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NBA

5 Fragen zur Entlassung von Jason Kidd: Warum mit dem Unausweichlichen warten?

Jason Kidd ist nicht mehr Head Coach der Milwaukee Bucks.

Warum haben die Milwaukee Bucks die Reißleine gezogen?

Das Front Office glaubt offenbar nicht mehr daran, dass Kidd den nächsten Schritt mit der Mannschaft gegangen wäre. Die bisherige Saison verläuft enttäuschend. Obwohl mit Eric Bledsoe früh ein Kader-Upgrade gewonnen wurde, kämpft das Team mit einer 24-22-Bilanz um die Playoff-Teilnahme im Osten.

Man hatte sich schlichtweg mehr erhofft, weshalb Kidd nun seinen Hut nehmen muss. Der Zeitpunkt dafür erscheint zwar ungewöhnlich, doch GM Horst hat eine Erklärung: "Ein General Manager der NHL hat mal gesagt: 'Wenn etwas unausweichlich ist, warum soll man dann noch warten?'" Deshalb sei man nun zum Ergebnis gekommen, sofort eine andere Richtung einzuschlagen.

Ein großes Problem der Bucks war in der laufenden Saison die Defense. Ein Rating von 110,4 reicht nur für Rang 26, obwohl mit Giannis Antetokounmpo, Bledsoe und John Henson gute Verteidiger auf den Schlüsselpositionen zur Verfügung stehen.

Zum Vergleich: In der ersten Saison unter Kidd landeten die Bucks auf Platz vier beim Defensiv-Rating. Kidd hatte ein neues Defensiv-Konzept aus Brooklyn mitgebracht, wo er als Head Coach - verletzungsbedingt - mit einem kleinen Lineup spielte und extrem aggressiv Pick-and-Rolls trappen und blitzen ließ.

Sein "neues" Team in der Bierstadt passte zu dieser Spielweise deutlich besser und hatte mit Giannis den perfekten Anker dafür. Doch im Laufe der Zeit gewöhnten sich die Gegner daran und überspielten die Traps recht simpel. Die Folge sind weit offene Würfe: In dieser Saison lassen nur zwei Teams eine bessere Dreierquote zu und die erzwungenen Turnover reichen inzwischen nicht mehr aus, um das zu kompensieren.

Doch Kidd hielt an seinem Konzept fest, große Änderungen waren nicht zu sehen - und die kleinen, die es gab, kamen zu spät. Zwar sind laut den Statistikern von Second Spectrum Tracking die Traps/Blitzes bei gegnerischen Pick-and-Rolls von 11 Prozent auf 5,2 Prozent im Laufe der Saison gesunken. Das ist aber noch weit über dem NBA-Schnitt - und die konventionelle Defense hat unter Kidd auch nie funktioniert.

Unter dem Strich muss sich der 44-Jährige also den Vorwurf gefallen lassen, nicht anpassungsfähig genug zu sein und dadurch der Entwicklung seines jungen Teams zu schaden. Auch galten seine Beziehungen gegenüber Führungspersonen innerhalb der Franchise laut Insider Adrian Wojnarowski von ESPN als abgenutzt und abgekühlt.

Dass seine Entlassung noch vor dem All-Star-Break erfolgte, ist zudem ein Indiz dafür, dass die Verantwortlichen im Win-Now-Modus sind und keine Geduld mehr für langjährige Projekte haben.

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