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Triathlon: Jan Frodeno gewinnt zum dritten Mal Ironman auf Hawaii in Rekordzeit

SID
Jan Frodeno (M.) hat zum dritten Mal den Ironman auf Hawaii gewonnen.
© getty

Jan Frodeno hat sich mit seinem dritten Titel bei der Ironman-WM auf Hawaii zum deutschen Rekordsieger gekrönt. Während der 38-Jährige aus Köln seiner Favoritenrolle gerecht wurde, musste Titelverteidiger Patrick Lange vorzeitig aufgeben.

Jan Frodeno breitete die Arme weit aus, schrie seine Freude heraus und fiel Ehefrau Emma erschöpft um den Hals: Der 38-Jährige hat die schwarz-rot-goldene Siegesserie bei der Ironman-WM auf Hawaii fortgesetzt und sich mit seinem dritten Triumph zum deutschen Rekordsieger gekrönt. Frodeno bewältigte die 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen in 7:51:13 Stunden - so schnell wie kein Mensch vor ihm. Zuvor hatte er 2015 und 2016 gewonnen.

"Rekorde sind mir egal. Ich habe hier gewonnen, im Wimbledon unseres Sports. Das ist ein großartiges Gefühl", sagte Frodeno, der vor Tim O'Donnell (USA/+8:26 Minuten) und Sebastian Kienle (Mühlacker/+10:51 Minuten) siegte, im Zielbereich: "Die letzten Meter haben mir nochmal einiges abgefordert. Aber die Fans haben mich ins Ziel geschrien."

Die Entscheidung bei böigem Wind fiel 20 km vor dem Wechsel vom Rad auf die Marathonstrecke. Da setzte Frodeno eine vor allem psychologisch wichtige Attacke, die ihm ein Polster von mehr als zwei Minuten auf seine Verfolger verschaffte und endgültig auf die Siegerstraße brachte.

Die deutsche Siegesserie hatte Kienle mit seinem Erfolg 2014 gestartet. Danach triumphierte Frodeno zweimal, nach ihm krönte sich Patrick Lange ebenfalls zweimal zum Weltmeister. Wegen Fiebers musste der Titelverteidiger, dessen Streckenrekord Frodeno um 1:26 Minuten unterbot, in diesem Jahr aber vorzeitig aufgeben.

Iron Man Hawaii: Patrick Lange gibt vorzeitig auf

Dem 33-Jährigen, der während der Saison zahlreiche sportliche und in der Woche vor dem WM-Rennen auch noch private Rückschläge verdauen musste, wurde nach einem Drittel der Raddistanz schwindelig. Er stellte sein Rad am Streckenrand ab, "weil es zu gefährlich ist, wenn man für ein, zwei Sekunden einen Blackout hat", sagte sein Manager Jan Sibbersen im hr-Fernsehen.

Das war umso ärgerlicher, weil er ebenso wie Frodeno um 7.25 Uhr einen hervorragenden Start in den Tag erwischt hatte. Bei hohen Wellen war der starke Schwimmer Frodeno wie erwartet von Beginn an ganz vorne dabei, überraschend blieb aber auch der schwächer eingeschätzte Lange an der schnellsten Gruppe dran. Einzig Kienle fiel weit zurück: Während seine beiden Landsmänner nur wenige Sekunden hinter der Spitze auf das Rad stiegen, hatte der Ex-Champion 4:50 Minuten Rückstand.

Auf zwei Rädern drückte zunächst der zweimalige Triathlon-Olympiasieger Alistair Brownlee kräftig in die Pedale, den Debütanten hatten die Deutschen im Vorfeld als große Gefahr eingestuft. Um einen Höhenflug des Briten aber schon im Keim zu ersticken, übernahm Frodeno nach knapp 20 km die Spitze. Lange hatte zu diesem Zeitpunkt etwas mehr als eine Minute verloren, Kienle rund eine Minute aufgeholt.

Als Lange mit hängenden Schultern vom Rad stieg und von einem Betreuer in ein Begleitfahrzeug geführt wurde, war Kienle schon an ihm vorbeigefahren. Und auch auf die Spitzengruppe machte der 35-Jährige weiter Zeit gut. Nach der Hälfte der Radstrecke betrug Kienles Rückstand lediglich noch 2:24 Minuten - dann allerdings vergrößerte sich die Lücke wieder. Er nahm den Marathon ohne Siegchance in Angriff.

Die Hawaii-Sieger seit 2004: Deutschland vs. Australien

JahrNameLandZeit
2018Patrick LangeDeutschland7:52:39
2017Patrick LangeDeutschland8:01:40
2016Jan FrodenoDeutschland8:06:30
2015Jan FrodenoDeutschland8:14:40
2014Sebastian KienleDeutschland8:14:18
2013Frederik Van LierdeBelgien8:12:29
2012Pete JacobsAustralien8:18:37
2011Craig AlexanderAustralien8:03:56
2010Chris McCormackAustralien8:10:37
2009Craig AlexanderAustralien8:20:21
2008Craig AlexanderAustralien8:17:45
2007Chris McCormackAustralien8:15:34
2006Normann StadlerDeutschland8:11:58
2005Faris Al-SultanDeutschland8:14:17
2004Normann StadlerDeutschland8:33:29
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