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NBA

NBA Power Ranking im Januar: Gewissheit gibt es nur an der Spitze

Für Devin Booker, Joel Embiid und Stephen Curry läuft bisher vieles anders als in der Vorsaison.

Seit etwas mehr als drei Wochen ist die neue NBA-Saison im Gange und mittlerweile haben fast alle Teams zumindest zehn Spiele absolviert - Zeit also für eine Einordnung! NBA-Ressortleiter Ole Frerks sortiert alle 30 Teams nach ihren bisher gezeigten Leistungen.

Power Rankings sind früh in der Saison immer recht schwierige Momentaufnahmen und in der derzeitigen Situation gilt dies ganz besonders. Das Coronavirus greift immer stärker in die Saison ein, hat bereits zu vier Spielverschiebungen geführt und weitere Spiele beeinträchtigt, wie das Duell von Philly mit den Nuggets, bei dem die Sixers mit sieben Spielern auskommen mussten.

Angesichts der Ungewissheit, wer wann zur Verfügung stehen wird und wer nicht, lässt sich auch die Qualität der Teams schwerer einschätzen. Die Bilanzen in der Regular Season werden am Ende etwas weniger wert sein, vielmehr scheint es darum zu gehen, es einfach irgendwie in die Playoffs zu schaffen, denn dort werden - vor allem ohne echten Heimvorteil - die Karten ohnehin neu gemischt.

Statistiken und Bilanzen sind daher auch während der Saison mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Das Ranking versucht dennoch wie üblich, die bisher gezeigten Leistungen und wenn möglich auch die Stärke der Teams in den künftigen Wochen zu reflektieren. Es ist aber damit zu rechnen, dass es von Monat zu Monat noch etwas stärkere Schwankungen geben wird als zu normalen Zeiten.

Also dann, gehen wir es an!

Platz 30: Detroit Pistons (2-8)

Net-Rating: -5,7 (Platz 28)

Niemand hat vom Team aus Michigan Wunderdinge erwartet und das war berechtigt. Zwar wirkt Jerami Grant in seiner neuen Rolle als Topscorer bei weitem nicht so verloren wie befürchtet und Josh Jackson ist eine positive Überraschung, das restliche Team ist jedoch zahnlos, gerade Rookie Killian Hayes hatte vor seiner Verletzung massive Probleme. Die Entwicklung von Blake Griffin zum reinen Perimeter-Spieler bleibt ebenfalls bemerkenswert, nach der langen Pause ist der einstige Superstar aber noch lange nicht wieder im Rhythmus. So ist offensiv schlichtweg nichts zu erwarten.

Platz 29: Minnesota Timberwolves (3-7)

Net-Rating: -9,3 (Platz 30)

Noch sind die Wolves nicht endgültig einzuschätzen, schließlich stand ihr bester Spieler Karl-Anthony Towns nur in drei Spielen zur Verfügung (von denen zwei gewonnen wurden). Ansonsten ist es jedoch übel, was Minnesota veranstaltet; ein Blowout reihte sich zuletzt an den nächsten und Towns' Probleme mit dem Handgelenk sind wohl noch immer nicht überstanden. Eine besonders gruselige Statistik: Minnesota ist in den Minuten mit D'Angelo Russell um 25,6 (!!!) Punkte pro 100 Ballbesitzen schlechter als ohne ihn! Nr.1-Pick Anthony Edwards zeigt immerhin von Zeit zu Zeit sein Potenzial.

Platz 28: Sacramento Kings (5-6)

Net-Rating: -6,6 (Platz 29)

Irgendwie kennt man die Geschichte schon: Die Kings starten einigermaßen vielversprechend in die Saison, die Stimmung ist gut, und dann startet prompt ein Negativlauf - und ein Spieler oder in dem Fall sein Vater fordert via Twitter einen Trade seines Sohnes. Wirklich! Wahrscheinlich würden die Kings Marvin Bagley sogar gerne abgeben, seine derzeitigen Leistungen reichen aber nicht für gute Angebote. Gleiches gilt übrigens auch für Buddy Hield (nur 35,8 Prozent Dreier). Die positive Geschichte ist dagegen Tyrese Haliburton - der Rookie-Guard ist sogar noch besser als angekündigt.

Platz 27: Toronto Raptors (2-8)

Net-Rating: -1,1 (Platz 19)

Für den Meister von 2019 lief zum Start nahezu überhaupt nichts. Der neue Starting Center Aron Baynes steckte gemeinsam mit nahezu der gesamten Bank im Formloch, die Abgänge von Marc Gasol und Serge Ibaka wogen schwerer als befürchtet. Das größte Problem jedoch ist Pascal Siakam, der vom Team diszipliniert werden musste und bis vor wenigen Tagen seine Offense suchte (nun zeigt der Pfeil endlich nach oben). Im Halfcourt ist derzeit kein Team schlechter. Erschreckend ist auch, dass die noch in der vergangenen Saison so gefürchtete Defense derzeit nur auf Rang 21 zu verorten ist.

Platz 26: Chicago Bulls (4-7)

Net-Rating: -5,4 (Platz 27)

Gerade beim L.A.-Trip haben sich die Bulls einen gewissen Respekt erarbeitet und gezeigt, dass sie offensiv deutlich besser sind als in der Vorsaison. Vor allem Zach LaVine startete exzellent in die neue Saison und auch ohne echten Point Guard sowie mit mehreren COVID-bedingten Ausfällen reicht es derzeit für eine durchschnittliche Offense, was im Vergleich zur Vorsaison ein klarer Fortschritt ist. Die Defense allerdings ... Rookie Patrick Williams macht hier zwar richtig Spaß, mit einem Backcourt aus LaVine und Coby White schenkt man dem Gegner aber eben schon vor Tip-Off Punkte (Platz 29).

Platz 25: Memphis Grizzlies (4-6)

Net-Rating: -2,9 (Platz 23)

Schon vor der Verletzung von Ja Morant hatte sich abgezeichnet, dass Memphis Schwierigkeiten damit haben würde, die starke Vorsaison zu bestätigen. Das zeigt sich derzeit vor allem im ganz schwachen Offensiv-Rating (Platz 27) - allerdings ist das angesichts der ganzen Ausfälle auch zu verkraften. Memphis blickt in eine spannende Zukunft, denn auch Desmond Bane scheint sich bei den guten Draft-Picks der letzten Jahre nahtlos einzureihen. In dieser Spielzeit dürfte die Entwicklung der Talente sowie die Suche nach besserem Spacing stärker im Fokus stehen als die Bilanz.

Platz 24: Washington Wizards (3-8)

Net-Rating: -0,8 (Platz 17)

Die Offensive muss sehr dominant sein, um die Defensive zu übertünchen - das war schon vor der Saison die Ansage, und sie hat sich bestätigt. Gute Offensiv-Leistungen reichen den Wizards nicht, selbst ein 60-Punkte-Spiel von Bradley Beal führte nicht zum Sieg. Die Defense ist keinen Deut besser als in der Vorsaison und Russell Westbrook trifft keine 40 Prozent aus dem Feld. Es gibt immerhin diesen Grund zur Hoffnung: Russ und auch Davis Bertans können kaum so schlecht bleiben. Thomas Bryant fällt die restliche Saison aus; womöglich ist das wenigstens eine Chance für Moritz Wagner.

Platz 23: New York Knicks (5-6)

Net-Rating: -5,1 (Platz 26)

Extrem schwache Dreierquoten der Gegner haben den Knicks in den ersten Spielen sehr geholfen, eine Regression zur Mitte hat bereits eingesetzt und dürfte weiter zu einer Verschlechterung ihrer Defense führen. Auch offensiv zeichnet sich schon ab, dass die Gegner das fehlende Spacing der Knicks stärker bestrafen. Trotzdem macht New York endlich mal Spaß: Tom Thibodeau rennt Julius Randle und R.J. Barrett in Grund und Boden (Platz 1 und 2 bei den Minuten), bisher zahlt es ihm vor allem Randle zurück - 23, 12 und 7 sind auch bei einem schlechten Team All-Star-Zahlen.

Platz 22: OKC Thunder (5-4)

Net-Rating: -4,4 (Platz 25)

In OKC hätte wohl keiner erwartet, dass man zu diesem Zeitpunkt noch eine positive Bilanz haben würde - im Gegensatz zur Vorsaison dürfte es dabei aber nicht lange bleiben. Zu schwach ist dafür die Offense (Platz 28), auch wenn Shai Gilgeous-Alexander auch nach dem Abgang aller Co-Stars weiter Spaß macht. Große Probleme hat dafür Aleksej Pokusevski, der noch nicht aussieht wie ein NBA-Spieler. Veteranen wie Al Horford oder George Hill warten wohl auf ihren Trade. Lu Dort hat dafür seine Bubble-Form scheinbar konserviert und sieht wie ein richtig guter 3-and-D-Spieler aus.

Platz 21: Cleveland Cavaliers (5-6)

Net-Rating: -2,6 (Platz 21)

Die Cavs mussten ihre letzten Spiele komplett ohne Point Guard bestreiten, was die katastrophale Offense (Platz 30) ein Stück weit entschuldigen mag. Denn eigentlich war das Team um "Sexland" (Collin Sexton: 25 PPG und 52% Dreier; Darius Garland: 17 Punkte, 6 Assists) sehr vielversprechend in die Saison gestartet, auch wenn nun fünf der letzten sieben Spiele verloren wurden. Beeindruckend: Trotz dieser Misere stellen die Cavs Stand jetzt immer noch die beste Defense der Liga! Das war so nicht zu erwarten und spricht für eine weniger anstrengende Saison 20/21.

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