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NBA - Giannis Antetokounmpo dominiert bei Sieg gegen die Lakers: Selbst der König zieht seinen Hut

Giannis Antetokounmpo führt die Bucks unter anderem mit einem Career-High mit 5 Dreiern zum Sieg gegen die Lakers.

Beim 111:104-Sieg der Milwaukee Bucks gegen die Los Angeles Lakers ist Giannis Antetokounmpo wieder einmal der überragende Mann. Mit einem Karrierebestwert von Downtown deutet er an, dass seine Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist. Den Respekt des Gegners hat er bereits sicher.

Viel zu sagen hatte LeBron James zum Thema Giannis nach der Partie nicht. Wie schwer es sei, den Griechen zu verteidigen, wenn dieser auch noch seine Dreier trifft, wurde der Lakers-Star kurz nach der Niederlage gefragt. LeBron schwieg. Stattdessen zog er nur mit einer Handbewegung seinen imaginären Hut vor dem amtierenden MVP. Das war Antwort genug.

Als Alternative hätte der King wohl auch "unmöglich" auf die Frage entgegnen können, genauso schien es nämlich. Antetokounmpo dominierte das Spitzenspiel zwischen den beiden besten Teams der Association mit 34 Punkten, 11 Rebounds und 7 Assists in gerade einmal 32 Minuten.

Wie gewohnt präsentierte er sich mit 11 von 19 aus dem Feld äußerst effizient, zu seinen altbekannten Euro-Steps, Layups und Dunks in der Zone, die allein schon sehr schwer zu stoppen sind, versenkte der 25-Jährige an diesem Abend aber auch noch fünf Dreier (bei acht Versuchen).

Bei einem Triple Mitte des dritten Viertels schien Giannis sein heißes Händchen selbst kaum glauben zu können, im Zurücklaufen schüttelte er ein wenig mit dem Kopf. Im Schlussabschnitt, nachdem er seinen fünften und letzten Distanzwurf durch die Reuse geschweißt hatte, war er dann selbst überzeugt: Beim Jubel mit den Teamkollegen setzte er sich eine imaginäre Krone auf den Kopf. Ein Zeichen an LeBron?

Shooting: Die letzte Schwäche des Giannis Antetokounmpo

"Er wird die wichtigen Würfe treffen, das machen großartige Spieler einfach. Natürlich haben wir jeden einzelnen gebraucht", zeigte sich Teamkollege Wesley Matthews nach der Partie beeindruckt und mit einem Schmunzler fügte er an: "Wir begrüßen das immer, wenn er fünf Dreier versenken will."

Ein solches Dreierfeuerwerk, wie man es für Giannis-Verhältnisse nennen muss, gab es bisher schließlich nicht wie Sand am Meer. Noch nie, um genau zu sein. Seine fünf Dreier stellten einen Karrierebestwert für den Griechen dar, der damit den nächsten Schritt in seiner Entwicklung andeutete.

Das Shooting ist bisher die einzige Schwachstelle im Spiel des Nr.15-Picks von 2013, in den vergangenen Jahren hat er viel Arbeit investiert, um diese auszumerzen. Und er hat sich stetig verbessert. In der laufenden Saison gelang nun der Schritt von einer mageren Dreierquote von 25,6 Prozent 2018/19 auf immerhin akzeptable 33,8 Prozent (bei fast doppelt so vielen Versuchen).

"Ich will einfach besser werden, ich werde weiter an meinem Spiel arbeiten", kündigte Giannis trotz seiner Career-Night an, um diese direkt ein wenig zu relativieren: "An manchen Abenden werde ich keinen Dreier treffen, an manchen Abenden fünf. Aber ich muss weiterwerfen, denn das ist, was mein Team von mir braucht."

Die Dreier-Statistiken von Giannis im Vergleich

SaisonGetroffene DreierVersuchte Dreier3FG%
2013/140,51,534,7
2014/150,10,515,9
2015/160,41,425,7
2016/170,62,327,2
2017/180,61,930,7
2018/190,72,825,6
2019/201,85,233,8

Giannis nach Bucks-Sieg: "Sollte eigentlich gar nicht hier sein"

Eine Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Sommer, doch die Tendenz geht bei Antetokounmpo eindeutig in die richtige Richtung - hin zu einem Superstar ohne offensichtliche Schwäche. Die Motivation, genau dieses Ziel zu erreichen, scheint bei ihm auf jeden Fall gegeben.

"Ich war nicht der Nr.1-Pick. A.D. war das. LeBron war das ebenfalls. Ich sollte dagegen eigentlich gar nicht hier sein", so Giannis. "Ich bin einfach glücklich, diesen Prozess mitzumachen und will immer besser werden. Das macht mir Freude."

Und das Gewinnen natürlich. Die Bucks führen nach dem Sieg gegen die Lakers die Liga nun als alleiniger Spitzenreiter mit 25 Siegen bei nur vier Niederlagen an. In der Eastern Conference hat Milwaukee bereits einen deutlichen Vorsprung vor den Celtics (18-7) auf Platz zwei.

Bucks vs. Lakers: Wiedersehen in den Finals?

Allerdings bemühte sich Antetokounmpo, ein wenig auf die Euphoriebremse zu drücken: "Das war kein besonderes Spiel. Es ist toll, dass wir aktuell die Nummer eins in der NBA sind. Aber am Ende wird sich niemand für dieses Regular-Season-Spiel interessieren."

Was Giannis damit meint: Erst im Mai und Juni zählt es so richtig, dann könnten sich die Lakers und Bucks seiner Meinung nach wiedersehen. Dann dürfen die Fans erneut ein packendes Duell erwarten, so wie in der vergangenen Nacht.

Schließlich gaben sich die Lakers trotz des gut aufgelegten Giannis und eines zwischenzeitlichen 21-Punkte-Rückstands in fremder Halle nicht geschlagen. Der starke Anthony Davis (36 Punkte, 10 Rebounds, 5 Assists) führte sein Team gemeinsam mit LeBron James (21, 12 und 11) zurück in Schlagdistanz.

Giannis Antetokounmpo zu viel für die Lakers

"Wir wussten, dass das ein Spiel über die kompletten 48 Minuten wird", sagte Giannis im Anschluss. "Das ganze Team war vom Beginn bis zum Ende fokussiert." Der Greek Freak durfte sich entsprechend über hilfreiche Unterstützung von George Hill (21) oder Khris Middleton (15) freuen.

Und auch Matthews machte gerade defensiv gegen LeBron einen starken Job. Laut ESPN Stats & Info hielt der ehemalige Maverick den King im direkten Duell bei nur 5 von 13 aus dem Feld. Insgesamt machte die Defense der Bucks einen sehr guten Eindruck, unter anderem auch, wenn es darum ging, die gefährlichen Post-Ups der Lakers und A.D. zu unterbinden.

Erst in Halbzeit zwei nahmen die Gäste aus Hollywood langsam aber sicher an Fahrt auf, doch das reichte gegen einen Giannis in dieser Verfassung nicht. Auch in der Crunch-Time hatte er immer wieder eine passende Antwort auf die Läufe der Lakers parat. "Er war einfach zu viel für uns", lautete das Fazit von Head Coach Frank Vogel. L.A. blieb nichts anderes übrig, als vor dieser Leistung den Hut zu ziehen.

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