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Boxen

"WM-Titel bleibt in Deutschland"

SID
Seinen letzten Kampf absolvierte Jürgen Brähmer gegen Marcus Oliveira
© getty

Jürgen Brähmer ist auf dem Zenit seiner Karriere angelangt - nun will der einstige Problemboxer sein neues Leben in vollen Zügen auskosten. Bei seiner ersten Titelverteidigung gegen den Waliser Enzo Maccarinelli zieht der wiedererstarkte Halbschwergewichtler aus seiner neuen Rolle als Titelverteidiger viel Kraft und gilt als Favorit.

"Ich glaube, meine Variabilität wird den Ausschlag geben. Nicht nur die Auswahl meiner Schläge, sondern auch deren Härte", sagte Brähmer vor dem Fight gegen den zwölf Zentimeter größeren Gegner. Maccarinelli boxte bis 2008 im über zehn Kilo höheren Cruisergewicht (ab 90,718 kg). "Irgendwo muss da ja die Substanz auf der Strecke bleiben", bemerkte der 35-Jährige und erklärte: "Dass ich gut zum Körper schlagen kann, ist ja kein Geheimnis. Ich werde ihn schon zermürben."

"Big Mac", wie der 33 Jahre alte Maccarinelli wegen seiner Körpergröße von 1,93 m auch genannt wird, kann auf eine schillernde Vergangenheit als Profi-Boxer zurückblicken. Von 2006 bis 2008 war der "Stolz von Wales" mit dem italienischen Namen im Cruisergewicht Weltmeister, ehe er den Gürtel an den Briten David Haye verlor.

Es folgte eine schwierige Zeit mit Niederlagen gegen den Briten Ola Afolabi und den Würzburger Alexander Frenkel. Doch 2013 boxte sich der "weiße Tyson", wie Maccarinelli sich gerne selbst nennt, wieder auf Rang sieben der WBA-Rangliste vor und erhielt als Lohn den WM-Kampf.

Brähmer unbeeindruckt von seinem Gegner

Titelverteidiger Brähmer zeigte sich wenig beeindruckt von der Rückkehr seines Gegners. "Jürgen hat 2013 für mich das sportliche Comeback des Jahres geschafft", sagte sein Trainer Karsten Röwer über seinen Schützling, der sich Ende des vergangenen Jahres mit einem Sieg über den US-Profi Marcus Oliveira den WM-Titel zurückholte.

Erfolgreich verarbeitet scheint die schwere Zeit mit der mehrjährigen Haftstrafe wegen unterschiedlichster Delikte. Das "Jahrhundert-Talent" schöpft mit 35 Jahren endlich sein Potenzial aus.

Keine guten Erinnerungen hat Rechtsausleger Brähmer indes an Rostock. 2008 verlor er in der Hansestadt seinen ersten WM-Kampf gegen den Argentinier Hugo Hernan Garay nach Punkten. "Damals war ich nicht fit. Ich habe mich zu dem Kampf überreden lassen", sagte der gebürtige Stralsunder.

Keine Gedanken an Karriereende

Trotz seines vorgerückten Alters verschwendet Brähmer noch keine Gedanken ans Aufhören. Er schmiedet weiter große Pläne. Zuletzt sprach er von einem Fight in den USA gegen "Alterspräsident" Bernhard Hopkins, den mit 49 Jahren ältesten amtierenden WM-Champion.

Ein lukratives TV-Spektakel, das auch seine Promoter Kalle und Wilfried Sauerland gefallen dürfte. Beim Berliner Boxstall steht Brähmer seit über einem Jahr unter Vertrag und hat seitdem keinen Kampf mehr verloren - das soll sich auch am Samstagabend nicht ändern.

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