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UFC

Silva stolpert über eigene Überheblichkeit

Von Oliver Copp
Chris Weidman schlug Anderson Silva in Las Vegas k.o.
© ufc

Im Hauptkampf von UFC 162: Silva vs. Weidman gab es einen Wachwechsel an der Spitze des Mittelgewichts. Chris Weidman schlug Silva in der zweiten Runde k.o., nachdem Silva ihn eineinhalb Runden lang verhöhnt hatte.

Bei Anderson Silva gehört es zum guten Ton, den Gegner mit Gesten zu verhöhnen. Er nimmt die Hände runter, fährt das Kinn heraus, frisst einige Schläge, tut so, als hätte er sie gar nicht gespürt und zerpflückt den Gegner dann.

Mit Chris Weidman hatte er sich den Falschen für diese Sperenzchen ausgesucht, denn kurz nachdem Silva vorspielte, durch einen "Treffer" wackelige Beine bekommen zu haben, setzte Weidman mit einer Geraden zum Kinn nach und schickte den Champion tatsächlich zu Boden. Dort ließ er drei, vier Schläge folgen und beendete die längste Titelregentschaft in der zweiten Runde.

Dem war eine erste Runde vorausgegangen, in der Weidman den Meister schnell mit einem Takedown zu Boden brachte und dort diverse Aufgabegriffe anzusetzen versuchte - Anderson Silva hätte gewarnt sein sollen. Kaum waren sie wieder auf den Beinen, gingen die Spielchen los.

Das Publikum in der Halle, das bestimmt zur Hälfte aus Brasilianern bestand, konnte von Silva Geclowne nicht genug bekommen. Anders als viele frühere Gegner ließ sich Weidman dadurch nicht aus dem Konzept bringen. Er stürmte nicht blindlings auf Silva zu und kassierte deswegen auch nicht die Kontertreffer, die so vielen anderen Kämpfern bereits den Garaus gemacht hatten.

Silva will keinen Rückkampf

Auf einen möglichen Rückkampf angesprochen, gab Silva zu Protokoll, dass für ihn mit dieser Niederlage seine Titelambitionen beendet seien.

Er wolle erst einmal ein paar Monate pausieren und Zeit mit seiner Familie verbringen und sich dann überlegen, wie es für ihn weitergeht. Nur einen Rückkampf wolle er nicht. Damit steht sein Wunsch im krassen Gegensatz zu dem der UFC, vertreten durch ihren Präsidenten, Dana White. Wie so oft in der Vergangenheit wird es bei Silva nur eine Frage des Geldes sein.

Cub Swanson besiegte Dennis Siver nach 2:23 Minuten der dritten Runde durch technischen Knockout. Während Siver in der ersten Runde noch die besseren Akzente setzte und Swanson sowohl auf den Beinen wie am Boden dominierte, wurde er in der zweiten Runde merklich langsamer.

Swanson traf immer öfter und warf Siver in einer wunderschönen Bewegung über die Hüfte und landete dabei in der Full Mount auf dem Deutschen. Während es ihm nicht gelang, Siver in Bedrängnis zu bringen, dominierte Swanson das Positionsspiel.

Siver geht zu Boden

Die dritte Runde zeigte dann das Ausmaß der Erschöpfung auf Sivers Seite. Er konnte mit Swansons Tempo nicht mehr mithalten und kassierte eine Rechte zum Ohr, die Siver zu Boden schickte. Swanson setzte dort mit Ground and Pound nach und sicherte sich so nach 2:23 Minuten der dritten Runde den Sieg. Aus Sicht des Schreibers dieser Zeilen kam der Abbruch gute fünf Sekunden zu spät.

Frankie Edgar holte sich gegen Charles Oliveira einen verdienten einstimmigen Punktsieg. Der frühere Leichtgewichtsmeister der UFC gab drei Runden lang das Tempo vor und überwand den Größen- und Reichweitenvorteil seines brasilianischen Gegners vorbildlich.

In der dritten Runde gelang es Oliveira, Edgar kurz anzuklingeln, doch der revanchierte sich umgehend und hatte es in der Hand, den Kampf kurz vor Schluss doch noch vorzeitig zu beenden zu versuchen. Edgar entschied sich für die sichere Variante, zog einen Takedown durch und beendete die Runde und damit den Fight in der Oberlage. Offizielle Punktwertung: 30-27, 30-27 und 29-28.

Herman fiel wie ein Baum

Tim Kennedy setzte sich im wohl langweiligsten Kampf des Abends nach Punkten gegen Roger Gracie durch - gewertet wurde 30-27, 30-27 und 29-28.

Mark Munoz bezwang Tim Boetsch einstimmig mit 30-27, 30-26 und 29-28 nach Punkten. Boetsch war nie wirklich in Schwierigkeiten, aber Munoz hielt den Druck von der ersten bis zur letzten Minute aufrecht, weswegen das Ergebnis absolut klargeht.

Andrew Craig holte sich einen geteilten Punktsieg gegen Chris Leben. Die Wertungen der Punktrichter waren 30-27 Craig, 29-28 Craig und 29-28 Leben. Norman Parke besiegte Kazuki Tokudome mit 30-27, 30-27 und 29-28 Punkten.

Gabriel Gonzaga landete nur wenige Sekunden nach Beginn der ersten Runde gegen Dave Herman einen rechten Cross als Konter gegen einen Kick. Herman fiel wie ein Baum, Gonzaga setzte mit Ground and Pound nach, und Ringrichterin Kim Winslow brach den Kampf nach lediglich 17 Sekunden ab. Gabriel Gonzaga hält damit den viertschnellsten Knockout in der Geschichte der Schwergewichtsdivision der UFC.

Oliveira muss aus der Halle getragen werden

Edson Barboza zerpflückte Rafaello Oliveira mit Legkicks zum linken Knie. Nach 1:44 Minuten der zweiten Runde hatte Ringrichter Herb Dean genug gesehen und brach den Kampf ab, weil Oliveira wiederholt nach einem Kick zum Knie zu Boden gegangen war. Oliveira musste von seinen Sekundanten aus der Halle getragen werden.

Brian Melancon sicherte sich nach 4:59 Minuten der ersten Runde einen dominanten Überraschungssieg gegen Seth Baczynski durch Knockout. Der Rundengong ertönte, Ringrichter Yves Lavigne bewegte sich von Baczynski weg, blickte wenig später über die Schulter nach hinten und sah, dass Baczynski noch immer auf dem Boden lag. Der Kampfabbruch war die logische Folge.

Im Eröffnungskampf des Abends gewann Mike Pierce nach 2:55 Minuten der zweiten Runde durch technischen Knockout gegen David Mitchell.

Alle UFC-Champions im Überblick

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