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Tennis

French Open - Carlos Alcaraz: Wie einst Nadal - nur noch besser!

Von Thomas Lehmitz-Artmann

Carlos Alcaraz - Schwächen: Aufschlag, Konstanz und Erfahrung

Schwachstellen muss man im Spiel von Alcaraz lange suchen. Körperlich ist er trotz seiner jungen Jahre schon extrem weit, wenn er auch nicht mit dem gewaltigen Bizeps von Nadal gesegnet ist.

Sein Aufschlag ist nicht auf dem Level von Federer und Konsorten und wird es vielleicht auch nie sein. Trotzdem schlägt er schon jetzt mit bis zu 220 km/h und im Schnitt beim Ersten mit rund 190 km/H auf. Von einem Einwurf kann man also mit Sicherheit nicht sprechen.

Sein aggressives Spiel steht ihm manchmal im Weg. Alcaraz geht schnell auf den Winner, das bedeutet ein hohes Risiko und auch Fehler. Hier liegt die größte Herausforderung im Spiel des Shootingstars: Dieses enorm hohe Leistungslevel zu halten und Fehler zu minimieren. Schon jetzt sind 25 Prozent seiner Fehler nicht vom Gegner erzwungen. Zum Vergleich: Novak Djokovic steht hier bei 19 Prozent, schlägt allerdings auch weniger Winner.

Konstanz ist das große Zauberwort. Die Big Three haben ihre über bald fast zwei Dekaden bewiesen. Newcomer Alcaraz hat hier natürlich noch einen gehörigen Rückstand.

French Open: Carlos Alcaraz in Paris Favorit?

Die Bestform, die Alcaraz in den vergangenen Wochen zeigte, wird bei den Buchmachern honoriert: Hinter Djokovic wird er als der zweite große Favorit auf den Titel gehandelt, noch vor Nadal. Dabei ist der ganz große Durchbruch bei den Grand Slams bisher noch ausgeblieben.

Was nicht heißt, dass er sein Potenzial bei den letzten Majors nicht schon andeuten konnte: Bei den US Open gelang ihm ein in der dritten Runde ein Sieg über Tsitsipas - und zwar über die vollen fünf Sätze, im finalen Tiebreak. Im Viertelfinale musste er gegen Felix Auger Aliassime verletzt aufgeben, wer weiß, was sonst drin gewesen wäre. Down Under ließ er in diesem Jahr seine Klasse ebenfalls aufblitzen, bevor er gegen Heavy Hitter Berrettini im Tiebreak des fünften Satzes den Kürzeren zog.

Reicht das für den Favoritenstatus auf dem Court Philippe Chatrier? Die am Sonntag startenden French Open sind trotz allem erst Alcaraz' sechstes Grand-Slam-Turnier. Pünktlich zu Turnierbeginn ist Djokovic obendrein wieder in Bestform, auch Nadal zeigt sich fit und optimistisch, was Titel Nr. 14 angeht.

Zverev formulierte es treffend: Zwar gebe es für Alcaraz "kein Limit", Djokovic und Nadal sind für ihn aber trotzdem die "Favoriten Nummer eins und Nummer zwei". Warum? "Es braucht mehr, um einen Grand-Slam zu gewinnen, als nur gutes Tennis zu spielen." Der Olympiasieger muss es wissen, wartet er doch selbst immer noch auf seinen ersten Slam.

Die Ziele von Alcaraz sind dennoch hoch gesteckt. "Er will die Nummer eins werden", sagt Ferrero über seinen Schützling. Und auch die Favoriten wissen, was die Stunde geschlagen hat. "Er ist die Zukunft des Männertennis", weiß nicht nur Djokovic.

Eine Zukunft, die am 5. Juni endgültig zur Gegenwart werden könnte. Dann findet das Männer-Finale in Paris statt.

French Open 2022: Die Preisgelder

AustrittsrundeEinzelDoppel (pro Team)
Sieger2.200.000€580.000€
Finalist1.100.000€290.000€
Halbfinalist600.000€146.000€
Viertelfinalist380.000€79.500€
Runde der letzten 16220.000€42.000€
Runde der letzten 32125.800€25.000€
Runde der letzten 6486.000€15.500€
Runde der letzten 12862.000€-
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