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NBA - Das Simmons-Chaos in Philadelphia: Die Sixers spielen mit Joel Embiids Geduld

Joel Embiid ist der Franchise-Star der Philadelphia 76ers.

Der wechselwillige Ben Simmons hat im Training für den nächsten Eklat gesorgt. Der Australier ist inzwischen suspendiert. Franchise-Star Joel Embiid ist genervt vom nächsten Drama in Philly. Wie lange bleibt der MVP-Kandidat geduldig?

"Ich bin kein Babysitter (...). Dieser Typ ist mir egal, ehrlich. Er soll machen, was er will. Das zählt nicht zu meinen Aufgaben, das muss er selbst entscheiden. Ich konzentriere mich darauf, wie ich das Team besser machen kann, dass wir hart spielen, Spiele gewinnen und dass ich die Spieler anführe, die wir haben. Ich glaube, die anderen sehen das auch so, weil es in unserer Mannschaft stimmt. Egal, was in den letzten Monaten alles passiert ist. Ich wiederhole mich gerne, es interessiert mich nicht."

Es waren klare Worte von Joel Embiid in Richtung Ben Simmons gegenüber den versammelten Journalisten, nur wenige Minuten, nachdem über die bekannten Newsbreaker Häppchen für Häppchen Details über die neuerlichen Vorfälle im Sixers-Training durchsickerten. Es wäre einfach gewesen, dazu einfach zu schweigen, doch Embiid zeigte klare Kante und stellte einmal mehr klar, dass er der Chef im Ring ist.

Flapsig gesagt hat Embiid schließlich genug Erfahrung mit solch unangenehmen Themen, die ihn in seiner Zeit bei den 76ers begleiten wie sein eigener Schatten. Hier nur mal ein kleiner Auszug aus Embiids Sixers-Zeit:

Sixers: Joel Embiid operiert aus einer Position der Stärke

Vermutlich haben wir an dieser Stelle noch die eine oder andere Anekdote vergessen, doch alleine diese Auflistung zeigt, wie chaotisch es bei den Sixers zuging und noch immer zugeht. Daran hat auch die Ankunft des neuen Präsidenten Daryl Morey vor einem Jahr nichts geändert. Dem Wahnsinn bleiben Tür und Tor geöffnet.

Embiid selbst ist ebenfalls kein Kind von Traurigkeit, auch er befeuerte teilweise das Chaos wie zum Beispiel mit seinen vielleicht ehrlichen, aber doch eher patzigen Aussagen zu Simmons nach der Niederlage in Spiel 7 gegen die Atlanta Hawks in den Conference Semifinals.

Gleichzeitig ist Embiid in einer Position, in dem ihm solche Sätze zustehen. Der Center ist 27 Jahre alt, einer der zehn besten Spieler der NBA und der glasklare Franchise Player. Erst im Sommer wurde dies dick und fett unterstrichen, als der Kameruner seinen Vertrag vorzeitig um vier Jahre bis 2027 verlängerte, was ihm knapp 200 Millionen Dollar einbringen wird.

Joel Embiid: Sein Vertrag bei den Philadelphia 76ers

Saison21/2222/2323/2424/2525/2626/27
Gehalt (in Mio. Dollar)31,633,643,7*47,2*50,7*54,2*

* geschätzt

Sixers: Joel Embiid ist die Gegenwart und Zukunft

Der Big Man hätte auch warten können und es wäre nur allzu verständlich gewesen, wenn Embiid zunächst die Entwicklung des Teams beobachtet hätte. Nach zahlreichen Enttäuschungen in den Playoffs spielte Embiid im Vorjahr die beste Saison seines Lebens und hätte wohl auch den MVP-Award gewonnen, wenn er sich nicht im Frühjahr verletzt hätte.

Auch in den Playoffs opferte er sich für das Team, als er mit angerissenem Meniskus spielte - und das mehr als ordentlich. Er hätte dies nicht tun müssen, womöglich entstanden auch so seine enttäuschten Worte gegenüber Simmons nach dem Ausscheiden. Embiid ist erwachsen geworden, er geht als Vorbild voran. Debatten um sein Gewicht oder die zahlreichen Sticheleien in den sozialen Medien gehören der Vergangenheit an. Der 27-Jährige unterstützte Simmons im Sommer sogar noch öffentlich, der Australier nahm den ausgestreckten Arm aber nie an.

Es steht außer Frage, wem die Zukunft in der Stadt der brüderlichen Liebe gehört. Der Ball liegt weit im Feld des Managements der Sixers. Das Chaos um Simmons muss aufgelöst werden - im Idealfall so schnell wie möglich. In all den Jahren ist es der Franchise nicht gelungen, ein Team zusammenzustellen, welches Embiid auf den Leib geschneidert ist.

Das offensichtliche Problem ist natürlich Simmons, dem schien sich Morey früh bewusst, als er in der Vorsaison den Australier für James Harden tauschen wollte. Hätten die Houston Rockets diesen Deal angenommen, würden wir womöglich anders über Philadelphia sprechen, doch dieser Zug ist schon lange abgefahren.

Sixers: Joel Embiids Prime darf nicht verschwendet werden

Stattdessen ist es Morey nicht gelungen, einen passenden Trade-Partner zu finden. Zugegeben, das ist auch keine einfache Aufgabe, doch die Uhr tickt, jeden Tag etwas schneller.

Titel-Fenster sind klein, das mussten zahlreiche Franchises schon am eigenen Leib erfahren. Eine Saison, in welcher Philadelphia kein ernstzunehmender Contender ist, ist ein verlorenes Jahr, wenn man einen der besten Spieler der NBA in seinen Reihen hat. Embiid ist dabei ein Spezialfall.

Mit dem Kameruner schwingt stets eine Unsicherheit ob seiner Gesundheit mit. Alleine deswegen sollte jede Saison mit einem fitten Embiid in seiner Prime maximiert werden. Außerdem: In seinen sieben Jahren in Philly war der Center absolut loyal zur Franchise, seine Aussagen zu Simmons unterstreichen dies einmal mehr.

Doch irgendwann wird auch seine Geduld aufgebraucht sein. Dass ein Embiid-Team noch nie die Conference Finals erreichen konnte, ist für einen Spieler seiner Klasse ein bitterer Umstand. Bislang hat Embiid die Füße stillgehalten, das Beste aus der Situation gemacht. "Ich will meine Karriere in Phily beenden", sagte Embiid am Rande seiner Vertragsverlängerung und fügte an: "Ich bin dankbar, hier zu sein." Ob er diesen Satz in diesen Tagen so wiederholen würde?

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