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NBA: L.A. Clippers vermiesen Heimpremiere der Golden State Warriors

Von Philipp Jakob
Kawhi Leonard und die Clippers erlegen die Warriors bei deren Heimpremiere im Chase Center.

Die Golden State Warriors haben im ersten Spiel im neuen Chase Center in San Francisco eine bittere 141:122-Blowout-Pleite (BOXSCORE) gegen die L.A. Clippers einstecken müssen. Kawhi Leonard und Co. ließen von Beginn an nichts anbrennen, Golden State musste zudem eine Schrecksekunde um Draymond Green verkraften.

Klare Angelegenheit für die L.A. Clippers! Schon von Beginn an machten Kawhi und Co. deutlich, wer der Herr in der nigelnagelneuen Arena ist, letztlich konnten die Warriors nicht mit der Firepower der Gäste mithalten.

Vor allem Leonard machte wieder einmal eine starke Partie. Der 28-Jährige führte sein Team mit 21 Punkten in nur 21 Minuten an, zudem steuerte er 9 Assists bei. Lou Williams avancierte von der Bank aus zum Topscorer (22), auch Patrick Patterson (20, 6/10 Dreier) und Montrezl Harrell (18) wussten zu überzeugen.

Auf Seiten der Warriors war Stephen Curry mit 23 Zählern der beste Mann bei den Hausherren, allerdings hatte er Probleme mit seinem Wurf (8/20 FG, 2/11 Dreier) und leistete sich 8 Ballverluste. D'Angelo Russell steuerte 20 Punkte bei, ansonsten waren Jacob Evans (14, 4/6 Dreier) und Eric Paschall (14) von der Bank noch die besten Krieger.

Nach einem stimmungsvollen Auftakt - der verletzte Klay Thompson hatte die Zuschauer bei der Heimpremiere im Chase Center mit ein paar Worten vor dem Tip-Off noch weiter angeheizt -, war den Warriors-Fans jedoch schon ziemlich schnell nicht mehr zum Feiern zumute.

Warriors: Draymond Green verletzt sich am Ellenbogen

Ivica Zubac legte in den ersten Minuten nach mehreren Pick'n'Rolls sechs Punkte und 1 Block auf, zwei Dreier von Patterson brachte die Gäste mit 14:0 in Front. Damit noch nicht genug: Draymond Green verletzte sich nach einem Screen am Ellenbogen und musste zur Untersuchung in die Kabine.

Dann kam aber DLo! Der Neuzugang von den Nets zeichnete sich im Alleingang für die ersten 10 Warriors-Punkte im Chase Center verantwortlich. Die Dubs-Fans waren wieder da, spätestens als Steph Curry seinen ersten Stepback-Triple versenkte und die Warriors damit wieder in Schlagdistanz brachte: 35:29 für die Clippers nach 12 Minuten.

Zum Start des zweiten Durchgangs war dann auch Green wieder zurück auf dem Parkett, das änderte jedoch nichts daran, dass die Clippers die Partie weiterhin unter Kontrolle hatten. Wieder einmal setzte die starke Bank der Gäste Akzente, Curry hielt den Rückstand zur Pause noch im akzeptablen Bereich (54:65).

L.A. Clippers: Entscheidung im dritten Viertel

Zum Start des dritten Abschnitts schien L.A. aber endgültig Nägel mit Köpfen machen zu wollen. Landry Shamet begann die zweite Halbzeit mit einem Dreier, wenige Minuten später hatten sich die Clippers mit einem 18:6-Run bis auf 23 Punkte abgesetzt - auch dank Kawhi, der sich selbst von Fouls nicht stoppen ließ.

Damit war der Wille der Warriors offensichtlich recht schnell gebrochen. Ohnehin konnten sie die Clippers in der Defensive nicht wirklich einschränken. Die Gäste trafen in den ersten drei Vierteln 63,3 Prozent aus dem Feld und knapp 60 Prozent von Downtown, im dritten Durchgang schenkten sie den Dubs 46 Zähler ein.

Nach 36 Minuten stand es bereits 111:87 für die Clippers, damit war das Spiel entschieden. Der Schlussabschnitt geriet damit zur ausgedehnten Garbage Time, in der die beiden Head Coaches ihre Stars schonten. Kawhi stand gerade einmal 21 Minuten auf dem Parkett.

Die wichtigsten Statistiken

Golden State Warriors (0-1) vs. L.A. Clippers (2-0) 122:141 (BOXSCORE)

  • Das Zielwasser, das im Chase Center ausgeschenkt wird, müssen die Warriors offensichtlich noch etwas anpassen. Curry und Co. versenkten bei der Heimpremiere 35,7 Prozent von Downtown (15/42, ohne Garbage Time wäre die Quote etwas schlechter). Russell war mit 4 Triples (4/8) noch bester Schütze, Curry traf nur 2 von 11. Deutlich besser lief es bei den Clippers, die 18 von 32 (56,3 Prozent) aus der Distanz versenkten.
  • Zusätzlich machten es sich die Gäste auch noch in der gegnerischen Zone gemütlich. Dort waren die Clippers nicht zu stoppen, in der Painted Area versenkte LAC überragende 29 von 35 Versuchen (82,3 Prozent). In direkter Ringnähe waren es sogar 94,4 Prozent. Teilweise wurde es ihnen von den Warriors-Defense aber auch viel zu einfach gemacht, insgesamt kamen die Clippers auf 58 Punkte in der Zone (GSW: 40).
  • Den Warriors half in dieser Hinsicht natürlich nicht, dass mit Green und Looney die beiden besten Big Man angeschlagen waren. Draymond blieb nach seiner Verletzung am Ellbogen die restliche Partie über relativ blass, Looney stand aufgrund von Oberschenkelproblemen nur 10 Minuten auf dem Parkett.
  • Auch in Sachen Tiefe des Kaders konnten die Dubs einfach nicht mit dem Titelanwärter aus der Stadt der Engel mithalten, dafür fehlte einfach das Talent. Die Clippers-Bank um Williams und Harrell machte wieder einmal eine starke Partie und kam auf 68 Zähler - Golden State hatte 52 Bank-Punkte. Dabei machten vor allem Evans oder Rookie Paschall eigentlich einen recht soliden Job.
  • Die 141 Punkte der Clippers sind die meisten, die die Dubs in der Ära von Steve Kerr als Head Coach des Teams jemals zugelassen haben. Gleichzeitig sind es laut ESPN Stats & Info auch die meisten Punkte, die jemals von einem Team im ersten Spiel in einer neuen Arena erzielt wurden.

Golden State Warriors vs. L.A. Clippers: Die Stimmen zum Spiel

Steve Kerr (Warriors-Coach): "Das ist näher an der Realität der NBA dran. In den vergangenen fünf Jahren haben wir in einer Welt gelebt, die es eigentlich nicht geben sollte. Wir haben neun Jungs, die 23 Jahre oder jünger sind. Wir fangen von vorne an, in vielerlei Hinsicht."

Doc Rivers (Clippers-Coach): "Einer unserer besten Spieler sitzt in Straßenklamotten auf der Bank. Wir werden noch besser sein, wenn Paul (George, Anm. d. Red.) zurückkommt, aber wir dürfen nicht darauf warten. Wir sind im Westen. Da müssen wir Spiele gewinnen."

Der Star des Spiels

Kawhi Leonard. Klare Sache, die Klaue war erneut der beste Mann auf dem Parkett. Trotz limitierter Einsatzzeit dominierte er das Geschehen auf dem Parkett, sowohl als Scorer als auch als Playmaker. Seine 9 Assists waren ein Karrierebestwert in der regulären Saison.

Der Flop des Spiels

D'Angelo Russell. Nach seinem heißen Start in die Partie mit 10 Punkten innerhalb von wenigen Minuten, war im weiteren Spielverlauf nicht mehr allzu viel von dem Point Guard zu sehen. Abgesehen von der Garbage Time kamen nur noch 6 Zähler bei 2 von 7 aus dem Feld nach dem ersten Durchgang hinzu.

Die Szene des Spiels

Die gehörte eindeutig Kawhi. Nach wenigen Minuten im dritten Viertel brachte die Klaue den Ball in die gegnersiche Hälfte und zog sofort zum Korb. Zunächst ging er an Glenn Robinson vorbei, dann absorbierte er den Kontakt von Marquese Chriss - im Zurückfallen behielt er die Balance und versenkte den Wurf. Unfassbar! Einen Freiwurf gab es natürlich noch obendrauf.

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