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Olympia

Sanchez gewinnt Gold im Straßenrennen

SID
Olympia, Peking, Radsport, Samuel Sanchez
© Getty

Peking - Deutschlands Medaillenhoffnung Stefan Schumacher stieg ausgelaugt und zermürbt vom Rad - das erste Radsport-Gold in der "dicken Luft" von Peking eroberte Samuel Sanchez.

Der Spanier triumphierte beim olympischen Straßenrennen über 245,4 Kilometer nach einem packenden Finale im Sprint einer sechsköpfigen Spitzengruppe.

Knapp geschlagen gewann nach dem Kraftakt über 6:23:49 Stunden der Italiener Davide Rebellin an seinem 37. Geburtstag Silber.

Hinter dem für den deutschen Gerolsteiner-Rennstall fahrenden Geburtstagskind sicherte sich der Schweizer Fabian Cancellara die Bronzemedaille. Triumphator Sanchez ist der erste Olympiasieger Spaniens im Straßenrennen.

"Ich konnte nicht mehr"

Der Freiburger Fabian Wegmann konnte sich bei dem extrem harten Ausscheidungsrennen noch am längsten im Vorderfeld halten und kam am Ende mit einem Rückstand von zweieinhalb Minuten auf die Spitzengruppe ins Ziel.

Hoffnungsträger Schumacher dagegen musste in der drittletzten von sieben Abschluss-Runden passen. Der zweifache Tour-Etappengewinner war mit seinen Kräften am Ende. Der WM-Dritte aus Nürtingen fiel 56 Kilometer vor dem Ziel aus dem Hauptfeld ab und stieg vor den beiden Final-Runden aus.

"Das war tierisch, ich hatte Kopfschmerzen und Stechen in der Lunge. Ich konnte nicht mehr", sagte der Schwabe, der am Mittwoch im Zeitfahren nach Edelmetall schielt.

Schneckentempo zu Beginn

Das Rennen begann für die lediglich 143 Starter mit einer Stadtrundfahrt durch das Smog-verdunkelte Peking. Nach dem Startschuss am Platz des Himmlischen Friedens bewegte sich das Feld durch die Innenstadt Richtung Autobahn. Am Straßenrand standen Zehntausende Fähnchen schwingende Zuschauer.

Das Fahrer-Feld kam nur sehr zögerlich in Gang - aus Rücksicht vor den unwirtlichen Witterungsbedingungen - und erlaubte gleich zwei Ausreißern aus Chile und Bolivien den Sprung an die Spitze.

Dort hielten die beiden immerhin bis rund 120 Kilometer vor dem Ziel durch, obwohl die Verfolger zum Auftakt selten schneller als 25 Stundenkilometer fuhren.

Ciolek zuerst raus

Das schwülheiße Klima und die dicke Luft spielten eine mitentscheidende Rolle: Die Betreuer hatten für die fünf Starter des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) 100 Liter Wasser bereitgestellt.

Team-Betreuer Hans-Michael Holczer hatte vorher bei Temperaturen um die 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent zu einer zurückhaltenden Renneinteilung geraten: "Es steht einfach weniger Sauerstoff zur Verfügung, darauf muss man reagieren."

Der 21-jährige Gerald Ciolek aus Pulheim war als erster deutscher Fahrer vier Runden vor Schluss am Ende. "Ich hatte einen schlechten Tag, das kam mir vor wie Höhentraining", sagte der Sprinter aus dem Columbia-Team.

Imposante Kulisse

Nach 78,8 Kilometern auf flachem Terrain hatten die Fahrer den 622 Meter hohen Juyongguan-Pass am Fuß der Chinesischen Mauer erreicht.

Dort standen vor der imposanten Kulisse zahlreicher Ming-Tempel, die wegen des Smogs nur schemenhaft zu erkennen waren, die entscheidenden sieben Runden über je 23,8 Kilometer mit einer 12 Kilometer langen Steigung pro Durchgang an.

Die Frauen müssen am Sonntag den gleichen Kurs bewältigen, allerdings nur mit zwei Abschlussrunden. Das Zeitfahren findet ebenfalls auf dem anspruchsvollen Juyongguan-Parcours statt.

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