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NBA - Die Orlando Magic in der Offseason: Jährlich grüßt das Murmeltier

Von Philipp Jakob
Aaron Gordon und Nikola Vucevic wollen die Magic auch in der kommenden Saison in die Playoffs führen.

Viel passiert ist bei den Orlando Magic den Sommer über nicht. Die Franchise will den Erfolg des Vorjahres wiederholen und hat für viel Geld das komplette Team gehalten. Ein großer Sprung scheint mit dem derzeitigen Kader jedoch nicht möglich. Schaffen die jungen Talente nicht bald den Durchbruch, könnte Jahr für Jahr das gleiche Schicksal warten.

Orlando Magic: Die Transaktionen

Die Magic haben eine äußerst ruhige Offseason hinter sich. Der prominenteste - und quasi der einzige - Neuzugang ist Al-Farouq Aminu, der in der Free Agency für drei Jahre und 29,2 Millionen Dollar in Florida unterschrieb. Fehlende Aktivität kann man General Manager John Hammond dennoch nicht vorwerfen.

Nikola Vucevic bekam die Belohnung für seine All-Star-Saison in Form eines Vierjahresvertrags über 100 Millionen Dollar, der den Center bis 2023 an die Magic bindet. Auch auf Terrence Ross wartete ein kräftiger Zahltag, Orlando hielt den Sixth Man für vier Jahre und 54 Mio. Dollar.

Damit noch nicht genug der Vertragsverlängerungen: Auch Michael Carter-Williams (1 Jahr/1,6 Mio. Dollar) sowie Khem Birch (2 Jahre/6 Mio. Dollar) dürfen sich auf weitere Jahre in Orlando freuen, während Timofey Mozgov (entlassen) als einziger Abgang in der Bilanz der Magic auftaucht. Der Russe stand 2018/19 allerdings ohnehin nicht im Magic-Trikot auf dem Parkett.

Neben Aminu soll künftig noch Chuma Okeke das Team verstärken. Orlando sicherte sich die Dienste des Forwards mit dem 16. Pick im Draft. Allerdings laboriert der 21-Jährige derzeit an einem Kreuzbandriss, der ihn in der March Madness außer Gefecht setzte und auch seine Rookie-Saison voraussichtlich deutlich verkürzen wird.

Orlando Magic: Die wichtigsten Statistiken 2018/19

Bilanz Regular SeasonOffensiv-RatingDefensiv-RatingNet-Rating
42-40 (Platz 7 im Osten)108,2 (22.)107,6 (8.)0,6 (14.)

Orlando Magic: Die Strategie

Kontinuität ist das große Stichwort, die gab es in der 2010er-Dekade in Orlando eher selten. Hammond setzte den Fokus darauf, das Team der vergangenen Saison zusammenzuhalten. Mit der Truppe, die sich für den ersten, wenn auch kurzen, Playoff-Trip seit sieben Jahren verantwortlich zeigte, soll ein neuer Anlauf gestartet werden.

Allzu viel andere Möglichkeiten hätten die Magic wohl ohnehin nicht gehabt. Als Free-Agency-Destination war Orlando noch nie bekannt, die großen Stars zieht es fast schon traditionell eher zu glanzvolleren Franchises. Vucevic und Ross ließen sich mit dem nötigen Kleingeld dagegen problemlos von einem Verbleib überzeugen.

Aminu bringt zusätzliche Playoff-Erfahrung, der Flügel verstärkt in erster Linie die ohnehin gute Defense von Head Coach Steve Clifford. Ansonsten hoffen die Verantwortlichen und Fans auf die weitere Entwicklung des vorhandenen Spielermaterials, vor allem auf die von Aaron Gordon, Jonathan Isaac, Mohamed Bamba oder Markelle Fultz (dazu später mehr).

Der Kader der Orlando Magic

Point GuardShooting GuardSmall ForwardPower ForwardCenter
D.J. AugustinEvan FournierAaron GordonJonathan IsaacNikola Vucevic
Markelle FultzTerrence RossWes IwunduAl-Farouq AminuMo Bamba
Michael Carter-WilliamsMelvin Frazier Jr. Chuma Okeke (derzeit verletzt)Khem Birch

Orlando Magic: Die Schwachstellen

Das Team ist quasi identisch mit dem im Vorjahr, entsprechend nehmen die Magic auch dieselben Schwächen mit in die neue Spielzeit. In erster Linie ist da die Offense zu nennen, die in so gut wie allen wichtigen Kategorien 2018/19 im unteren Drittel der NBA rangierte.

Unter anderem fehlt es den Magic an Effizienz. Zwar kam Orlando in der vergangenen Saison immerhin auf eine durchschnittliche Dreierquote von 35,6 Prozent, doch der True-Shooting-Wert belief sich nur auf 55 Prozent - Platz 23 im ligaweiten Vergleich. In dieser Hinsicht wird Aminu nicht sonderlich viel helfen können.

Ein Fragezeichen bleibt zudem hinter der Starpower der Magic: Kann Vucevic an die starken Auftritte seiner Vorsaison anknüpfen? Wenn nicht, haben Clifford und Co. ein Problem, doch auch der Montenegriner in Bestform wird das Team nicht allein zu einem tiefen Playoff-Run führen können.

Ein absoluter Superstar fehlt, dafür überweisen die Magic Vooch und Ross im Schnitt jährlich 38,5 Mio. Dollar in den kommenden vier Spielzeiten. Das ist eine Menge Holz für zwei Spieler, die vom Top-Niveau der NBA ein ganzes Stück entfernt sind.

Orlando Magic: Der Hoffnungsträger

Die Magic befinden sich nun schon seit einigen Jahren auf der Suche nach dem Point Guard der Zukunft. Das Experiment Elfrid Payton blieb erfolglos, die Veteranen C.J. Watson oder nun D.J. Augustin sind bestenfalls Übergangslösungen.

Die Verantwortlichen hoffen nun, in Markelle Fultz den richtigen Mann gefunden zu haben, der früher oder später das Team auf der Eins anführen soll. Die Betonung liegt allerdings auf später. Nach dem Schulter-Drama, das die Sixers-Ära des Nr.1-Picks von 2017 negativ prägte, ist derzeit noch nicht klar, wann Fultz auf das Parkett zurückkehren wird.

Das Talent, um das Stigma des Draft-Busts zu entkräftigen, ist auf jeden Fall vorhanden. Die Frage ist nur, ob der 21-Jährige dieses Talent auch wirklich voll entfalten kann - und wenn ja, wann. Mit Fultz und den bereits erwähnten Gordon (24 Jahre), Isaac (21) und Bamba (21) haben die Magic eine Menge Potenzial im Kader. Das muss sich allerdings erst einmal auf das Parkett übertragen.

Orlando Magic: Das Fazit

Man muss den Magic zugute halten, dass sie sich in der Offseason nicht verschlechtert haben. Die wichtigen Bausteine des letztjährigen Erfolgs wurden gehalten, Orlando dürfte auch in den kommenden Jahren als sicherer Playoff-Anwärter ins Rennen gehen. Aber: Besser geworden sind die Magic eben auch nicht.

So steckt die Franchise zunächst einmal im Mittelmaß fest. Mit dem derzeitigen Kader, dessen Kern für mehrere Jahre an das Team gebunden ist, scheint ein Angriff auf die Spitze des Ostens unwahrscheinlich. Stattdessen könnte bei den Magic ein frühes Playoff-Aus zur Tagesordnung werden - außer einem der jungen Talente gelingt doch früher als später der erhoffte, große Sprung.

Die Note: 3

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