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NBA - Carlos Boozer im Interview: "Den größten Kick bekommt LeBron James, wenn er einen schönen Pass spielt"

Von Freddy Harder
Carlos Boozer spielte bereits in Cleveland mit LeBron zusammen und gewann später Olympia-Gold mit dem King.

In Aschaffenburg geboren, in Alaska aufgewachsen - und später zweimaliger All-Star. Im Interview mit SPOX und DAZN spricht der ehemalige Bulls-Star Carlos Boozer über seinen ungewöhnlichen Werdegang, das Geheimnis von Coach Tom Thibodeau und erklärt, was LeBron James schon in jungen Jahren als Mitspieler bei den Cleveland Cavaliers ausgezeichnet hat.

Der heute 39-Jährige hängte 2015 seine Sneaker an den Nagel nach insgesamt 13 Jahren in der NBA und Stationen bei den Cleveland Cavaliers, Utah Jazz, Chicago Bulls und Los Angeles Lakers. In Chicago und Utah verbrachte er seine erfolgreichste Zeit, im Trikot der Jazz wurde er zweimal All-Star und erreichte 2007 die Western Conference Finals.

Der ganz große Wurf blieb dem Big Man aber verwehrt. In den West-Finals unterlagen die Jazz damals mit Deron Williams und Topscorer Boozer dem späteren Champion aus San Antonio mit 1-4. Nach seinem Wechsel zu den Bulls waren 2010/11 die Miami Heat zu stark, erneut war in den Conference Finals Schluss (1-4).

Ganz ohne Edelmetall musste Bozzer seine Karriere aber nicht beenden. Mit Team USA gewann der 2,06-Meter-Mann 2008 die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Peking, vier Jahre zuvor war er Teil des Bronze-Teams in Athen.

Im Interview blickt er auf seine Karriere zurück, erklärt, wie man in Alaska zum NBA-Profi heranreift und was ihn an Kobe Bryant so fasziniert hat - auf und neben dem Feld.

Herr Boozer, vor sechs Jahren haben Sie nach insgesamt 13 Spielzeiten in der Association Ihre Karriere beendet. Was machen Sie heute?

Boozer: Ich bin natürlich immer noch ein riesiger Fan der NBA und schaue viele Spiele. Vor allem genieße ich aber die Zeit mit meiner Familie. Durch die Pandemie können wir nicht so viel reisen, wie eigentlich erhofft. Ansonsten versuche ich mich als Entrepreneur, investiere in verschiedene Franchise-Unternehmen wie Tropical Smoothies oder Popeyes und arbeite als Experte für College-Basketball für ESPN und das ACC Network. Ich habe also einiges zu tun.

Was viele wahrscheinlich nicht wissen: Sie sind in Deutschland geboren worden, genauer gesagt in Aschaffenburg. Haben Sie noch irgendwelche Erinnerungen an Deutschland?

Boozer: Mein Vater war beim Militär, er war in Aschaffenburg stationiert. Meine ältere Schwester und ich sind auf der Militärbasis geboren worden, aber schon acht oder neun Monate nach meiner Geburt sind wir zurück nach Washington D.C., wo meine Familie eigentlich herkommt. Als ich 16 oder 17 Jahre alt war, habe ich es in eine High-School-Auswahl der USA geschafft und wir haben ein Turnier in Köln gespielt. Und einige Jahre später waren wir mit dem 2004er Olympia-Team in Deutschland, um gegen Dirk Nowitzki und Co. zu spielen. Ich war also seit meiner Geburt ein paar Mal in Deutschland, zwar nicht in Aschaffenburg, aber immerhin in anderen Teilen des Landes.

LeBron James? "Um es kurz zu fassen: unglaublich!"

Ihre Familie blieb nicht lange in Washington D.C., aufgewachsen sind Sie in Alaska. Der nördlichste Bundesstaat der USA ist nicht unbedingt für seine Basketball-Talente bekannt. Wie wird man dort zu seinem so guten Spieler wie Sie?

Boozer: Ich liebe einfach den Sport. Basketball ist nicht die Sportart Nummer eins in Alaska, Eishockey hat da wohl die Zügel in der Hand. Aber in meiner Familie war schon immer Basketball die Nummer eins. Mein Vater liebte Basketball, er hat mir den Ball in die Wiege gelegt. Ansonsten liegt das Geheimnis einfach in harter Arbeit. Je mehr du trainierst, je mehr Leidenschaft du reinsteckst, je mehr Zeit du investierst, desto besser wirst du. So war das auch bei mir.

Ihre NBA-Karriere startete 2002 als Zweitrundenpick (Nr. 35) bei den Cleveland Cavaliers. In Ihrem zweiten Jahr bei den Cavs stieß LeBron James zum Team dazu. Wie gut war der King bereits in seinen jungen Jahren?

Boozer: Um es kurz zu fassen: unglaublich! Er war damals schon einfach irre. Er war erst 18 Jahre alt, aber hatte eine gewisse Gelassenheit und einen hervorragenden Basketball-IQ. Er konnte buchstäblich nach Belieben scoren. Er war damals noch nicht der beste Schütze, aber er hat immer Wege gefunden, zu punkten. Und er liebte es, zu passen. Ich glaube, er hat einen größeren Kick dadurch bekommen, einen schönen Pass zu spielen und seine Teamkollegen miteinzubinden, als selber zu scoren. Das ist schon ironisch, wenn man bedenkt, dass er jetzt zu den drei besten Scorern der NBA-Historie zählt. Dazu liegt er bei den Assists ebenfalls in der Top 10, was äußert selten ist. Um genau zu sein, gab es das noch nie. Obwohl er noch spielt, kann man jetzt schon sagen: Was für eine Karriere!

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