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NBA

NBA Playoffs: 45 Punkte! Überragender Donovan Mitchell stellt Clippers-Stars in den Schatten

Donovan Mitchell kämpft in Spiel 1 mit Reggie Jackson.

Die Utah Jazz haben sich Spiel 1 der Conference Semifinals gegen die L.A. Clippers gesichert. Beim 112:109-Sieg startet das beste Team der Regular Season zwar katastrophal, hat dann jedoch in Donovan Mitchell den mit Abstand besten Akteur des Spiels auf seiner Seite.

Mitchell erwischte genau wie sein Team keinen guten Start in die Partie, überragte jedoch in der zweiten Halbzeit und kam am Ende auf 45 Punkte (16/30 FG) sowie 5 Assists. In der Schlussminute unterlief ihm zwar ein ärgerlicher Ballverlust, doch diesen bügelte Rudy Gobert (10, 12 Rebounds, 2 Blocks) durch einen Block in letzter Sekunde aus. Bei den Jazz kamen zudem Bojan Bogdanovic und Jordan Clarkson auf jeweils 18 Punkte.

Die Clippers, die noch vor zwei Tagen ihr siebtes Spiel gegen Dallas absolvieren mussten, wurden zwar von Kawhi Leonard (23) und Paul George (20, 10 Rebounds) angeführt, beide Stars wirkten aber nicht frisch und insbesondere George hatte große Wurfprobleme (4/17 FG). Die effektivsten Spieler bei den Clippers waren noch Luke Kennard (18) und Ivica Zubac (11), die beide von der Bank kamen.

Die Jazz mussten ohne ihren Starting Point Guard Mike Conley auskommen, der mit Oberschenkelproblemen nicht rechtzeitig fit wurde. Für ihn rückte Joe Ingles in die Starting Five. Auf der Gegenseite blieb Tyronn Lue beim gegen die Mavs bewährten kleinen Lineup mit Marcus Morris als nominellem Center-Gegenpart zu Gobert.

Utah begann mit 10:2, verlor dann aber prompt jegliche Präzision. Die nächsten 20 (!) Würfe gingen indes alle daneben und mit zunehmendem Verlauf übernahmen die Gäste das Geschehen, ohne selbst offensiv Bäume auszureißen. Kennard kam von der Bank und traf drei Dreier, Morris traf aus der Midrange zum 19:12. Clarkson erlöste sein Team kurz vor dem Ende des ersten Viertels mit den ersten Field Goals nach fast zehn Minuten. 25:18 für die Clippers.

Im zweiten begannen die Clippers dank Kennard und etwas überraschend auch DeMarcus Cousins erneut stärker. Nach einem And-1 von Gobert konnten die Jazz zumindest mal aufeinanderfolgende Scores verzeichnen und suchten nun endlich auch Abschlüsse in Korbnähe, die Clippers trafen dafür besser von draußen und führten zeitweise mit +14. Zum Ende des Viertels kassierte Leonard Foul Nr. 3, aber Utah schlug kein Kapital daraus. Ein Dreier von Batum stellte auf 60:47 Clippers zur Pause.

Mitchell führt die Jazz zu Comeback in der zweiten Hälfte

Mitchell wollte es nun wissen. Auf einen Floater folgten zwei Stepback-Dreier, einen explosiven Layup später nahm Lue eine Auszeit, weil die Jazz blitzschnell auf 5 Punkte rangekommen waren. Utah wirkte nun klarer im eigenen Spiel, bei den Gästen meldete sich dafür Kawhi zum Dienst und erzielte die nächsten 7 Zähler seines Teams. Doch Utah war nun stärker, ein Layup von O'Neale brachte sie erstmals seit dem ersten Viertel in Führung. Zum Ende des Viertels stand es 79:79, L.A. wirkte zunehmend müde.

Damit ging es auch im letzten Viertel weiter. George traf endlich mal wieder einen Wurf, aber die Jazz hatten nun endgültig ihren Touch gefunden. Nach zwei Dreiern von Mitchell und Clarkson waren es 6 Punkte Unterschied, L.A. leistete sich schnell mehrere blöde Fouls (Jackson foulte aus), sodass Utah fast das gesamte Viertel im Bonus verbrachte. 5:21 Minuten vor Schluss traf Bogdanovic von draußen zur 10-Punkte-Führung, doch die Clippers gaben sich noch nicht geschlagen und verkürzten durch Kawhi vier Minuten vor dem Ende noch einmal auf 5.

Mitchell erzielte in der Folge die nächsten 4 Punkte und nutzte das Switching der Clippers mehrfach eiskalt aus. 50 Sekunden vor Schluss warf er bei einer 6-Punkte-Führung jedoch den Ball ins Aus, George traf zur Strafe von draußen. Die Clippers erhielten tatsächlich die Chance, die Partie auszugleichen, doch nun zeigte Utah defensiv noch einmal alles. Kawhi fand Morris in der Ecke, doch dieser wurde kurz vor der Sirene von Gobert geblockt. Die Entscheidung!

Jazz vs. Clippers: Die Reaktionen zum Spiel

Rudy Gobert (Jazz) über seinen spielentscheidenden Block: "Ich habe die Hilfe quasi vorgetäuscht und wusste, dass der Ball zu Morris gehen würde. Also habe ich einfach versucht, es ihm so schwer wie möglich zu machen."

Ty Lue (Coach Clippers) auf die Frage, ob er vor dem letzten Play über eine Auszeit nachgedacht hat: "Nein. Ich wollte nicht, dass sie Gobert aus dem Spiel nehmen und nochmal darüber reden können, ob sie foulen wollen oder nicht. Ich dachte, wir bekommen im Spielfluss einen offenen Dreier. Aber er hat es gut verteidigt."

Die wichtigsten Statistiken

Utah Jazz (1) vs. L.A. Clippers (4) 112:109 (BOXSCORE), Serie: 1-0

  • Die Wurfprobleme der Jazz im ersten Viertel waren fast unglaublich: Ein Ingles-Dreier wäre über elf Minuten das einzige erfolgreiche Field Goal gewesen, wenn Mitchell nicht gleich zweimal das Glück gehabt hätte, dass der Ball nach einem Tänzchen auf dem Ring noch reinfiel. Einen Zweier gab es in den ersten zwölf Minuten überhaupt nicht, dafür am Ende fünf Dreier bei 21 (!) Versuchen.
  • Es blieb zum Glück nicht so eindimensional. Ab dem zweiten Viertel realisierten die Jazz, dass L.A. oft ohne Ringschutz spielte, und attackierten den Korb immer häufiger. Conleys Fehlen machte sich zwar bemerkbar, dafür penetrierte vor allem Mitchell konsequent und die Jazz kamen nach 0 Punkten in der Zone im ersten Viertel auf 36 PITP im restlichen Spiel. Das öffnete auch den Weg zu besseren Looks von draußen, da man so endlich Druck auf die müden Clippers ausübte.
  • Die Clippers kamen ihrerseits nicht zu vielen Abschlüssen in Korbnähe, begannen dafür aber stark von draußen. In Halbzeit eins trafen die Gäste 11/23 Dreiern und zeigten wie schon gegen Dallas teilweise starkes Ball-Movemenent. Nach der Pause waren sie es jedoch, die kaum noch trafen (5/19) - und diesmal hatten die Stars nicht die Energie in den Beinen, um das aus der Mitteldistanz oder in Ringnähe zu kompensieren.
  • Am Ende verzeichneten beide Teams keine exzellenten Quoten (UTA: 37/91, LAC: 36/85). Da beide Teams exakt gleich viele Freiwürfe (21) trafen, war der eine zusätzliche Dreier, den Utah (17/50) traf, am Ende tatsächlich der einzige Unterschied.

Der Star des Spiels: Donovan Mitchell

Von drei (Offensiv-)Stars in dieser Serie war Mitchell der einzige, der in dieser Partie komplett ablieferte - dann aber auch richtig. Vor allem im dritten Viertel sorgte er fast im Alleingang für das Blitz-Comeback seines Teams und traf fast immer die richtigen Entscheidungen. Gab auch bei hohem Rückstand nie auf und leistete sich in dieser Partie - ohne den verletzten Haupt-Playmaker Conley - bloß drei Ballverluste. Einer wäre den Jazz zwar fast zum Verhängnis geworden, aber der All-Star machte insgesamt so viel richtig, dass man ihm das nachsehen muss.

Der Flop des Spiels: Marcus Morris

George erlebte zwar auch einen schwachen Shooting-Abend, arbeitete sich dafür aber konsequent an die Freiwurflinie und versuchte das Spiel anderweitig zu beeinflussen, was er teilweise auch schaffte. Morris (9 Punkte, 1/9 Dreier) gelang das nicht, der Veteran leistete sich zudem ein sehr unnötiges Technical. Rajon Rondo leistete ebenfalls keinen positiven Beitrag, genauso wenig wie Reggie Jackson - und dass Kennard am Ende drauf blieb, obwohl ihn Mitchell immer wieder rauspickte, war sicherlich auch nicht die beste Idee.

Die Szene des Spiels

Mitchell war im dritten Viertel überall auf dem Court zu finden, nicht nur als Scorer. Seine vielleicht stärkste Szene: Als Zubac eigentlich den Offensiv-Rebound zu holen schien, riss ihm Mitchell den Ball aus der Hand und schaltete blitzschnell um. In Transition bediente er dann O'Neale, der Utah in Führung brachte.

Jazz vs. Clippers: Die Serie im Überblick

SpielDatumUhrzeitHeimAuswärtsErgebnis
19. Juni4 UhrJazzClippers112:109
211. Juni4 UhrJazzClippers
313. Juni2.30 UhrClippersJazz
415. Juni4 UhrClippersJazz
5*17. JunitbaJazzClippers
6*19. JunitbaClippersJazz
7*21. JunitbaJazzClippers
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