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NBA Franchise-Outlook, Cleveland Cavaliers: Bitte nicht den selben Song nochmal

Kevin Love (r.) und Tristan Thompson waren schon 2016 beim Titelgewinn der Cavs mit an Bord.

Die Saison 2019/20 war für die Cleveland Cavaliers sowohl auf als auch abseits des Parketts eine Enttäuschung. Im Draft bekommen die Cavs nun neuerlich die Chance auf ein Top-Talent, doch kann sich der Champion von 2016 in der Offseason von den Altlasten befreien?

Für 22 Teams steht derzeit die Vorbereitung auf den Restart der NBA-Saison Ende Juli in Disney World an, für die restlichen acht Teams ist die Saison 2019/20 rum - und damit ist es höchste Zeit, den Fokus auf die Offseason zu richten. Neben unter anderem den Warriors und Timberwolves gilt dies auch für die Cleveland Cavaliers.

Bis zur Corona-bedingten Unterbrechung der Spielzeit am 11. März hatten die Cavs 19 Siege bei 46 Niederlagen zusammengekratzt, ligaweit die zweitschlechteste Bilanz, nur Golden State ging seltener als Sieger vom Parkett. Entsprechend kann die Saison in Cleveland nicht als Erfolg gewertet werden, vor allem in Anbetracht der Unruhen abseits des Sportlichen.

John Beileins Karriere als NBA-Coach war bereits nach 54 Spielen wieder Geschichte und geprägt von Negativ-Schlagzeilen. Die Spieler sollen vom seinem "College-Stil" genervt gewesen sein, im Januar beleidigte er seine eigene Mannschaft bei einer Film-Session. Die vielen Niederlagen machten seine Amtszeit nicht besser.

Immerhin steigerte sich Collin Sexton in seinem zweiten Jahr in der NBA, Backcourt-Kollege Darius Garland zeigte in seiner Rookie-Saison allerdings mehr Schatten als Licht. Und Kevin Love machte in erster Linie mit seiner öffentlich ausgetragen Frustration auf sich aufmerksam.

Der Big Man hätte gerne einen Trade gesehen, doch vielversprechende Angebote hielten sich die Saison über in Grenzen. Die Cavs wurden kurz vor der Trade Deadline dennoch aktiv, als GM Koby Altman Center Andre Drummond im Tausch für John Henson, Brandon Knight und einen Zweitrundenpick 2023 von den Pistons loseiste. Mit dem Big Man und dem jungen Guard-Duo soll bald wieder der Sprung in die Playoffs gelingen.

Die finanzielle Situation der Cavaliers in der Offseason 2020

Dabei war zunächst gar nicht klar, ob Cleveland langfristig mit Drummond würde planen können, weil der 26-Jährige über eine Spieleroption für die kommende Saison verfügt. Ursprünglich wollte er diese nicht ziehen, angesichts der unklaren finanziellen Lage im Rahmen der Coronavirus-Pandemie hat Drummond sich jedoch umentschieden und nimmt nun die Option in Höhe von 28,8 Millionen Dollar.

"Es wird schwer für mich, darauf zu verzichten, also könnt ihr darauf zählen, dass ich noch in Cleveland sein werde", sagte Drummond am Dienstag im ESPN-Podcast STUpodity.

Inklusive Drummond stehen bei den Cavs für 2020/21 zehn Spieler für insgesamt knapp 108 Mio. Dollar in den Büchern, das entspricht in etwa der Gehaltsobergrenze der aktuellen Spielzeit. Ursprünglich ging die Liga von einer Steigerung des Salary Caps auf etwa 115 Mio. aus, doch das ist aufgrund der Coronakrise eher unwahrscheinlich.

Besonders viel Spielraum wird Cleveland in der kommenden Offseason also nicht haben, die Cavs werden aber wohl im Herbst einen neuen Anlauf starten, Love und seinen Vertrag (noch 3 Jahre/91,5 Mio. Dollar) loszuwerden.

Gleichzeitig könnten sie eine Verlängerung mit Tristan Thompson, dessen Vertrag ausläuft (18,5 Mio. in 2019/20), anstreben. Beide Seiten sollen einer Fortsetzung des Engagements offenbar nicht abgeneigt sein. Ansonsten werden die Cavs wohl nur über die Mid-Level-Exception (voraussichtlich etwa 9 Mio.) neue Spieler anwerben können - immerhin ist Cleveland erstmals seit der LeBron-Ära wieder unter der Luxussteuergrenze.

Cleveland Cavaliers 20/21: Diese Spieler stehen unter Vertrag

Point GuardShooting GuardSmall ForwardPower ForwardCenter
Darius GarlandCollin SextonCedi OsmanKevin LoveAndre Drummond (Spieleroption)
Dante Exum Kevin Porter Jr.Larry Nance Jr.
Dylan WindlerAlfonzo McKinnie

NBA Draft 2020: Welche Picks haben die Cavaliers?

Der wichtigste Neuzugang der Cavs wird aller Voraussicht nach nicht in der Free Agency, sondern im Draft zum Team stoßen. Cleveland hat aufgrund seiner Bilanz eine 14-prozentige Chance auf den Nr.1-Pick. Auf jeden Fall werden sie aber einen der ersten sechs Picks haben. Clevelands Zweitrundenpick geht allerdings nach Charlotte.

Team Needs: Welche Spielertypen brauchen die Cavs?

In 2018 und 2019 nutzten die Cavs ihre hohen Erstrundenpicks, um zwei Guards ins Team zu holen. Zwei Guards, die sich sehr ähnlich sind. Beide sind mit 1,85 Meter nicht sonderlich groß, beide sind talentierte Scorer und beide haben defensiv ihre Schwierigkeiten.

Zwar ist es fraglich, ob Garland und Sexton wirklich die Zukunft im Cavs-Backcourt sind, doch ohne einen Trade wird Cleveland wohl nicht noch einmal einen Guard im Draft auswählen. Unter Umständen ist die Aussicht auf Anthony Edwards aber so verlockend, dass sich die Cavs von einem der beiden trennen könnten. Die Franchise ist schließlich nicht in der Position, um nach Need zu draften, sondern sollte wohl eher das beste verfügbare Talent auswählen.

Als potenzieller Nr.1-Pick trifft dies durchaus auf Edwards zu. Der 1,96-Meter-Mann verspricht sowohl offensiv als auch defensiv eine Menge, gerade in der eigenen Hälfte hätte er wohl jetzt schon Sexton und Garland einiges voraus. Auch LaMelo Ball könnte als wohl bester Spielmacher des Jahrgangs Sinn ergeben.

Doch auch die Defense unter den Körben ist in Cleveland verbesserungswürdig. Um dieses Problem anzugehen, scheinen James Wiseman oder Onyeka Okongwu eine gute Wahl, vor allem, wenn Thompson nicht gehalten wird.

Mit einem etwas späteren Pick könnte Cleveland nach Verstärkung für den Flügel neben Larry Nance Jr., Cedi Osman und Kevin Porter Jr. Ausschau halten, beispielsweise in Person von Deni Avdija, den die Cavs angeblich schon intensiv gescouted haben sollen, Tyrese Haliburton oder Defensiv-Spezialist Isaac Okoro. Auch Killian Hayes soll sich auf dem Radar der Cavs befinden.

Cleveland Cavaliers - Ausblick: Fokus auf die jungen Talente

Zusätzlich würde den Cavs sicherlich der ein oder andere Veteran gut tun, der das junge Team in den kommenden Jahren anleitet. Love scheint in dieser Rolle nach den Zwischenfällen in dieser Saison nicht unbedingt geeignet. Ein Trade würde für die Cavs und den Spieler selbst am meisten Sinn ergeben. Die Frage ist nur, wohin?

Die Angebote waren bereits vor der Trade Deadline rar gesät, aufgrund der ungewissen Auswirkungen der Coronakrise scheint es eher unwahrscheinlich, dass die Cavs ein gutes Paket für den teuren Vertrag des 31-Jährigen schnüren können. Ihn auch zu einem geringen Preis abzugeben, wäre wahrscheinlich dennoch sinnvoll, genau wie ein Abgang von Thompson. Der Fokus der Cavs sollte künftig voll auf den jungen Talenten liegen.

Das wiederum wird wohl auch für die kommende Spielzeit einen Platz im Tabellenkeller der Eastern Conference nach sich ziehen. Altman steht unter Druck, im Draft die richtigen Entscheidungen zu treffen und in der Offseason einen klaren Plan für die Zukunft aufzustellen. Ein neuerlicher Anlauf mit dem Spielermaterial der vergangenen Saison plus Rookie X scheint wenig erfolgsversprechend.

Schaffen stattdessen Sexton und Garland einen Sprung in ihrer Entwicklung - sollten beide auch in der kommenden Saison noch gemeinsam in Cleveland spielen - und schlägt der Draft-Pick ein, könnte der Rebuild nach LeBrons zweitem Abgang aus Ohio schneller verlaufen, als es nach 2010 der Fall war.

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