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NBA - Denver Nuggets in der Offseason: Der Neid der halben Liga

Die Denver Nuggets versuchen es kommende Saison noch einmal in fast identischer Besetzung.

Die Denver Nuggets haben ihre beste Saison seit vielen Jahren hinter sich und hielten ihr Team in der Offseason zusammen. Ein Neuzugang könnte sich unter dem Radar zum Hauptgewinn entwickeln.

Denver Nuggets: Die Transaktionen

Die Nuggets erlebten insgesamt eine ruhige Offseason. Die Team-Option für Paul Millsap über 30,4 Mio. Dollar wurde gezogen, Geld für signifikante Free Agents war somit nicht übrig. Im Draft hatten die Nuggets keinen eigenen Pick, allerdings gaben sie einen künftigen Zweitrundenpick für die Rechte an Nr.44-Pick Bol Bol ab, der mit einem Two-Way-Contract ausgestattet wurde.

Wichtig waren vor allem zwei Transaktionen: Jamal Murray erhielt eine vorzeitige Vertragsverlängerung über fünf Jahre und 195,6 Mio. Dollar, die ihn bis 2023 an das Team aus Colorado bindet. Außerdem holten die Nuggets aus Oklahoma City Jerami Grant, für den sie einen Top-10-geschützten 2020er Erstrundenpick abgeben mussten.

Tyler Cook erhielt einen Two-Way-Contract, P.J. Dozier einen ungarantierten Einjahresvertrag. Zudem wurde der Slowene Vlatko Cancar zwei Jahre nach seinem Draft in die NBA geholt und unterschrieb einen Dreijahresvertrag.

Denver Nuggets: Die wichtigsten Daten 2018/19

Bilanz Regular SeasonOffensiv-RatingDefensiv-RatingNet-Rating
54-28 (Platz 2 im Westen)112,1 (7.)108,1 (10.)4,0 (8.)

Denver Nuggets: Die Strategie

Die Nuggets haben ihre erfolgreichste Saison seit 2013 hinter sich und hätten wohl eigentlich die Conference Finals erreichen sollen. Dazu strotzt das Team vor jungem Talent - entsprechend entspannt ließ sich der Sommer angehen.

Murray wurde frühzeitig bezahlt, um aufzuzeigen, dass er der zweite Franchise-Player neben Nikola Jokic werden soll. Man hätte damit zwar bis zu seiner Restricted Free Agency im kommenden Jahr warten können, offensichtlich wollte man ihm aber explizit schon jetzt das Vertrauen schenken und keine etwaigen Wechselgedanken provozieren.

Mit Grant kam zudem ein Spieler, dessen Athletik im Frontcourt zuletzt ein wenig fehlte - und der perspektivisch den alternden Millsap (34) ersetzen könnte. Der frühere OKC-Forward passt mit seinen 25 Jahren dabei auch weitaus besser zum Kern des Teams von Head Coach Mike Malone.

Der Kader der Denver Nuggets

Point GuardShooting GuardSmall ForwardPower ForwardCenter
Jamal MurrayGary HarrisWill BartonPaul MillsapNikola Jokic
Monte MorrisMalik BeasleyMichael Porter Jr.Jerami GrantMason Plumlee
P.J. Dozier Torrey CraigJuan HernangomezBol Bol (TW)
Vlatko CancarJarred Vanderbilt

Denver Nuggets: Die Schwachstellen

Mit 17 Punkten führten die Nuggets im siebten Spiel der Western Conference Semifinals gegen Portland, gereicht hat es am Ende trotzdem nicht für den Sieg. Die Unerfahrenheit des Kaders, Millsap mal abgesehen, war dabei sicherlich ein Grund, für viele Leistungsträger wie Jokic und Murray war es gar der erste Trip überhaupt in die Playoffs (auch wenn man das Jokic nicht wirklich anmerkte).

Ein paar herkömmliche Schwächen ließen sich jedoch auch noch ausmachen. Denvers Defense ist zwar im Vergleich zum Vorjahr viel besser geworden, elitär sind die Nuggets hier aber noch nicht, wie Damian Lillard und Co. eindeutig aufzeigten. Jokic ist trotz allem individuellen Fortschritt und aller Spielintelligenz im Raum schlicht und einfach nicht der wendigste Verteidiger.

Dazu fehlt im Prinzip noch ein verlässlicher Go-To-Scorer auf dem Flügel. Murray könnte in diese Rolle wachsen, bisher ist er noch zu streaky, was bei erst 22 Jahren aber auch verständlich ist. Gardemaß hat Murray mit seinen 1,93 Meter jedoch nicht - etwas mehr Scoring auf den Forward-Positionen stünde den Nuggets gut zu Gesicht.

Denver Nuggets: Der Hoffnungsträger

Wie gut, dass ein potenziell extrem versierter Perimeter-Scorer mit Gardemaß (2,08 Meter) in den Startlöchern steht. Michael Porter Jr. wird nach einer erneuten Rücken-OP zwar wohl den Start der Saison verpassen, die Nuggets setzen dennoch weiter enorme Hoffnungen in den Nr.14-Pick von 2018.

Wird er komplett gesund, steht Porter eigentlich für ziemlich genau das, was den Nuggets noch fehlt: Er kann jederzeit einen Wurf loswerden, von draußen und am Korb abschließen, ist groß und beweglich. Vor seinen Verletzungen galt Porter nicht zu Unrecht mal als größtes Talent der 2018er Draft-Klasse.

Denver Nuggets: Das Fazit

Es gibt an der Offseason der Nuggets nur dann etwas zu meckern, wenn man das (frühe) Vertrauen in Murray als falsch erachtet - darüber lässt sich streiten, verständlich ist die Einstellung der Nuggets aber. Sein Spiel passt sehr gut zu dem von Jokic und beide sind noch so jung, dass sie sich zu einem legitimen Superstar-Duo entwickeln könnten (Jokic ist bereits einer).

Ansonsten waren die Möglichkeiten limitiert - und trotzdem fädelten die Nuggets einen der unter dem Radar besten Deals des Sommers ein, als sie Grant nach Denver lotsten.

Man kann davon ausgehen, dass Denver wie schon in der Vorsaison um die beste Bilanz im Westen mitspielt. Und nicht zuletzt durch diesen Trade dürfte dann auch ihr Playoff-Ceiling noch ein Stück höher sein. Die Nuggets sind in einer beneidenswerten Situation, blickt man auf all das junge Talent insbesondere im Backcourt.

Die Note: 1-

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