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NBA

Chicago bezwingt die Superstars

Wer hätte das gedacht? Das Aufbau-Duell in OKC ging diesmal an Derrick Rose

Die Oklahoma City Thunder (20-10) zeigen gegen die Chicago Bulls (16-11) zwei richtig schlechte Viertel und scheitern letztendlich am letzten Comeback-Versuch. Den Bulls gelang mit dem 105:96 der Season Sweep gegen OKC und gleichzeitig der erste Sieg nach drei Niederlagen in Folge.

Die Thunder waren fast komplett von ihren Superstars abhängig. Kevin Durant (29 Punkte, 11/21 FG, 9 Rebounds) zeigte dabei auch eine richtig starke Vorstellung, sein Über-Sidekick Russell Westbrook dagegen haderte trotz guter Zahlen (26 Punkte, 8 Rebounds, 6 Steals, aber auch 6 Turnover) mit seiner Effizienz. Und vom Rest des Teams kam mit Ausnahme des ordentlichen Enes Kanter (14 Punkte, 13 Rebounds) einfach viel zu wenig.

Bei den Bulls wurde hingegen etwas brüderlicher geteilt. Topscorer war Jimmy Butler (23 Punkte). Pau Gasol(21 Punkte, 13 Rebounds), Derrick Rose (19 Punkte) und Taj Gibson (13 Punkte, 10 Rebounds) gefielen ebenfalls. Chicago präsentierte sich nach den Gerüchten der letzten Tage als geschlossene Mannschaft.

OKC bleibt trotz der Niederlage auf Platz drei im Westen hinter Golden State und San Antonio. Die Bulls stehen in der Eastern Conference aktuell auf Platz sechs.

Die Reaktionen:

Derrick Rose (Bulls): "Wir haben einen sehr guten Job dabei gemacht ihre Dreierschützen aus dem Spiel zu nehmen. Wir haben unserem Game Plan vertraut und nicht zugelassen, dass einer der Thunder-Spieler heiß läuft."

Taj Gibson (Bulls): "Wir wussten, dass wir einfach rausgehen und gnadenlos attackieren müssen. Wir brauche uns keine Freunde zu machen, davon haben wir hier schon genug. Wir dürfen einfach nicht nett zu jedem Gegner sein."

Kevin Durant (Thunder): "Wenn du in einem einzigen Spielzug zu viel versuchst, immer auf den Steal gehst und Pull-Up-Dreier nimmst, also so dumme Dinge tust, wie wir es den ganzen Abend gemacht haben, dann ist es verdammt schwer zu gewinnen. Das hat man heute gesehen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Das gewohnte Bild bei OKC: Es starten Westbrook und Roberson im Backcourt, dazu kommen Durant, Ibaka und Adams. Die Gäste starten mit Rose, Butler, Mirotic, Gibson und Gasol. Noah und Dunleavy sind beide nicht dabei.

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3.: Was für ein Horrorstart für OKC! Die Thunder haben offensichtlich noch zu viel Gans im Magen und verschlafen die Anfangsphase, Gasol, Gibson und Mirotic machen hier, was sie wollen. 11:0 Chicago, Auszeit Thunder! Das ging fix.

8.: Mittlerweile sind dann auch die Thunder mal aufgewacht - vor allem dank Kanter und Durant. Die Defense ist aber immer noch alles andere als furchteinflößend, gerade gegen Gibson und Gasol, die zusammen schon 17 Zähler haben. 24:16 für die Bulls.

12.: Kanter bereitet den Bulls mit seiner Arbeit am offensiven Brett massive Probleme - der Vorsprung schmilzt. Gasol trifft beide vom Charity Stripe, Durant tut es ihm aber gleich. Mit Ablauf der Uhr rotzt Butler noch einen Rainbow-Dreier von gaaanz weit draußen rein - bockstark! 32:24 für Chicago.

18.: Durant gegen Butler - das könnte man sich den ganzen Tag ansehen! Erst findet Gasol Butler traumhaft für den Alley-Oop, dann gibt's den KD-Jumper. Doch Butler legt nach Backdoor-Cut sofort nach. 49:37 für Chicago.

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24.: Spielerisch geht bei den Thunder immer noch nicht viel, aber dafür haben sie ja die Durantula. Dreier, Steal, Assist auf Roberson - das alles in wenigen Sekunden! Dann legt Westbrook noch in Transition spektakulär ab und wir haben ein Spiel! 54:52 für die Bulls zur Pause.

27.: Sind wir hier in der ersten Halbzeit, oder was? Wieder startet OKC behäbig und schaut zu, wie Rose nacheinander Step-Back, Floater und Runner einstreut - schon sind es wieder 10 Punkte! Donovan ist mächtig angefressen und nimmt die Auszeit.

36.: Es läuft bei den Bulls! Brooks trifft den Dreier in Transition, dann macht Butler aus einem Durant-Ballverlust per Layup 2 Punkte. Nach einer weiteren Auszeit findet KD Kanter für den Layup, doch dann klaut Butler schon wieder den Ball - Breakaway-Dunk! Es geht mit 86:68 für Chicago ins letzte Viertel.

40.: Wow! Rose fliegt durch die Zone wie zu besten Zeiten und findet dann McDermott in der Ecke - money! So langsam müssen sich die Thunder mal beeilen, wenn es mit dem Comeback noch klappen soll. 93:77 Chicago.

44.: Und dann geht es doch wieder ganz schnell - OKC ist eben doch ziemlich explosiv! Chicago verliert mehrmals überflüssig den Ball und kassiert nacheinander zwei Dreier von Morrow. Schon sind es nur noch 8 Punkte Vorsprung, Auszeit Hoiberg.

48.: Butler hat Glück, dass der Kontakt zwischen ihm und Ibaka als Foul geahndet wird, und trifft beide Freiwürfe. Dann packt Ibaka ein dämliches Offensiv-Foul aus, Gasol holt den Tip-In nach Rose-Fehlwurf - stark! Morrow trifft nochmal aus der Ecke, das kommt aber zu spät. Statement-Sieg für die Bulls!

Thunder vs. Bulls: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Pau Gasol und Jimmy Butler. Mr. Buckets machte Durant das Leben so schwer wie möglich und stellte den 2014er MVP dazu auch in der Offense regelmäßig vor Probleme - mal wieder eine ganz starke Allround-Vorstellung. Und Gasol dominierte den hilflosen Adams unterm Korb wie zu besten Zeiten, glänzte mit seinem butterweichen Jumper und guten Auge (6 Assists).

Der Flop des Spiels: Serge Ibaka. Ganz schwacher Auftritt von Air Congo, der seine (überwiegend offenen) Jumper aus der Mitteldistanz nicht mit der üblichen Präzision traf (3/12 FG) und zudem auch beim Rebound-Duell ziemlich arge Defizite offenbarte. Defensiv hat man den Big Man auch schon wesentllich stärker gesehen. Das galt übrigens auch für seinen Nebenmann Adams.

Das fiel auf:

  • Es sollte ein Duell der Superstar-Point Guards geben - selbst wenn dieses Label bei Rose nicht mehr zeitgemäß ist. Tatsächlich hatten aber sowohl der frühere MVP als auch Westbrook auf der anderen Seite schon im ersten Viertel Foulprobleme und mussten vorerst länger zusehen als gedacht. Rose wurde davon leider auch über das ganze Spiel begleitet, zeigte aber dennoch eine gute Leistung.

  • Dadurch rückte das vielleicht sogar noch spektakulärere Matchup noch mehr in den Fokus: Durant gegen Butler. Die beiden Stars auf dem Flügel spielten offensiv wie defensiv gegeneinander und sorgten in der Frühphase für die Highlights der Partie. Gut für Chicago, dass sie Starting Small Forward Mirotic defensiv gegen den harmlosen Roberson "verstecken" konnten - gegen ihn hätte es Durant natürlich um einiges leichter gehabt als gegen Lockdown-Verteidiger Butler. Die Minuten beider Spieler wurden von ihren Coaches nahezu exakt aufeinander abgestimmt.
  • Obwohl die Thunder ganz klar zu den besten Teams der Liga gehören, strotzt ihre Offense bekanntlich nicht gerade vor Kreativität. Das zeigte das erste Viertel wieder einmal ganz extrem: Punkte kamen fast ausschließlich durch Durant/Westbrook-Isolationen oder Offensiv-Rebounds von Kanter zustande. Nur einem Korb ging dabei ein Assist voraus! Abgesehen von diesem Trio scorte bei OKC in den ersten zwölf Minuten kein einziger Spieler.
  • Die Bulls dagegen verteilten ihre Offense in der Anfangsphase ziemlich gut. Vor allem Gasol und Gibson kamen richtig stark in die Partie und dominierten gegen Adams und Ibaka, obwohl diese ja nicht die schlechtesten Verteidiger sind. Gasol wusste neben dem eigenen Scoring auch als Passer zu gefallen und setzte Butler und Gibson immer wieder sehenswert in Szene.
  • Ein Problem der Bulls bleibt hingegen weiterhin die Small-Forward-Position. Obwohl kaum über ihn gesprochen wird, fehlt Mike Dunleavy seinem Team extrem. Seine Ersatzmänner Mirotic, Snell und McDermott schossen zusammen eiskalte 4 von 16 aus dem Feld. Mirotic ist zudem als Bank-Scorer wohl eigentlich wertvoller - mit ihm in der Starting Five kam von der Bulls-Bank enorm wenig. Ein Lichtblick war noch Portis, der in Noahs Abwesenheit mal relativ viele Minuten bekam (19:53) und dabei zumindest in Ansätzen überzeugte. Der Rookie wurde dann sogar mit Spielzeit in der Schlussphase belohnt.

Der Spielplan im Überblick

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