Leichtathletik

Leichtathletik-WM: Klosterhalfen trotzt Aufregung - Schwanitz sicher im Finale

SID
Konstanze Klosterhalfen zog locker ins Finale ein.

Konstanze Klosterhalfen und Christina Schwanitz zogen ohne Probleme in ihre Medaillenentscheidungen ein. Die Zehnkämpfer mussten am ersten Tag aber einige Probleme bewältigen.

Konstanze Klosterhalfen blieb ganz cool und ließ sich vom "Fall Alberto Salazar" nicht beeindrucken. Einen Tag nach der Sperre für den Chefcoach des umstrittenen Nike Oregon Project stürmte die dort trainierende Leverkusenerin über 5000 m mit einer starken und cleveren Vorstellung in den Endlauf.

Da auch die ehemalige Kugelstoß-Weltmeisterin Christina Schwanitz ohne Probleme ihr Finale erreichte, dürfen die deutschen Leichtathleten bei der WM in Doha auf zwei weitere Medaillen hoffen.

Die deutschen Zehnkämpfer erlebten dagegen einen ganz schwierigen Weitsprung, aber insgesamt einen soliden ersten Tag. Nach fünf Wettbewerben rangiert der WM-Dritte Kai Kazmirek (Neuwied) mit 4315 Punkten auf Platz sieben. Shootingstar Niklas Kaul (Mainz) lag nach großen Problemen mit der Weitenmessung und einem erfolgreichen Protest mit 4164 Punkten auf Platz elf.

Klosterhalfen will mehr: "Es war noch nicht so schnell"

Doch viele Blicke waren um kurz vor 19.00 Uhr Ortszeit auf Klosterhalfen gerichtet. Am Dienstag war Salazar wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Bestimmungen vier Jahre gesperrt worden. Seit April trainiert Klosterhalfen in dem elitären Laufteam - aber nicht bei ihm direkt, sondern unter Pete Julian. Die Frage war: Wirkte sich die Aufregung dennoch auf ihre Leistung aus? Die Antwort: Nein. In 15:01,57 Minuten wurde sie Zweite in ihren Vorlauf.

"Es war noch nicht so schnell. Am Anfang war es sehr langsam, da muss man ruhig bleiben. Irgendwann habe ich gedacht, wir sind noch ganz schön viele, da musste ich ein bisschen anziehen", sagte Klosterhalfen im ZDF. Zum Thema Salazar meinte sie: "Ich habe das erst durch mein Team mitgekommen. Das ist eine schockierende Nachricht."

Klosterhalfen ist in dieser Saison so stark wie noch nie. Drei deutsche Rekorde (Meile, 3000 und 5000 m) verbesserte sie in diesem Sommer, dazu kamen starke Auftritte in der Diamond League. Am Samstag (20.25 Uhr) soll nun ihre erste WM-Medaille folgen. Hanna Klein (Schorndorf/15:28,65) schied wie über 1500 m Caterina Granz (Berlin/4:12,36) im Vorlauf aus.

Schwanitz: "Jetzt freue ich mich auf morgen"

Schwanitz (LV Erzgebirge) benötigte für ihr nächstes WM-Finale gerade einmal einen Versuch. 18,52 m bedeuteten den direkten Finaleinzug, am Donnerstag (21.35 Uhr MESZ) geht es um die Medaillen.

"So war der Plan", sagte Schwanitz im ZDF: "Ich habe es mir viel schlimmer vorgestellt hier im Stadion - jetzt freue ich mich auf morgen." Vor vier Jahren in Peking hatte die 33-Jährige Gold gewonnen, 2017 fehlte sie wegen ihrer Babypause. Bei der Heim-EM im vergangenen Jahr gewann sie Silber. Sara Gambetta (Halle/Saale) verfehlte nach ihren 18,01 m als 13. das Finale nur um drei Zentimeter, Alina Kenzel (Waiblingen) hatte mit 17,46 m keine Chance.

Zehnkämpfer Kaul hofft auf starken zweiten Tag

Im Zehnkampf fehlte Europameister Arthur Abele (Ulm) verletzungsbedingt. Kaul, mit der zweitbesten Leistung angereist, musste im Weitsprung einige Querelen überstehen. Sein erster Versuch wurde mit 6,32 m gemessen, war aber nach Ansicht der Fernsehbilder deutlich weiter.

Der DLV legte Protest ein, letztendlich wurde der Versuch auf 7,19 m verbessert. Der zweite Wettkampftag ist aber der deutlich stärkere des U23-Europameisters, der auf 8500-Punkte-Kurs liegt. Tim Nowak (Ulm) ist 16. mit 4090 Zählern. Es führt der Kanadier Damian Warner (4513).

Im Diskus qualifizierten sich alle drei deutschen Werferinnen für das Finale am Freitag (20.00 Uhr/MESZ). Die deutsche Meisterin Kristin Pudenz (Potsdam) kam im ersten Wurf auf 63,35 m, die EM-Zweite Nadine Müller (Halle/Saale) erreichte 62,93, Claudine Vita (Neubrandenburg) belegte mit 62,31 Platz elf.

Leichtathletik-WM: Die Entscheidungen des Tages

Disziplin (D/H)GoldSilberBronze
Hammerwurf (H)Pawel Fajdek (POL)Quentin Bigot (FRA)Bence Halasz (HUN)
200 m (D)Dina Asher-Smith (GBR)Brittany Brown (USA)Mujinga Kambundji (SUI)
110 m Hürden (H)Grant Holloway (USA)Sergey Shubenkov (ANA)Pascal Martinot-Lagarde (FRA)
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