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NBA

NBA Playoffs, Los Angeles Lakers - Anthony Davis dominiert endlich wieder: Warum nicht häufiger?

Anthony Davis erzielte in Spiel 2 gegen die Suns 34 Punkte.

Die Los Angeles Lakers haben das wichtige zweite Spiel in Phoenix gewonnen. Dies gelang vor allem dank einer herausragenden Leistung von Anthony Davis, der nach seiner merkwürdig passiven Vorstellung in Spiel 1 die richtige Reaktion zeigte.

Gerade einmal 4 Abschlüsse nahm Anthony Davis zum Auftakt der Playoffs in Phoenix in der Zone, demgegenüber standen zwölf Sprungwürfe und drei Treffer, was in einem Playoff-Tiefstwert von 13 Zählern mündete (Plus-Minus: -18). Das war nicht der Anthony Davis, der in der Bubble zeitweise der beste Spieler der Lakers, der ultimative Cheatcode war.

Ein bisschen war es auch das Abbild der doch enttäuschenden regulären Saison für Davis, dem viele eine MVP-Saison (auch sein Coach) vorhergesagt hatten. Stattdessen kämpfte er mit Achillessehnenproblemen und Davis wirkte auch nach seiner Zwangspause teils gehemmt, vor allem defensiv.

Da half es auch nicht, dass AD nach knappen Siegen wie gegen ein ebenfalls dezimiertes Denver-Team auf dem Feld "We're back" brüllte (nach zuvor sechs Pleiten aus sieben Spielen). Letztlich konnte er das Team während der Absenz von LeBron James nicht über Wasser bzw. vom Play-In-Turnier fernhalten. Es war Wasser auf die Mühlen der Kritiker, die Davis vorhielten, dass er bereits zu Pelicans-Zeiten ohne Superstar an seiner Seite aufgeschmissen gewesen sei und bei den Lakers eben einen der drei besten Spieler der Geschichte neben sich weiß.

Anthony Davis: Von Minute eins voll dabei

In Spiel 2 sahen die Lakers-Fans endlich wieder den ernsten, den aggressiven Davis. Das Narrativ wurde natürlich schon vor der Partie vorbereitet. Sideline-Reporter Chris Haynes plauderte während der TNT-Übertragung aus, dass Davis im Training so fokussiert gewesen sei, dass er nicht einmal gelacht und keinen einzigen Witz gerissen habe. So formt man sein Image, so tut es LeBron gefühlt seit 20 Jahren.

Wer dann aber auch abliefert, dem kann über solch offensichtliches Storytelling kein Strick gedreht werden, auch wenn James dies herunterspielte: "Er redet nicht viel um den heißen Brei. Er geht auf das Feld und lässt Taten sprechen." Von Minute eins war Davis beim 109:102-Sieg in Spiel 2 voll da. Erst ein geblockter Floater von Devin Booker, dann das Ziehen von zwei Fouls gegen den deutlich kleineren Jae Crowder, der Davis in Spiel 1 noch den Schneid abgekauft hatte.

"Wir wollten ihm schnell, oft und immer den Ball geben", erklärte LeBron den einfachen Gameplan der Lakers, welcher am Ende aufging. 34 Punkte, 10 Rebounds, 7 Assists und 21 Freiwürfe sind ein Brett und sollten bei seinen Anlagen häufiger möglich sein, unabhängig davon, auf welcher Position Davis denn nun spielt. In Spiel 2 war das mit Ausnahme der letzten 3:40 Minuten ausschließlich die Vier, ansonsten wurde Davis vom viel kritisieren Andre Drummond und auch Marc Gasol flankiert, während Montrezl Harrell ein DNP kassierte.

Anthony Davis: Jeder kennt die Trumpfkarte

Nicht wenige hatten im Vorfeld gefordert, dass Coach Frank Vogel häufiger die Trumpfkarte "AD auf Center" spielen solle, erst als es richtig eng wurde, zog Vogel sie. "Deandre Ayton ist ein Monster. Er ist ein Riese und er versenkt in Korbnähe alles", war Vogels Begründung, warum er darauf solange verzichtete. Falsch ist das nicht, schließlich erzielte der Suns-Center wieder effiziente 22 Punkte (11/13 FG) und ließ Davis in Spiel 1 im Kampf um den Rebound mehrfach schlecht aussehen, auf Dauer wird der frühere Top-Pick Davis aber nicht verteidigen können.

Davis auf der Fünf ist die beste Option der Lakers, das wurde in jenen 3:40 Minuten mehr als deutlich. 93:92 stand es zu Gunsten der Gäste, es folgte der entscheidende 7:0-Lauf, in dem Davis einen Wurf von Ayton als Hilfsverteidiger blockte, einen Pick'n'Pop-Dreier netzte und nach einem Steal von Dennis Schröder gefoult wurde. Dazu machte er mit vier Freiwürfen endgültig alles klar.

Dass es nach der zwischenzeitlichen 15-Punkte-Führung überhaupt noch einmal eng wurde, lag aber auch daran, dass die Lakers mit zwei Bigs spielten. Phoenix pickte sich vor allem Gasol heraus, Cameron Payne und Devin Booker ließen den Spanier einige Male sehr alt aussehen und verschafften Ayton viele Bunnies. Drummond (15 Punkte, 12 Rebounds) war hingegen eine positive Überraschung und stand mit Ausnahme eines recht plumpen Flops solide seinen Mann.

Anthony Davis: Nun auch wieder konstant?

Das sah übrigens auch James so: "Das war Drums bestes Spiel für uns. Wir haben ihn mit seiner Größe gebraucht." Es dürfte bedeuten, dass Drummond weiterhin seine 20+ Minuten sehen wird, auch weil Phoenix mit dem starken Guard-Play nicht das beste Matchup für Gasol sein wird.

Vieles erinnert aber wieder ans Vorjahr, als die Lakers mit erstickender Defense souverän zum Titel spazierten. Die Lakers rotierten teils vorbildlich, ließen die "richtigen" Gegner frei stehen, halfen einander aus. Alleine im ersten Viertel holten sich die Gäste 6 Steals, von allen Seiten flogen die langen Arme in die Passwege.

Dazu kommt auch das nötige Glück, in dem Fall der Umstand, dass Chris Paul mit seiner Schulterverletzung nur ein Schatten seiner selbst ist. Trotzdem wird es weiter den aggressiven AD brauchen, um einerseits die Serie und andererseits den Westen erneut zu gewinnen. Der nächste Schritt muss aber erst einmal in Spiel 3 (in der Nacht auf Freitag um 4 Uhr) gemacht werden, dann können die Lakers endgültig die Kontrolle über diese knappe Serie erringen.

Suns vs. Lakers: Die Serie im Überblick

SpielDatumUhrzeitHeimAuswärtsErgebnisse
123. Mai21.30 UhrSunsLakers99:90
226. Mai4 UhrSunsLakers102:109
328. Mai4 UhrLakersSuns
430. Mai21.30 UhrLakersSuns
52. Juni4 UhrSunsLakers
6*4. JunitbaLakersSuns
7*6. JunitbaSunsLakers
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