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NBA - Ab in den Urlaub: Der Offseason Outlook für die Washington Wizards

Von SPOX
Moritz Wagner machte bei den Seeding Games in der Bubble einen eher unglücklichen Eindruck.

Nach sieben Pleiten in den ersten acht Bubble-Spielen waren die Playoff-Hoffnungen der Washington Wizards schnell verflogen. SPOX wirft einen Blick auf die nun anstehenden Aufgaben im Herbst und die wichtigsten Fragen rund um die Offseason der Wizards. Nach den New Orleans Pelicans ist nun das Team von Moritz Wagner und Isaac Bonga an der Reihe.

Den Wizards wurden vor Beginn des Restarts ohnehin keine allzu großen Chancen auf die Playoffs ausgerechnet, aber zumindest auf das Play-In-Turnier hatte man in der US-amerikanischen Hauptstadt schon noch geschielt. Ohne Bradley Beal und Davis Bertans in der Bubble war dieser Funken Hoffnung jedoch schnell erloschen, die Wizards konnten keines ihrer ersten sieben Spiele gewinnen - sie sind bisher das einzige Team in Disney World ohne einen einzigen Sieg.

Washington Wizards: So lief die Saison 2019/20

Vorne hui, hinten pfui - so lässt sich die Spielzeit der Wizards am besten zusammenfassen. In dem Übergangsjahr ohne den Langzeitverletzten John Wall ließ Head Coach Scott Brooks sein junges Team offensiv von der Leine. Das nutzte in erster Linie Bradley Beal, der sich mit 30,5 Punkten im Schnitt zum zweitbesten Scorer der Liga ballerte.

Neben ihm versenkte Davis Bertans Dreier, als gäbe es kein Morgen mehr, das reichte schon zur immerhin zwölftbesten Offense der Liga. Aber die Defense? Die war die schlechteste der NBA (Defensiv-Rating 115,0), was immerhin für einige spaßige, weil punktreiche Partien mit den Wizards sorgte. Viel gewinnen ließ sich damit aber nicht.

Vor der Corona-Unterbrechung stand Washington bei einer Bilanz von 24 Siegen zu 40 Niederlagen, genau wie bei den Suns fragten sich viele, warum Washington überhaupt eingeladen wurde. So wohl auch Beal und Bertans, die beide auf eine Reise nach Disney World verzichteten (Beal nannte eine Verletzung als Grund). So stand die Entwicklung der jungen Spieler im Fokus.

Diese Chance nutzte vor allem Thomas Bryant. Der Center legte ein 30-Punkte-Spiel auf und war der beste Wizard in der Bubble. Auch Jerome Robinson oder Troy Brown Jr. wussten zu überzeugen, gleiches gilt für Isaac Bonga. Rui Hachimura zeigte Licht und Schatten, Moritz Wagner hatte so seine Probleme, er traf nur 38,7 Prozent aus dem Feld und musste hart um Minuten kämpfen.

Washington Wizards: Die Offseason-Fragen

Wie harmonieren Bradley Beal und John Wall im Wizards-Backcourt?

Nach dem Ausfall von Wall nach dessen Achillessehnenriss im Februar 2019 trat Beal in dessen Fußstapfen als Franchise-Star und Nummer-1-Option. Der 27-Jährige hat sich 2019/20 als elitärer Scorer etabliert und zusätzlich an seinen Fähigkeiten als Playmaker gefeilt (6,1 Assists, Career-High). Die Frage wird nun sein, wie das Zusammenspiel mit Wall klappt.

Das Potenzial für einen der besten Backcourts der Liga ist da. Doch Wall hat nach zahlreichen Verletzungen sicherlich ein wenig Athletik eingebüßt und strahlte als Shooter abseits des Balls selten Gefahr aus. Funktioniert die Symbiose nach Beals Aufstieg nicht, werden die Trade-Gerüchte um den Shooting Guard trotz dessen vorzeitiger Verlängerung bis 2023 im Laufe der Saison unweigerlich wieder aufploppen.

Können die Wizards Davis Bertans halten?

Als der Lette sich gegen eine Teilnahme am Restart in Disney World entschied, war aus dem Lager der Wizards kein einziges Murren zu hören. Stattdessen: "volle Unterstützung", wie Adrian Wojnarowski von ESPN erfuhr. Kein Wunder, wollen die Wizards Bertans, der schon mehrere Kreuzbandverletzungen hinter sich hat, doch nicht vergraulen.

Der 27-jährige Scharfschütze wird in der Offseason Free Agent und sollte nach einer spektakulären Saison mit 15,4 Punkten pro Spiel und einer Dreierquote von 42,4 Prozent (bei 8,7 Versuchen wohlgemerkt) einiges an Interesse auf dem freien Markt auf sich ziehen. Die Wizards haben bereits 103 Millionen Dollar in den Büchern stehen, auf lange Sicht könnte das Trio Wall (noch drei Jahre/ 133 Millionen Dollar), Beal (drei Jahre /100,6 Mio.) und Bertans also ziemlich teuer werden. Letzteren ziehen zu lassen, wäre dennoch ein herber Verlust.

Welche Deals sind sonst noch möglich?

  • Restricted Free Agents: -
  • Unrestricted Free Agents: Bertans, Ian Mahinmi, Shabazz Napier, Gary Payton II, Jerian Grant
  • Gehälter 2020/21: 103 Mio. Dollar (Salary Cap 2019/20: 109,1 Mio)

Zwar ist noch offen, wie hoch der Salary Cap für die kommende Saison nach der Coronavirus-Pandemie wirklich sein wird, viel Flexibilität werden die Wizards aber so oder so nicht haben. General Manager Tommy Sheppard wäre dennoch gut beraten, immerhin mit der Midlevel-Exception (circa 9,3 Mio. Dollar) nach Verstärkung auf der Forward- (abhängig von Bertans' Entscheidung) und Center-Position zu suchen. Ein Name, der bei diesen Spekulationen immer im Raum steht, ist der von DeMarcus Cousins. Sein alter College-Buddy Wall hat sich bereits für den Big Man stark gemacht.

Welche Rolle werden Isaac Bonga und Moritz Wagner bei den Wizards 20/21 spielen?

Die beiden Deutschen konnten in ihrer ersten Saison mit "richtigen" Einsatzzeiten wertvolle Erfahrungen sammeln. Bonga entpuppte sich als einer der besten Verteidiger des Teams, in der Bubble startete er in jeder Partie. Diesen Platz wird er bei einem guten Team aber nur dann halten können, wenn er sein Offensivspiel verfeinert und vor allem im Abschluss besser wird.

Wagner wiederum dürfte weiter als Scorer von der Bank eingeplant sein - wenn er wieder näher an seinen Saisonstart herankommt. Der Berliner startete hocheffizient in die Spielzeit, verletzungsbedingt gingen seine Leistungen im Kalenderjahr 2020 aber in den Keller. Auch in der Bubble agierte er unglücklich.

Wizards: Diese Spieler stehen kommende Saison unter Vertrag

Point GuardShooting GuardSmall ForwardPower ForwardCenter
John WallBradley BealTroy BrownRui HachimuraThomas Bryant
Ish SmithJerome RobinsonIsaac BongaMoritz WagnerAnzejs Pasecniks
Admiral Schofield

Ausblick: Die Ziele der Washington Wizards für 2020/21

In einem Conference Call am Mittwoch wurde Wizards-Coach Scott Brooks gefragt, ob sein Team schon in der kommenden Saison ein Titelanwärter sein könne. "Dafür müsste schon einiges passieren", lautete dessen ehrliche Antwort. Mit den Playoffs sollte es nach zwei Jahren Abstinenz aber schon klappen.

Die Gefahr für die Wizards ist jedoch, im Niemandsland zu versinken. Aufgrund der fehlenden finanziellen Flexibilität sind bedeutende Upgrades im Kader nur schwer vorstellbar - außer das Front Office entscheidet sich doch für einen Trade von einem der beiden Stars.

Playoffs sind zwar schön und gut, doch eine langfristige Aussicht auf Platz sechs, sieben oder acht reizt in Washington niemanden. Die Hoffnung liegt auf dem Backcourt. Ein fitter Wall kann die Wizards gemeinsam mit Beal weit nach vorne bringen. Das gegenteilige Szenario, in dem 2020/21 erneut die Playoffs verpasst werden, ist aber ebenfalls nicht ausgeschlossen.

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