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NBA - Cleveland Cavaliers in der Offseason: Jugend forscht mit Wagners Mentor

John Beilein soll die jungen Spieler bei den Cleveland Cavaliers fördern.

Die Cleveland Cavaliers starten auch in das zweite Jahr nach LeBron James mit wenig Ambitionen. Der größte Coup der Offseason war schon die Installierung von College-Coach John Beilein, das Team befindet sich bis mindestens 2020 weiter im Umbruch. Doch was sind die Lichtblicke in Cleveland? Die Offseason-Analyse.

Cleveland Cavaliers: Die Transaktionen

Die größte Änderung bei den Cavs vollzog sich in diesem Sommer auf der Bank. Interims-Coach Larry Drew wurde durch John Beilein ersetzt, der als einer der besten College-Coaches im Land galt und unter anderem auch Moritz Wagner bei Michigan zu einem Erstrundenpick formte.

Beilein einigte sich kurz vor der Draft Lottery mit den Cavs, die Hoffnung auf Hauptgewinn Zion Williamson musste er aber schnell aufgeben. Cleveland fiel von Position zwei auf fünf zurück und zog dann an dieser Stelle in Darius Garland wieder einen Point Guard. Im Vorjahr hatten die Cavs sich mit dem neunten Pick in Collin Sexton bereits einen Spielmacher gegönnt.

Doch die Cavs hatten aus Houston im Februar per Trade einen weiteren Erstrundenpick erhalten, diesen verwendeten sie an Position 26 für den Shooter Dylan Windler. Am Draft-Tag fädelten die Cavs noch einen weiteren Deal mit Detroit ein, wodurch sie sich die Rechte an Shooting Guard Kevin Porter Jr. (Nr.30) sicherten. Dafür zahlten die Cavs fünf Millionen Dollar Cash und vier Zweitrundenpicks.

Damit waren die Planungen des Meisters von 2016 im Prinzip abgeschlossen. Außer Sindarius Thornwell (1 Jahr, 1,62 Millionen) kam kein einziger Free Agent, stattdessen wurde J.R. Smith Mitte Juli kurz vor dem Garantiedatum für dessen Vertrag per Stretch-Provision (er kassiert die kommenden drei Jahre je 1,46 Mio.) entlassen, nachdem sich kein Trade-Partner finden ließ.

Ebenfalls nicht mehr im Kader sind Nik Stauskas (Baskonia), Deng Adel (Brooklyn), Channing Frye (Karriereende) sowie Marquese Chriss (noch vereinslos).

Cleveland Cavaliers: Die wichtigsten Daten der vergangenen Saison

Bilanz Regular SeasonOffensiv-RatingDefensiv-RatingNet-Rating
19-63 (Platz 15 im Osten)106,8 (25.)116,8 (30.)-10,0 (30.)

Cleveland Cavaliers: Die Strategie

Mit der Verlängerung von Kevin Love im vergangenen Sommer wollte Cleveland eigentlich um die Playoffs spielen, es wurde aber schnell klar, dass ohne LeBron James kaum Qualität im Kader war. Stattdessen wurden die Veteranen abgeschoben oder auf der Bank platziert und konsequent die Jugend gefördert, zumal Love verletzungsbedingt dann ohnehin lange ausfiel.

Mit Beilein als neuem Coach wird dieser Trend konsequent fortgeführt. Der 66-Jährige ist der älteste Rookie-Coach in der NBA-Geschichte, gilt aber als herausragender Lehrer, der mit jungen Spielern gut umgehen kann. Unter seiner Schirmherrschaft schafften Spieler wie Tim Hardaway Jr., Caris LeVert, Trey Burke oder eben Wagner den Sprung in die beste Liga der Welt.

Die Entwicklung der Youngster soll darum in dieser Saison im Mittelpunkt stehen, wobei natürlich der Fokus auf die beiden Guards, Garland und Sexton, gerichtet sein wird. Zusammen mit Veteran Love sind sie die Gesichter der Cavs, wobei der Name von Love mit Sicherheit häufiger in Trade-Gesprächen zu hören sein wird.

Gleichzeitig dürfte die Saison auch genutzt werden, um die Bücher geradezurücken. Mit Brandon Knight (15,6 Mio.), Jordan Clarkson (13,4 Mio.), John Henson (9,7 Mio.) und auch Tristan Thompson (18,5 Mio.) laufen gleich mehrere schlechte Verträge aus, im kommenden Sommer dürften die Cavs dann endlich wieder mehr Flexibilität unter dem Salary Cap besitzen.

Der Kader der Cleveland Cavaliers

Point GuardShooting GuardSmall ForwardPower ForwardCenter
Darius GarlandCollin SextonCedi OsmanKevin LoveTristan Thompson
Matthew DellavedovaJordan ClarksonDylan WindlerLarry Nance Jr.Ante Zizic
Brandon KnightKevin Porter Jr. Dean WadeJohn Henson

Cleveland Cavaliers: Die Schwachstellen

Nur vier Teams geben in der kommenden Saison mehr Geld als die Cavs aus, die nur knapp unter der Luxussteuer-Grenze operieren, ein Zeichen für Qualität ist das im Falle von Cleveland nicht. In der vergangenen Saison waren die Cavs ein historisch schlechtes Defensiv-Team und auch diese Ausgabe macht nur wenig Hoffnung, dass sich dort viel bessern wird.

Das nimmt man in Ohio natürlich in Kauf, winkt doch in der kommenden Saison ein weiterer hoher Pick. Dennoch ist der Kader in keinster Form balanciert. Auf den großen Positionen herrscht beinahe ein Überangebot, während auf dem Flügel Cedi Osman im Prinzip keinerlei Konkurrenz fürchten muss.

Und dann ist da noch die Situation auf der Eins. Können Garland und Sexton zusammen funktionieren? Natürlich sind beide solide Schützen, Sexton zählte sogar zu den besten Spot-Up-Schützen der NBA 2018/19, doch sind es beide über ihre komplette Karriere gewohnt gewesen, den Ball in den eigenen Händen zu halten. Beilein muss hier schnell eine Lösung finden, damit es zwischen den beiden Hoffnungsträgern nicht frühzeitig zu Reibereien kommt.

Cleveland Cavaliers: Der Hoffnungsträger

Bei Sexton kommt erschwerend hinzu, dass der Spielmacher in seiner Rookie-Saison große Probleme hatte. So gab es wohl mehrere kritische Stimmen von Routiniers, die wenig überzeugt vom Spiel des Young Bulls waren. Vielleicht ist Sexton auch gar kein Point Guard, das Scoring fiel ihm deutlich leichter als das Einbeziehen seiner Mitspieler.

Die Hoffnungen für mehr Struktur im Cavs-Angriff ruhen daher nun auf Garland. Der 19-Jährige ist eine kleine Wundertüte, da er fast die komplette College-Saison verpasste. Bei seinen Workouts überzeugte der Nr.5-Pick aber und es gab dezente Vergleiche zu Damian Lillard. Auch Garland selbst war stets selbstbewusst und bezeichnete sich vor dem Draft als bester Point Guard der Klasse.

In Cleveland wird man dies gerne gehört haben, schließlich brauchen sie nach LeBrons Abgang dringend einen neuen Franchise-Player, Love ist das auch aufgrund seines fortgeschrittenen Alters nicht mehr.

Cleveland Cavaliers: Das Fazit

Es war ein ruhiger Sommer in Ohio, in dem mit Smith ein alter Zopf abgeschnitten und einiges an frischem Blut in das Team injiziert wurde. Ärgerlich aus Sicht der Cavs war jedoch, dass kein Abnehmer für J.R. gefunden wurde. Mit den auslaufenden Verträgen hätte man theoretisch aber weiter Möglichkeiten, um noch weitere Picks oder dergleichen einzusammeln.

Love wird zunächst einmal den Mentor spielen und sich selbst für andere Teams empfehlen, ein Trade dürfte ohnehin nur wenige überraschen. Ansonsten wird Cleveland viel experimentieren (nicht zuletzt, weil Beilein ein Rookie-Coach ist) und viele Spiele verlieren. Stören wird es niemanden, in Cleveland hat die Politik der kleinen Schritte Einhalt gefunden.

Die Note: 3-

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