraussichtlich in einen elitären Klub einreihen mit bislang neun Spielern, die mindestens 25/5/5 für ein Team mit einer Siegquote von 80 Prozent oder besser auflegten. Acht davon gewannen den MVP-Award. Der 25-Jährige wird also wohl der zweite Star sein, der auf diese Weise "nicht respektiert" wird. Vielleicht nutzt er es ja als Ansporn für die kommende Saison.

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