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NBA - LeBron James erreicht Meilenstein gegen Mavericks: "Das wurde mir als kleiner Junge eingebläut"

LeBron James durchbrach beim Sieg gegen die Mavs die Schallmauer von 9000 Assists.

Die Los Angeles Lakers feiern einen beeindruckenden 108:95-Sieg gegen die Dallas Mavericks, sowohl offensiv als auch defensiv dominieren LeBron James und Co. die Gäste aus Texas. Kurz vor seinem 35. Geburtstag sammelt der King mit seinem nächsten Meilenstein noch mehr Gründe, ordentlich zu feiern.

In den seltensten Fällen stellen sich Zwischenrufe aus einem Publikum als etwas Positives heraus, zumindest nicht für die Gäste der Lakers im Staples Center. Als sich Luka Doncic also Mitte des dritten Viertels umdrehte, um zu sehen, wer ihn da gerade von der Seite angeredet hatte, dürfte er wohl am wenigsten mit Kobe Bryant gerechnet haben.

"Er hat Slowenisch mit mir geredet. Ich habe mich gewundert: 'Wer spricht hier meine Sprache?' Dann habe ich Kobe gesehen und war sehr überrascht", sagte der 20-Jährige über seine unerwartete Begegnung mit der Lakers-Legende.

Auch nach der Partie wechselten Bryant und Doncic ein paar warme Worte - es dürfte der einzige Höhepunkt aus Sicht des Mavs-Stars an diesem Abend gewesen sein, den er ansonsten sicherlich so schnell wie möglich aus dem Gedächtnis streichen würde. Doncic hatte die komplette Partie über mit der giftigen Lakers-Defense zu kämpfen, legte nur 19 Punkte bei 5 von 14 aus dem Feld, 7 Assists und 6 Ballverlusten auf.

"Wir haben wirklich schlecht gespielt", fasste der Slowene den Auftritt der Mavs in Hollywood zusammen. "Ich glaube, das war eines der schlechtesten Spiele, die wir jemals gespielt haben. Es war ein schlechter Abend für uns. Ein richtig schlechter Abend."

Dallas Mavericks: Entwarnung bei Hardaway Jr. und Doncic

Der Blick auf die Statistiken bestätigte diesen Eindruck. Sowohl die Wurfquote (36 Prozent) als auch die Punkteausbeute (95) waren Saisontiefstwerte, dazu leistete sich Dallas 19 Ballverluste und zu schlimmer Letzt verletzte sich auch noch Tim Hardaway Jr. am Oberschenkel.

Bezüglich THJ gab Mavs-Coach Rick Carlisle immerhin leichte Entwarnung: "Wir sind optimistisch, dass es nur eine kurze Sache ist." Und auch Doncic selbst schien Glück im Unglück zu haben, nachdem er nach einem Foul von Dwight Howard übel zu Boden krachte. "Das war beängstigend", gab Doncic zu. "Ich bin auf meinen Rücken gefallen, habe meinen Kopf und meinen Ellbogen gestoßen. Aber ich bin okay."

In der Halbzeitpause musste sich der amtierende Rookie des Jahres einem Test auf eine Gehirnerschütterung unterziehen lassen, wurde von den Ärzten aber für Hälfte zwei freigegeben. Ein Comeback konnten die Mavs aber nicht mehr starten, am Ende stand eine deutliche Pleite gegen die Lakers und wohl eine der schlechtesten Leistungen in Doncic' junger Karriere. Und das in seinem 100. Spiel in der Association. Diesen Meilenstein hatte er sich sicherlich anders vorgestellt.

LeBron James weckt den Spielmacher in sich

Apropos Meilenstein: Bei diesem Begriff ist in diesen Zeiten der Name LeBron James nicht weit, so auch nach dieser Partie. Mit 13 Assists durchbrach der King als neunter Spieler die Schallmauer von 9.000 Vorlagen. Damit nicht genug, LeBron avancierte zudem zum ersten Spieler in der langen Historie der NBA, der mindestens 30.000 Punkte, 9.000 Rebounds und 9.000 Vorlagen vorzuweisen hat.

Am Abend vor seinem 35. Geburtstag nahm sich LeBron als Scorer zurück, stattdessen dirigierte er die Lakers-Offense und ermöglichte vor allem seinen Big Men um Anthony Davis (23 Punkte, 8/12 FG), Howard (15, 6/7 FG) oder JaVale McGee (11, 5/6 FG) leichte Punkte unter anderem durch Alley-Oop-Anspiele.

"Das wurde mir eingebläut beim ersten Mal, als ich einen Basketball in der Hand hatte", erklärte James seinen Hang zum Spielmacher. "Als ich ein kleiner Junge war, war ich ein bisschen besser als manche meiner Mitspieler. Mein Coach hat gesagt, dass es eine viel schönere Belohnung ist, wenn man den Teamkollegen, die nicht dribbeln oder scoren können, einen offenen Look beschert."

Seitdem habe er gewusst, so LeBron, dass dies der richtige Weg sei, zu spielen. In der aktuellen Saison stellt er dies unter Beweis, seine 10,8 Assists pro Partie sind nicht nur ein persönliches Career-High, sondern auch Ligabestwert 2019/20.

Lakers dominieren Mavs sowohl offensiv als auch defensiv

Dabei setzt LeBron aktuell nicht nur seine Teamkollegen sehenswert in Szene, er leistet sich zudem so gut wie keine Fehler. In den vergangenen beiden Partien gegen die Trail Blazers (128:120) und nun gegen die Mavs standen den insgesamt 29 Assists gerade einmal 3 Turnover gegenüber.

"Seine Pace in den vergangenen beiden Partien war herausragend", lobte Head Coach Frank Vogel. "Wir machen einen viel besseren Job, in der Zone zu spielen. Wir treffen großartige Entscheidungen und sind aggressiv." Gegen die Mavs zahlte sich diese Aggressivität in 54:32 Punkten in der gegnerischen Zone aus.

Gleichzeitig lieferten die Lakers auch defensiv einen sehr starken Auftritt ab. Mit 115,3 stellen die Mavs das beste Offensiv-Rating der Liga, an diesem Abend wurden Doncic und Co. allerdings hervorragend ausgebremst - auch mithilfe von vereinzelt eingesetzten Zonenverteidigungen, auf die Coach Vogel erstmals in dieser Saison zurückgriff.

Die Statistiken von LeBron James gegen die Mavs und Blazers

GegnerMinutenPunkteReboundsAssistsTurnoverFG3FG
Mavericks341361323/102/4
Trail Blazers372171617/151/4

Wer zahlt für LeBrons Geburtstagsparty?

"Das war gut, so haben wir sie ein wenig durcheinander gebracht", lobte Davis das Defensiv-Konzept seines Coaches. LeBron hob zudem die gute individuelle Defense von Avery Bradley gegen Doncic hervor: "Wir haben versucht, es ihm möglichst schwer zu machen, aber auch, es allen anderen schwer zu machen."

Das gelang augenscheinlich. Mit 26 Siegen und nur sieben Niederlagen festigten die Lakers somit Platz eins in der Western Conference gegen eins der aufstrebenden Teams der Liga, nachdem zuletzt vier Partien in Folge verloren gingen. Dazu der nächste beeindruckende Meilenstein in der Karriere des LeBron und nun der anstehende Geburtstag. Grund genug für eine große Party am Montag?

"Ich wünsche mit keine Geburtstagsparty. Denn ich muss ja selber dafür zahlen", scherzte James nach dem Sieg gegen die Mavs und wenige Stunden vor seinem Ehrentag. "Verdammt, ich muss für meine eigene Geburtstagsparty bezahlen!" Selbst bei einem LeBron läuft eben manchmal nicht alles perfekt.

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