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NBA

Nichts zu holen für Atlanta

Von Philipp Jakob
Kawhi Leonard (M.) führt die Spurs mit einem starken Auftritt zum Sieg

Die Atlanta Hawks (14-11) kommen vor eigenem Publikum gewaltig unter die Räder und verlieren mehr als deutlich mit 103:78 (BOXSCORE) gegen die San Antonio Spurs (20-5). Von Beginn an fällt absolut nichts für die Hawks. San Antonio überzeugt mit tollem Ball-Movement, Effizienz und Kawhi Leonard. Dennis Schröder spielt mit Licht und Schatten.

Wenn es sowas wie einen Angstgegner gibt, dann sind die Spurs genau das für Atlanta. Die letzten 11 Aufeinandertreffen gingen allesamt an die Mannen aus Texas, die meisten davon sogar sehr deutlich. Da war auch diese Partie keine Ausnahme! San Antonio machte von Anfang an klar, wer als Sieger vom Parkett gehen wird und dominierte über die vollen 48 Minuten.

Bester Spieler war dabei ganz klar Kawhi Leonard. Der 24-Jährige führte die Spurs mit 22 Punkten, 8 Rebounds, 4 Assists sowie 5 Steals zum Erfolg. Auch Manu Ginobili (17 Punkte, 5/7 FG) und LaMarcus Aldridge (13 Punkte, 6 Rebounds) zeigten gute Leistungen, am Ende stach aber wieder der hervorragende Team-Basketball der Gäste heraus (26 Assists bei 36 Field Goals).

Die Hawks erwischten dagegen einen rabenschwarzen Abend. In der Offense wollte schlicht und einfach nichts fallen, sodass das Team von Head Coach Mike Budenholzer schon früh einem Rückstand hinterherlaufen musste. Paul Millsap wehrte sich zwar noch mit allen Mitteln (22 Punkte, 5 Rebounds), war aber alleine gegen das Spurs-Kollektiv machtlos.

Jeff Teague war ein Totalausfall, während Dennis Schröder insgesamt eine solide Partie ablieferte (6 Punkte, 7 Assists), jedoch gewaltig mit seinem Wurf zu kämpfen hatte (2/10 FG). Letzteres galt an diesem Abend allerdings für fast alle Hawks-Akteure.

Die Reaktionen:

Paul Millsap (Atlanta Hawks): "Das war hart! Ich glaube, wir haben in der Offense viel zu viel nachgedacht. Wir sind in ihre Fänge geraten, dann passiert nie was Gutes."

Mike Budenholzer (Hawks-Coach): "Offensiv haben wir in der zweiten Hälfte ein bisschen in unseren Rhythmus gefunden, aber das war zu spät."

Gregg Popovich (Spurs-Coach): "Wir hatten einen guten Abend, sie einen schlechten. Das ist alles."

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Vor dem Tip-Off: Auf beiden Seiten gibt es keine Überraschungen. Nachdem Spurs-Coach Gregg Popovich einigen Spielern in der letzten Partie eine Auszeit gegönnt hatte, sind nun wieder alle mit dabei. Tony Parker, Danny Green, Kawhi Leonard, LaMarcus Aldridge und Tim Duncan stehen also von Beginn an auf dem Parkett. Für die Hawks starten Jeff Teague, Kyle Korver, Thabo Sefolosha, Paul Millsap und Al Horford.

6.: Nach einem eher zögerlichen Start legen die Spurs nun offenbar so langsam los. Erst bedient Aldridge Danny Green an der Dreierlinie - Swish! Kurz darauf macht es der Ex-Blazer selbst aus dem Post heraus - 11:5 für San Antonio.

10.: Nach einem erfolgreichen Dreier von Manu Ginobili wird der Altmeister gleich nochmal am Perimeter bedient. Zwar landet der Ball nicht im Korb, doch der Argentinier bekommt ein Foul zugesprochen. Von der Linie erhöht Ginobili auf 22:9 für die Spurs. Atlanta ist noch gar nicht im Spiel!

15.: Jetzt sieht das Ganze schon deutlich besser aus für Atlanta. Tiago Splitter erzwingt den Turnover, Dennis Schröder drückt sofort auf's Tempo. Anstatt selbst abzuschließen, bedient der Deutsche den mitgelaufenen Korver. Der verkürzt von Downtown auf 24:18.

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22.: Die Hawks sind jetzt immer wieder in der Transition erfolgreich. Auch nachdem Parker einen Jumper aus dem Dribbling versenkt, macht Atlanta sofort Druck. So erarbeitet sich Horford immerhin ein paar Freiwürfe. Die Spurs dominieren aber weiterhin die Partie - 40:25 für San Antonio.

29.: Paul Millsap sorgt quasi im Alleingang für einen kleinen 7:3-Lauf der Hawks. Die Spurs zeigen sich aber gar nicht beeindruckt und finden sofort die richtige Antwort. Schon steht es wieder 60:36 für die Spurs.

35.: Schröder zieht sehr schön zum Korb, doch der Layup tanzt nur über den Ring. Besser machen es da mal wieder die Spurs auf der anderen Seite. Jonathon Simmons wird wunderbar frei gespielt, sodass dieser mit einem leichten Dunking auf 76:50 erhöhen kann.

41.: Leonard hat offenbar noch richtig Bock zu zocken und lässt einfach nicht locker. Mit einem ansatzlosen Dreier setzt der 24-Jährige das Ausrufezeichen auf seinen starken Auftritt und bringt die Spurs gleichzeitig mit 90:67 in Front.

44.: Es lebe die Garbage Time! Matt Bonner darf endlich auf's Parkett und beweist gleich mal, warum er "The Red Rocket" genannt wird! Gleich sein erster Versuch von Downtown fällt durch die Reuse. Das Spiel ist schon lange durch, die Spurs liegen mit 99:72 vorne.

Atlanta Hawks vs. San Antonio Spurs: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Kawhi Leonard. Der 24-Jährige machte mal wieder einen auf Mädchen für alles und überragte mit seinen Allround-Qualitäten. Neben seinem starken Offensiv-Spiel mit 22 Punkten (7/13 FG) und 4 Assists war der Finals-MVP von 2014 auch am anderen Ende des Courts sehr aktiv. Leonard sammelte 8 Rebounds und hatte 5 Steals auf dem Konto. Nicht besonders verwunderlich also, dass der Small Forward mit +36 auch noch den mit Abstand besten Plus/Minus-Wert aller Spieler vorzuweisen hatte.

Der Flop des Spiels: Jeff Teague. Vom Point Guard der Hawks war absolut gar nichts zu sehen. Von der ersten Minute an hatte der 27-Jährige eine Menge Probleme und konnte keinen seiner 5 Feldwurfversuche im Korb unterbringen. In Sachen Scoring war also schon mal nicht viel zu holen für Teague (5 Punkte), doch auch sein Spielaufbau war nicht unbedingt besser. Den mageren 3 Assists standen am Ende 5 Turnover gegenüber. Das geht auf jeden Fall besser.

Das fiel auf:

  • Die erste Halbzeit war aus Sicht der Hawks eine einzige Katastrophe - zumindest was die Offensive betraf. Nach den ersten 12 Minuten hatte Atlanta gerade einmal 13 Zähler auf dem Konto. So wenig hatten sie im ersten Viertel in dieser Saison noch nie gepunktet! Bis zur Halbzeit (und eigentlich im ganzen Spiel) wurde das auch nicht unbedingt besser. Gerade einmal 24,3 Prozent ihrer Würfe aus dem Feld fanden den Weg durch die Reuse. Das war schon ziemlich schwach.
  • Atlanta versuchte es immer wieder, mit dem Transition Game die eigene Offense in Fahrt zu bringen. Das Ziel: In der im Zurücklaufen noch unsortierten Spurs-Defense schnell ein Loch finden und sich so einen einfacheren Wurf erarbeiten. Das klappte ab und an auch recht gut, doch an diesem Abend wollten auch die relativ freien Würfe schlicht und einfach nicht fallen (5/24 Dreier, 20,8 Prozent). Als wäre das noch nicht genug: Auch in der Zone ließen die Hawks einiges liegen.
  • Immerhin können die Hawks auch einen positiven Aspekt aus dieser Partie mitnehmen: Die Defense. Atlanta stand in der eigenen Hälfte relativ sicher, auch wenn das die Offensiv-Statistiken der Spurs nicht unbedingt vermuten lassen. Gut war vor allem, dass die Hawks 23 Turnover von San Antonio erzwingen konnten. Allein 15 Mal klaute das Team von Head Coach Mike Budenholzer den Spalding, was das Transition Game einfacher machte (22 Punkte nach den Ballverlusten).
  • Die Spurs zeigten auf beeindruckende Weise, in welch starker Verfassung sie sich befinden. Mit der guten Ring Protection in der Defense machten sie den Hawks das Leben schwer und auch auf der anderen Seite des Courts präsentierte sich das Team von Gregg Popovich extrem stark. Denn trotz der relativ guten Defense der Hawks, fand San Antonio immer einen Weg zu scoren. Dabei suchten die Gäste oft ihre Big Men im Post. Die gingen - je nachdem, was ihnen die Defense anbot - entweder selbst zu Werke oder spielten den Ball wieder raus an den Perimeter. Mit dem allseits bekannten, hervorragenden Ball-Movement fanden die Spurs dann immer einen offenen Mitspieler, der den Spalding sicher versenkte. Basketball wie aus dem Lehrbuch eben!
  • Nach anfänglichen Problemen zu Beginn dieser Saison, scheint sich auch LaMarcus Aldridge in diesem System immer besser zurechtzufinden. In den letzten 5 Partien versenkte der 30-Jährige 52,5 Prozent seiner Feldwurfversuche und erzielte 19,6 Punkte pro Partie. Auch gegen Atlanta zeigte sich der Neuzugang perfekt integriert und überzeugte mit gutem Post-Spiel und intelligenten Entscheidungen.

Der Spielplan im Überblick

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