Tennis

Tennis - 50 Zuschauer in Neuss, Struff ist begeistert: "Mit Fans macht es einfach viel mehr Spaß"

SID
Struff ist begeistert von der Rückkehr der Fans in Neuss.

Es wird wieder Tennis gespielt - in Neuss sogar vor Zuschauern. Der Start der landesweiten Turnierserie des DTB am Dienstag war ein erster kleiner Schritt in Richtung Normalität.

Als das deutsche Tennis auf der beschaulichen Anlage des Traditionsklubs TC Blau-Weiß Neuss langsam aus dem Corona-Tiefschlaf erwachte, musste Jan-Lennard Struff das Rampenlicht sogleich teilen.

Die Nummer 34 der Welt schlug am Dienstag erstmals in der Turnierserie des Deutschen Tennis Bundes (DTB) auf, und nebenan spielten acht Senioren gemütlich ihre Bälle übers Netz - der prominente Nachbar auf dem Nebenplatz kümmerte sie kaum. Die rund 50 Zuschauer, die sich auf den Tribünen eingefunden hatten, waren aber natürlich nur wegen Struff da.

So skurril der Rahmen zum Start der neuen Serie auch war - er hatte in Zeiten der Corona-Pandemie große Bedeutung. Anders als in Großhesselohe bei München, wo am Dienstag ebenfalls gespielt wurde, fand in Neuss eines der ersten Sportereignisse in Deutschland vor Fans statt.

Tennis: Gesundheitsamt erlaubt Zutritt von 100 Zuschauern

Für 100 Zuschauer hatte das zuständige Gesundheitsamt grünes Licht gegeben, an Fronleichnam soll dieses Kontingent auch ausgeschöpft werden. "Am Donnerstag ist der Shop geschlossen, weil wir ausverkauft sind", sagte Bernhard Rüsing, Geschäftsführer des Tennisklubs, dem SID.

Mit ausreichendem Abstand untereinander verfolgten die Zuschauer, wie Davis-Cup-Spieler Struff den 18-jährigen Benito Sanchez-Martinez 6:2, 6:4 bezwang. Ordner kontrollierten immer wieder, dass dem Gebot von Social Distancing auf den Tribünen Folge geleistet wurde. Ballkinder gab es keine, Struff und Co. mussten nach den Ballwechseln selber sammeln gehen.

"Es war ein bisschen merkwürdig, muss ich ehrlich sagen. Das ganze Bälle-Einsammeln war unnormal", erzählte Struff anschließend im Gespräch mit dem SID. Doch auch für den Warsteiner stand im Vordergrund, erstmals in der Coronakrise wieder vor Zuschauern spielen zu können. "Ich fand es schön, dass ein paar Leute da waren. Mit Fans macht es einfach viel mehr Spaß", sagte der 30-Jährige.

Internationale Profitour ruht bis 31. Juli

Eigentlich hätten sich Struff oder Doppelspezialist und French-Open-Sieger Kevin Krawietz, der sich in Großhesselohe vor leeren Rängen Daniel Masur in zwei Sätzen geschlagen geben musste, derzeit schon auf den Rasen-Klassiker in Wimbledon vorbereitet. Da die internationale Profitour aber bis mindestens 31. Juli ruht, bieten regionale Lösungen wie die DTB-Serie die einzige Möglichkeit, Wettkampfpraxis und ein wenig Preisgeld zu sammeln. Um Weltranglistenpunkte geht es zwar nicht, aber immerhin schüttet der DTB 372.000 Euro aus.

Insgesamt spielen 32 Herren und 24 Damen im Verlauf der Serie an elf Standorten. Am Donnerstag erfolgt der Startschuss für acht weitere Herren in Troisdorf und Überlingen, ab der kommenden Woche schlagen die Damen um die Fed-Cup-Spielerinnen Laura Siegemund und Anna-Lena Friedsam in Darmstadt, Versmold und am DTB-Bundesstützpunkt in Stuttgart auf. Die beiden deutschen Topstars Alexander Zverev und Angelique Kerber sind jedoch nicht dabei.

"Das ist eine besondere Zeit, die Serie ist die richtige Antwort. Es ist keine Exhibition, es geht um etwas", hatte DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff dem SID im Vorfeld gesagt. Und die Serie ist ein Vorbote, was in den kommenden Wochen noch so kommt. Topstar Novak Djokovic initiiert etwa eine "Adria Tour" ab Mitte Juni, im Juli gibt es in Berlin Showturniere. Dann ist auch Zverev wieder dabei.

 

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